„Uns verbindet, dass wir zupacken, wo Not am Menschen herrscht“

Beim „Tag des Handwerks“ in der Libori-Woche sieht Erzbischof Hans-Josef Becker Kirche und Handwerk als Partner bei der Integration von Geflüchteten an

Gruppe beim Tag des Handwerks Tag des Handwerks in der Libori-Woche (v.l.n.r.) Kreishandwerksmeister Mickel Biere, Festredner Hans Peter Wollseifer, Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks, Bürgermeister Michael Dreier, Hauptgeschäftsführer Peter Gödde und Erzbischof Hans-Josef Becker.pdp/Lena ReiherPaderborn, 27. Juli 2017. „Bei der Integration der Geflüchteten in unserem Land ist einer der wichtigsten Bereiche der Integration die Ausbildung und ein fester Arbeitsplatz. Sehen Sie die Kirche bei Ihrem Einsatz für die Zukunft von Menschen, Handwerk und Gesellschaft als Partner an.“ Mit diesen Worten beschrieb Erzbischof Hans-Josef Becker die enge Partnerschaft zwischen dem Erzbistum Paderborn und dem Handwerk. Der Paderborner Erzbischof sprach am „Tag des Handwerks“, der bereits zum 54. Mal am Donnerstag der Libori-Woche begangen wurde, zu den rund 2.000 Gästen, die der Einladung der Kreishandwerkerschaft Paderborn-Lippe in das Sportzentrum am Maspernplatz gefolgt waren. Den Festvortrag hielt Hans Peter Wollseifer, Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks und Präsident der Handwerkskammer zu Köln, der selber Maler- und Lackierermeister ist.

Publikum Rund 2.000 folgten der Einladung der Kreishandwerkerschaft Paderborn zum „Tag des Handwerks“.pdp/Lena ReiherDen bewundernswerten Einsatz vieler Handwerksbetriebe, die sich sehr verdienstvoll Fremden zuwenden, Praktikumsplätze vergeben, Ausbildungsplätze einrichten oder die Übernahme in den eigenen Betrieb sicher stellen, hob Erzbischof Becker in seinem Grußwort besonders hervor. „Mit diesem Einsatz stoßen Sie für jeden dieser Menschen eine Tür in eine gute Zukunft auf. Mit diesem Einsatz fördern Sie auch die Zukunft des Handwerks. Mit diesem Engagement bauen Sie nach Ihren Möglichkeiten an der Zukunft unserer Gesellschaft mit.“

Die Erfahrungen dabei seien vielfältig. „Manchmal ist es schwer zu ertragen, dass ein gut motivierter und vertraut gewordener Mitarbeiter doch noch abgeschoben wird. Oft ist die Sprache das A und O“, so Erzbischof Becker. Dies gelte gerade in Berufen und Branchen, in denen genaue Anweisungen, um der Qualität und der Sicherheit willen, beachtet werden müssten. „Mehrheitlich berichten mir Unternehmer jedoch, dass die jungen Männer hoch motiviert sind, die ihnen übertragenen Aufgaben zu meistern und die ihnen gegebene Chance mit eigenen Händen zu ergreifen.“

Erzbischof am Rednerpult Erzbischof Hans-Josef Becker sprach ein Grußwort zum „Tag des Handwerks“.pdp/Lena ReiherZum Abschluss seines Grußwortes am „Tag des Handwerks“ in der Libori-Festwoche bot Erzbischof Becker konkrete partnerschaftliche Hilfe an: „Mir ist bewusst, dass die vielen Aufenthaltstitel und die Unsicherheit des Asylverfahrens manche Entscheidung zur Aufnahme erschweren. Oft ist eine besondere Sprachförderung notwendig, manchmal eine kontinuierliche Begleitung. Sehen Sie die Kirche als Partner an. Wenden Sie sich gerne an die Fachkräfte des Diözesan Caritasverbandes, um sich manche Vorgänge mit den verschiedenen Behörden erleichtern zu lassen. Dafür stehen wir Ihnen in Ihrem Ein-satz für die Zukunft von Menschen, Handwerk und Gesellschaft bereitwillig zur Seite.“

Festredner Hans Peter Wollseifer betonte die Wichtigkeit eines starken Handwerkstands, nicht nur für Deutschland, sondern auch für ganz Europa: „Das Handwerk in Deutschland ist mittlerweile so leistungsstark, dass es zu einem wichtigen europäischen und sogar weltweiten Wirtschaftsanker geworden ist. Dies zeigt sich nicht zuletzt darin, dass die Handwerksbetriebe in bedeutendem Maße dabei geholfen haben, dass sich den zahlreichen Geflüchteten eine neue Zukunft eröffnet.“