„Nightfever als Anstoß für eine tragende Freundschaft fürs Leben mit Jesus“

Weihbischof Matthias König feiert zu Beginn des Nightfever-Abends im Hohen Dom Pontifikalamt

Beim Nightfever-Abend im Hohen Dom war die Paderborner Kathedrale wieder bis auf den letzten Platz besetzt. Viele Menschen warteten nach dem Pontifikalamt im Mittelgang, um vor dem Allerheiligsten eine Kerze zu entzünden.Foto: pdp/Maria Aßhauer Paderborn, 29. Juli 2017. Nightfever – das ist mittlerweile ein fester Begriff in Paderborn: Die Abende, die regelmäßig in der Universitäts- und Marktkirche stattfinden, sind aus der geistlichen Atmosphäre der Weltjugendtage entstanden. Zum Beginn wird die heilige Messe gefeiert, mit Gesang, Gebet und Gesprächen gehen die Abende weiter. Auch zum Liborifest gehört diese Atmosphäre mittlerweile dazu: Zum siebten Mal stand am Samstagabend der Hohe Dom im Zeichen von Nightfever. „Jesus kommt zu den Menschen in dieser leuchtenden Flamme. Viele Menschen haben sich durch Nightfever schon für die Sache Jesu begeistern lassen.“, sagte Weihbischof Matthias König, der zum Auftakt des Abends in der bis auf den letzten Platz gefüllten Paderborner Bischofskirche ein Pontifikalamt feierte.      

„Nightfever ist als neue Form der Frömmigkeit in Paderborn seit vielen Jahren angekommen und auch auf unserem Liborifest“, so Weihbischof König in seiner Begrüßung. Zu Beginn seiner Predigt griff Weihbischof König das Phänomen „Facebook“ auf und die dazugehörigen „Freundschaftsanfragen“. „Zielen diese Anfragen wirklich auf Freundschaft?“, fragte er. Echte Freundschaft brauche das Gegenüber, das „Sich-in-die-Augen-Sehen“. Eine solche Freundschaft lebe von Vertrautheit, die gepflegt werden müsse.  

Weihbischof Matthias König sagte in seiner Predigt: „Wir dürfen uns Freunde Gottes nennen.“Foto: pdp/Maria Aßhauer Mit Blick auf das diesjährige Libori-Leitwort „Freundschaft ist heilig“ sagte Weihbischof König: „Wir dürfen uns Freunde Gottes nennen, denn Jesus sagt: ‚Ihr seid meine Freunde‘“. Es sei tragisch, dass dieses Freundschaftsangebot Jesu heute immer mehr ausgeschlagen werde, führt Weihbischof König weiter aus. „Aber immer wieder begegne ich auch Menschen, die von Jesu Angebot direkt ins Herz getroffen werden. Nightfever ist ein Gnadenort, der dies ermöglicht. Hier sind Menschen, die sich beschenken lassen, die erkennen: ‚Vom Altar geht etwas aus und berührt mich zutiefst‘. So gibt Nightfever immer wieder den Anstoß für eine tragende Freundschaft fürs Leben mit Jesus.“  

Jesu Freundschaftsangebot öffne eine neue Dimension für das eigene Leben, so Weihbischof König weiter. „Was können wir tun, damit unsere Freundschaft mit ihm lebendig bleibt?“, fragte er. Das Gebet etwa sei wie eine „Nabelschnur“, die lebendig halte. Und der Empfang der Eucharistie bedeute, sich mit Jesus „aufs Innerste zu verbinden“. In diesem Zusammenhang beklagte Weihbischof König eine „spirituelle Unterernährung“: „Kaum noch zehn Prozent der Katholiken lassen sich am Sonntag durch die Eucharistie stärken.“ Das sei umso bedauerlicher, weil die Eucharistie Kraft gebe.  

„Wer sich immer neu an Jesus bindet, kann anderen Menschen Zeuge des Glaubens sein, wie auch der heilige Liborius, dessen Fest wir in diesen Tagen feiern“, sagte Weihbischof Matthias König zum Abschluss seiner Predigt.  

Eine Projektband unter der Leitung von Jan Schumacher gestaltete das Pontifikalamt und den weiteren Nightfever-Abend musikalisch.Foto: pdp/Maria Aßhauer Nach der heiligen Messe waren die Gläubigen dazu eingeladen, im Hohen Dom den weiteren Nightfever-Abend mitzuerleben. Im Anschluss an die Aussetzung des Allerheiligsten hatten die Gläubigen die Möglichkeit zur stillen, eucharistischen Anbetung. Atmosphärisch untermalt wurde diese von einer Projektband unter der Leitung von Jan Schumacher, die auch die Heilige Messe musikalisch gestaltet hatte. Charakteristisch für die Nightfever-Abende gingen Mitglieder des Nightfever-Teams auf die Straße vor dem Hohen Dom und auf den Libori-Pottmarkts: Sie luden Passanten ein, in die Bischofskirche zu kommen, die Atmosphäre dort mitzuerleben, für einige Momente zur Ruhe zu kommen und ihre Anliegen vor Gott zu tragen – egal, ob nur für ein paar Minuten oder für längere Zeit. Zahlreiche Gläubige entzündeten eine Kerze und stellten diese auf die Stufen des Altarraumes vor das Allerheiligste. In den Seitenkapellen des Domes nahmen die Dombesucher die Möglichkeit zum Gespräch und zur Beichte wahr. Mit der Komplet, dem Nachtgebet der Kirche, schloss der siebte Nightfever-Abend zu Libori im Hohen Dom.