Die Freundschaft mit Gott verwandelt die Welt

Weihbischof Matthias König feiert Libori-Pontifikalamt mit Ordenschristen, Missionaren und Missionaren auf Zeit

Weihbischof Matthias König rief in seiner Predigt in Erinnerung, wie ungewöhnlich die über 1.000 Jahre währende Freundschaft zwischen Paderborn und Le Mans sei.pdp

Paderborn, 26. Juli 2017. Weihbischof Matthias König hat am Libori-Mittwoch im Hohen Dom zu Paderborn das traditionelle Pontifikalamt mit den Ordenschristen, Missionaren und „Missionaren auf Zeit“ gefeiert. Mit Blick auf das diesjährige Libori-Leitwort „Freundschaft ist heilig – L’amitié est sacrée“ würdigte er Ordensleute als Menschen, die durch ihre gelebte Christusfreundschaft von innen her die Welt verändern wollten. In ähnlicher Weise sei es Motivation von Missionarinnen und Missionaren, ihre eigene Freundschaft zu Gott an andere weiterzugeben. 

In seiner Predigt rief Weihbischof König zunächst die Jahrhunderte lang propagierte „Erbfeindschaft“ zwischen Deutschland und Frankreich in Erinnerung, die zum Beispiel zu dem Grauen und Massensterben des 1. Weltkrieges geführt habe. Erst vor diesem Hintergrund werde richtig deutlich, wie ungewöhnlich die seit 836 bestehende Freundschaft zwischen den Bistümern Paderborn und Le Mans sei.

Weihbischof Matthias König (4.v.l.) feierte am Mittwoch das Pontifikalamt mit den Ordensleuten und Missionaren. Es konzelebrierten Abt. Dr. Johannes Müller OCist aus der Zisterzienser-Abtei in Himmerod (1.v.l), Bischof Heinz Wilhelm Steckling OMI aus Paragua, (2.v.l), Erzbischof Zelimir Puljic aus Zadar in Kroatien (5.v.l.), Abt Aloysius Althaus OSB aus der Abtei Königsmünster in Meschede (6.v.l.) und weitere Ordenspriester und Missionare.pdpGegenwärtig werde die Welt erneut erschüttert von Gewalt, Bürgerkrieg, Terror und allgegenwärtiger Bedrohung, fuhr Weihbischof König fort. „Statt auch heute zu den Werten von Freundschaft, Verbundenheit und Verständnis zu führen, wird allenthalben Separatismus geschürt und werden die eigenen Vorteile über alles gestellt“, sagte er. „Die Welt ist aus den Fugen, vielleicht auch, weil kaum noch jemand Freundschaft heilig hält.“ 

Im Gegensatz dazu baue der christliche Glaube wesentlich auf dem auf, was man Freundschaft nennen könne, so der Bischofsvikar für Aufgaben der Weltkirche und Weltmission sowie für Institute des geweihten Lebens und für die Gesellschaften des apostolischen Lebens. „Wir dürfen an einen Gott glauben, der eine liebende Beziehung zu uns aufgebaut hat, dem wir so viel bedeuten, dass er in Jesus Christus alles für uns weggibt.“ Wer dieses Freundschaftsangebot Gottes annehme, werde verwandelt: „Denn auf einmal verlieren Gewalt und Hass ihre Macht. Auf einmal wird klar, dass die wahre Macht in der Liebe liegt.“ Die Freundschaft zwischen Le Mans und Paderborn habe deshalb alle Zeitalter propagierter Erbfeindschaft überleben können, weil sie in diesem Glauben begründet sei.  

Eine Schola der Barmherzigen Schwestern vom Heiligen Vincenz von Paul gestaltete den Gottesdienst musikalisch.pdp„Freundschaft, die heilig gehalten wird, zieht große Kreise und entfaltet eine Wirksamkeit, die wir sonst nicht für möglich gehalten hätten“, sagte Weihbischof König. Dies sei die innerste Motivation vieler Ordensleute: „Sie wollten und wollen durch ihre gelebte Christusfreundschaft von innen her die Welt verändern und die Spirale von Hass und Gewalt wirksam und dauerhaft durchbrechen.“ Ähnlich sei es auch mit der Motivation der Missionarinnen und Missionare: „Aus ihrer eigenen Freundschaft zum dreifaltigen Gott empfangen sie die Kraft, andere damit anzustecken, sich diesem Gott ganz und gar anzuvertrauen.“

Bei aller Selbstkritik dürfe man nicht vergessen, dass durch christliche Missionare viel Segen in die Welt gekommen sei, schloss Weihbischof König seine Predigt. „Die Botschaft von der Freundschaft, die Gott den Menschen schenkt und die er unter Menschen möglich macht, hat viele Rivalitäten in der Welt heilen können: Stammeskonflikte wurden gelöst, Kastenunterschiede aufgebrochen, die Würde von bisher Ausgegrenzten anerkannt.“ Solche geglückten Veränderungen hielten die Hoffnung wach, dass die Freundschaft mit Gott die Welt verwandle. 

Abt Aloysius Althaus OSB von der Benediktinerabtei Königsmünster in Meschede bedankte sich als Vorsitzender der Paderborner Ordenskonferenz bei Weihbischof König für die Feier des Libori-Gottesdienstes. Er dankte ihm auch dafür, dass er als Bischofsvikar für Aufgaben der Weltkirche und Weltmission sowie für Institute des geweihten Lebens und für die Gesellschaften des apostolischen Lebens stets Zeit für die Anliegen der Ordenschristen und Missionare habe. Musikalisch wurde der Gottesdienst vom Kirchenchor aus Dörnbach in Oberösterreich, einer Schola der Barmherzigen Schwestern vom hl. Vincenz von Paul sowie Domorganist Tobias Aehlig gestaltet.