Judentum, Islam und Christentum im Dialog

Interreligiöses Podiumsgespräch des Bonifatiuswerkes zu den Zehn Geboten in der Paderborner Gaukirche

Monsignore Georg Austen (Generalsekretär des Bonifatiuswerkes), Dr. Muna Tatari (Junior-Professorin für Islamische Theologie), Rabbiner Andrew Steiman, Dr. Klaus von Stosch (Professor für Komparative Theologie an der Universität Paderborn) und Sebastian Schwertfeger (v.l.) freuten sich über 200 Besucher zur Podiumsdiskussion in der Paderborner Gaukirche.Bonifatiuswerk/Sr. Theresita MüllerPaderborn, 27. Juli 2017. Zu einem interreligiösen Podiumsgespräch unter dem Thema „Dekalog-Dialog: Judentum, Islam und Christentum – Ein gemeinsamer Blick auf die Gebote Gottes“ sind am gestrigen Abend 200 Personen in die Gaukirche nach Paderborn gekommen. Vertreter der drei großen monotheistischen Weltreligionen diskutierten die Bedeutung der Zehn Gebote als verbindendes Element für ein friedliches Zusammenleben der Religionen. Der Rabbiner Andrew Steiman aus Frankfurt, der Professor für Komparative Theologie Dr. Klaus von Stosch und die Junior-Professorin für Islamische Theologie Dr. Muna Tatari, beide von der Universität Paderborn, sehen die Gebote Gottes als eine wichtige Orientierungsmarke für die Menschen zur Verwirklichung von Gottes Plan.

Die Besucher waren dazu eingeladen, sich aktiv mit Fragen zu den Zehn Geboten zu beteiligen. Eine Teilnehmerin zeigte sich beeindruckt von der Offenheit und dem gegenseitigen Respekt der Religionsvertreter. Es sei schön zu sehen, dass trotz der vielen Konflikte in der Welt, die häufig auf die Auseinandersetzung der Religionen geschoben werden, eine so offene und respektvolle Diskussion stattgefunden habe. Der Dialog der Podiumsteilnehmer zeigte, dass die Zehn Gebote trotz aller Unterschiede der Religionen als gemeinsame Basis betrachtet werden können. Sie waren sich einig darin, dass die Gebote Gottes die Menschen zur Freiheit und zu einem friedlichen Miteinander führen wollen.

Zugleich wurde deutlich, dass ein Dialog zwischen den Religionen nur gelingen kann, wenn alle ihre eigene Religion und die Inhalte ihres Glaubens kennen und bereit sind die Unterschiede zwischen den Religionen zu akzeptieren. Nur so könnten die Menschen die Angst vor Andersdenken und Andersglaubenden verlieren. Der Generalsekretär des Bonifatiuswerkes, Monsignore Georg Austen, dankte allen Teilnehmern und betonte: „Gottes Gebote führen uns dahin, im gegenseitigen Respekt miteinander die Welt von morgen zu gestalten.“

Moderiert wurde die Podiumsdiskussion von Sebastian Schwertfeger und musikalisch begleitet vom Trio Hatifnatta aus Münster. Als Hommage an Udo Lindenberg erklang als Schlussstück  „Hinterm Horizont geht’s weiter“. So wurde das verbindende Element zwischen der Kunstausstellung „Udos 10 Gebote“ und der Podiumsdiskussion verdeutlicht. In der Gaukirche zeigt das Bonifatiuswerk während des Liborifestes Lindenbergs Bilder und möchte die Menschen dazu anregen, über die Gebote nachzudenken und darüber in einen Diskurs zu kommen.