Der heilige Liborius im Fahrradanhänger

Zwölf Jugendliche fahren 1.000 Kilometer mit dem Fahrrad aus Le Mans, um beim Libori-Fest dabei zu sein

Gruppenbild mit Fahrradanhänger 1.000 Kilometer Wegstrecke liegen hinter dem Fahrradanhänger mit dem heiligen Liborius und den französischen Rad-Pilgern.pdp/Lena Reiher Paderborn, 25. Juli 2017. Am 9. Juli sind sie im französischen Le Mans aufgebrochen, um auf dem Libori-Fest die älteste Städtepartnerschaft der Welt, den seit 836 bestehenden „Liebesbund ewiger Bruderschaft“ zwischen den Diözesen Paderborn und Le Mans zu feiern. Zehn Jugendliche samt Priester und einem Priesteramtskandidaten haben die 1.000 Kilometer lange Strecke mit dem Fahrrad zurückgelegt, um der Überführung der Reliquien des heiligen Liborius im Jahr 836 zu gedenken. Der Bistumspatron hat die Fahrrad-Pilger dabei den ganzen Weg begleitet - als Holzstatue in einem Fahrradanhänger.

Die Statue ist ein Geschenk des Erzbistums Paderborn aus dem Jahr 1986 und ist sogar während der Prozession durch die Stadt am Libori-Sonntag mitgetragen worden. Während der Pontifikalvesper zur Eröffnung des Liborifestes am Samstag wurden die Jugendlichen sogar eigens von Erzbischof Hans-Josef Becker in Paderborn begrüßt: „1.000 Kilometer habt ihr unter die Pedale genommen. Dazu kann ich nur sagen: Gratulation und ‚Hut ab‘.“

„Wir haben uns auf unserem Weg ein bisschen gefühlt wie die zwölf Apostel“, berichtet Antoine Clement, Priesteramtskandidat des Bistums Le Mans, der zu den Rad-Pilgern zählt. „Die 1.000 Kilometer waren für uns ein spirituelles, physisches und auch freundschaftliches Abenteuer.“

Holzstatue im Fahrradanhänger Die Holzstatue ist ein Geschenk des Erzbistums Paderborn aus dem Jahr 1986.pdp/Lena Reiher „Der neunte Tag war eine besondere Herausforderung für uns“, berichtet Helen. „Es war bereits acht Uhr abends und wir haben mitten in einem dunklen Wald den Weg verloren. Wir wussten, wir haben noch 50 Kilometer Wegstrecke bis zur nächsten Herberge vor uns und unsere Kraftreserven waren fast verbraucht. Dann kamen wir auf eine Anhöhe, die uns den Blick auf die weite Landschaft geöffnet hat. Wir haben unseren gesamten weiteren Weg vor uns liegen sehen und es ging nur noch bergab. Dieser Anblick hat uns so motiviert, dass wir noch vor Anbruch der Dunkelheit unser Ziel erreicht haben.“ Dies habe der Gruppe einmal mehr gezeigt, dass, selbst wenn der Weg verloren scheint, Gott sie nicht alleine lässt und wieder auf den richtigen Pfad führt.

„Kirche braucht solche mutigen Glaubenszeugen wie euch“, sagte Diözesanjugendpfarrer Stephan Schröder in der internationalen Messe am Samstag in der Paderborner Universitäts- und Marktkirche, die die französischen Jugendlichen gemeinsam mit polnischen Jugendlichen feierten.

Das nächste Ziel der Jugendlichen steht auch bereits fest: Die St. Liborius-Fraternität, die die Beziehungen zwischen den Bistümern Paderborn und Le Mans pflegt, wird eine Jugendabteilung gründen – mit deutschen und französischen Jugendlichen.