Generalvikar erinnert an Bedeutung der Kohlemeiler

400 Jahre alte Handwerkstechnik auf dem Gelände des Jugendhauses Hardehausen

Der Meiler wird von Generalvikar Alfons Hardt angesteckt.pdp /Ronald Pfaff Paderborn, 21. Augsut 2017. Ohne Holzkohle wäre kein Gramm Erz geschmolzen. Ohne Holzteer wäre kein Schiff seetüchtig gewesen. Auf die industrielle und kulturelle Bedeutung des alten Köhlerhandwerks machte Generalvikar Alfons Hardt bei der Segnung eines neuen Kohlemeilers am Jugendhaus Hardehausen am Sonntag aufmerksam. Gemeinsam mit Karl-Josef Tielke, Leiter des Köhlerteams am Jugendhaus, und Diözesanjugendpfarrer Stephan Schröder steckte der Generalvikar den Meiler vor gut 100 Zuschauern auf dem Gelände hinter dem Danielhaus an.

„Eine uralte menschliche Technik, die seit der Kupferzeit im fünften Jahrtausend vor Christus bekannt ist, wird hier lebendig gehalten“, begrüßte Generalvikar Alfons Hardt die Initiative in Hardehausen: „Der Mensch nutzt die Schätze der Natur zu Produktion von Holzkohle, ohne die vieles in der menschlichen und technischen Entwicklung unmöglich gewesen wäre.“

Schon vor 400 Jahren hatten die Hardehausener Mönche in den umliegenden Wäldern auf  diese Weise Holzkohle gewonnen. Das Handwerk des Köhlers gehört zu den ältesten Tätigkeiten der Menschen. Nur mit der Hitze, die gute Holzkohle entwickelt, kann Eisen geschmolzen und somit verarbeitet werden. Auch Teer wird aus Holzkohle gewonnen. Dass sich die Bedeutung nicht nur auf die Vergangenheit bezieht, darauf verwies Karl-Josef Tielke, der nicht nur Leiter des Hardehausener Teams, sondern seit 2013 auch Präsident des Europäischen Köhlerverbandes ist: „Auch heute sind Holzkohleprodukte in der Bodenverbesserung wie z.B. bei effektiven Mikroorganismen in der Filtertechnik zum Beispiel bei Schwimmbädern, in der Produktion von Solarzellen und Mikrochips sowie in der Pharmaindustrie unentbehrlich.“

Generalvikar Alfons Hardt segnete den Meiler in Hadehausen. Neben ihm Diözesanjugendpfarrer Stephan Schröder und Karl-Josef Tielke, Leiter des Köhlerteams.pdp /Ronald Pfaff Nach dem Anstecken des Meilers stießen Generalvikar Hardt, Diözesanjugendpfarrer Schröder und Karl-Josef Tielke in alter Tradition mit einem Schnäpschen mit den Gästen, zu denen auch eine Gruppe ehemaliger Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Erzbischöflichen Generalvikariats Paderborn gehörte, an und wünschten „Gut Brand“.

Ehemalige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Erzbischöflichen Generalvikariats Paderborn hatten einen Ausflug zu den Meilertagen nach Hardehausen gemacht.pdp /Ronald Pfaff Der Meiler aus Buchenholz steht noch bis zum 28. August in Hardehausen. Bei Ihrer Arbeit lassen sich die Köhler gern über die Schulter schauen. Die gebrannte Holzkohle wird anschließend durch das Jugendhaus in Fünf- und Zehn-Kilogramm Säcken verkauft. „Bestens für den heimischen Grill geeignet, ein Qualitätsprodukt“, weiß Stephan Schröder aus eigener Erfahrung.