„Missionsarbeit ist wie Tausalz“

Erzbischof Hans-Josef Becker begrüßte Missionarinnen und Missionare aus dem Erzbistum Paderborn

Zum traditionellen Libori-Treffen mit Erzbischof Hans-Josef Becker kamen die aus dem Erzbistum Paderborn stammenden Missionarinnen und Missionare zusammen.pdp/Ronald PfaffPaderborn, 27. Juli 2017. Beim alljährlichen Libori-Treffen der aus Erzbistum Paderborn stammenden Missionarinnen und Missionare standen Berichte und Erlebnisse aus aller Welt im Mittelpunkt. Erzbischof Hans-Josef Becker bedankte sich in seiner Ansprache für das Engagement der Frauen und Männer und stellte die Bedeutung ihrer Arbeit in den Vordergrund. „Missionarsarbeit ist wie das Tausalz für die frostigen Situationen in der kirchlichen Wirklichkeit“, sagte er.

Die Unmittelbarkeit und Lebendigkeit von Kirche habe sich in den Berichten der Missionarinnen und Missionare gezeigt, freute sich Erzbischof Hans-Josef Becker. Er konnte hören, dass in anderen Ländern neue Ideen einer „lebendigen“ Kirche ausprobiert werden. Mit Messfeiern, die auf Straßen gefeiert werden, gehen die Missionare vor Ort neue Wege in die Öffentlichkeit. Gewalterfahrung in unterschiedlicher Form ist jedoch auch die Kehrseite der Missionsarbeit.

Am Libori-Mittwoch, dem Tag der Orden und Missionare, ist es eine bewährte Tradition, dass sich Erzbischof Hans-Josef Becker und Generalvikar Alfons Hardt mit den aus dem Erzbistum Paderborn stammenden Missionarinnen und Missionaren treffen. Dabei tauschen sie sich aus über die Situation der Kirche in den fernen Ländern aus, in denen Frauen und Männer wirken. Beim Austausch sind auch „Missionare auf Zeit“ mit dabei: junge Leute, die in den nächsten Wochen für ein Jahr nach Europa, Asien, Afrika, Mittel- oder Lateinamerika gehen, und auch jene, die mittlerweile „aus der Mission“ zurückgekehrt sind.

Es gibt aber auch Frauen und Männer, die aus einem anderen Land stammen, und derzeit als „Missionare auf Zeit“ im Erzbistum Paderborn tätig sind. Sieben davon konnten Weihbischof Matthias König, Bischofsvikar für Aufgaben der Weltkirche und Weltmission im Erzbistum Paderborn, und Ulrich Klauke, Leiter des Referates Weltmission-Entwicklung-Frieden im Erzbischöflichen Generalvikariat Paderborn,  ebenfalls im Bildungs- und Gästehaus Liborianum begrüßen.

Dass das „Evangelium Handwerkszeug“ bei der Arbeit im Therapiezentrum für Süchtige, Depressive und Menschen mit Essstörungen sein könnte, hatte Franziska Donay selbst überrascht, die Missionarin in Argentinien ist. „Die Betroffenen bleiben ein Jahr bei uns und wir arbeiten über das Evangelium mit großen Erfolgen mit ihnen. Eine Arbeit, die mich selbst sehr berührt hat“, so Franziska Donay, die der geistlichen Gemeinschaft „Familie der Hoffnung“ angehört und bei der Fazenda da Esperanza in der Provinz Santa Fe arbeitet. Die von Paul und Hans Stapel gegründete Organisation „Fazenda da Esperanza“ sei mittlerweile auch in Europa ein wichtiger geistlicher Ort geworden, ergänzte Weihbischof König.

Gast bei den Missionaren war auch Bischof Heinz Wilhelm Steckling OMI aus Paraguay, der nach dem Motto „Mein Leben in 30 Sekunden“ einen kurzen Überblick über seine Freude und Sorgen gab. 90 Prozent der Bevölkerung in seiner Diözese seien katholisch. „Viele haben in der Religion ihre Heimat gefunden“, so der Bischof. Gerade der Besuch des Papstes sei ein unglaublich begeisterndes Ereignis für alle Beteiligten gewesen. Allein zehn Kapellen der ewigen Anbetung in seinem Bistum zeugen von der Suche nach dem Kontakt mit Gott. Zugleich habe das Schmuggeln im Grenzgebiet von Paraguay ein hohes Potenzial und bringe viel Kriminalität mit.

Missionare aus Paderborn sind in Latein- und Südamerika, Afrika und Asien im Einsatz.pdp/Ronald PfaffZum „Tag der Missionare“ kamen – Missionare: Franziska Donay (Argentinien), Sr. Johanna Hoffmann (Brasilien), Sr. Irmgard Maria Tuschhoff (Tansania), Beatrix Brack (Ruanda), Ingrid Janisch (Goma/Kongo), Kerstin Brüggennolte (Ruanda/Kongo), P. Heribert Lohrengel (Philippinen), P. Heribert Rembecki (Brasilien), P. Heinz-Josef Schäckel (Uganda), P. Hugo Scheer (Brasilien), Fr. Nestor Adalia, Fr. Ewald Dinter (beider Philippinen), P. Gregor Lutz (Brasilien), P. Ferdinand Tillmann, P. Johannes Tappeser (beide Uganda).
Die Missionarinnen und Missionare auf Zeit kamen aus verschiedenen Einsatzorten in der Welt zurück und berichteten in Paderborn von ihren Erfahrungen.pdp/Ronald PfaffMissionare auf Zeit – Rückkehrer: Jakob Ambros (Senegal), Vanessa Beeck (Indien), Christian Dierkes (Argentinien), Christoph Graf (Bolivien), Maike Mewes (Malawi), Dominik Müller (Senegal), Anna-Lena Passior (Tansania/Kenia), Robert Renner (Mosambik), Andreas Riedl (Ägypten), Sonja Schwiddessen (Bolivien), David Wennemaring (Sambia), Anna zum Stickling (Ecuador).
Missionare auf Zeit in Deutschland: Lucas Tonini Rosenberg-Schneider (aus Brasilien), Sabino Belo Freitas (aus Indonesien), Vipin Muthalamparambil Vilson (aus Indien), Odile Ratahinariosa (Madagaskar), Sr. Ester de Conceicao Eduardo Marquete, Sr. Luisa Mirandinha (beide aus Mosambik), Márcia Silva Nascimento (aus Brasilien).