„Beheimatung in Gott prägt den Menschen“

Bischof Heinz Josef Algermissen, Bischof von Fulda, feierte das Pontifikalamt am Libori-Dienstag

Bischof bei Predigt Bischof Heinz Josef Algermissen äußerte in seiner Predigt die Hoffnung, dass das Libori-Fest Mut, Vertrauen und Hoffnung schenke.pdp/Lena Reiher Paderborn, 25. Juli 2017. Der Bischof der Diözese Fulda, Bischof Heinz Josef Algermissen, feierte am Libori-Dienstag das Pontifikalamt um 9 Uhr im Hohen Dom zu Paderborn. In seiner Predigt stellte der frühere Weihbischof in Paderborn den Gottesdienstbesuchern die Frage: „Der Mensch braucht nicht nur ein Dach für seinen Körper, sondern auch eines für seine Seele. Welches mehr schützende Obdach der Seele wäre wohl denkbar als die Erfahrung einer grundsätzlichen Geborgenheit in Gott?“

Der Bischof von Paderborns Nachbarbistum und gleichzeitig Suffraganbistum Fulda, Bischof Heinz Josef Algermissen, war schon oft beim Libori-Fest zu Gast. 1969 wurde er von Erzbischof Lorenz Kardinal Jäger im Hohen Dom zu Paderborn zum Priester geweiht und war bis zu seiner Ernennung durch Papst Johannes Paul II. zum Bischof von Fulda Weihbischof in Paderborn.

„Wie oft habe ich das Evangelium vom Hochfest des hl. Liborius in all den Jahren in Paderborn zu Libori hier im Dom gehört und auch auszulegen versucht?“, sagte Bischof Algermissen in seiner Predigt. „Darin heißt es sinngemäß: ‚Ihr dürft, wenn ihr mir nachfolgen wollt, den Machtstrukturen dieser Welt und dem Zeitgeist nicht folgen, euch nicht ins rechte Licht setzen, aufblähen und die Großen spielen wollen.‘ Jesu Mahnung, der Größte solle sein wie der Kleinste, der Führende wie der Dienende, gipfelt in der Feststellung: ‚Ich aber bin unter euch wie der, der bedient.‘“

Konzelebranten Bischof Heinz Josef Algermissen, Bischof der Diözese Fulda, feierte das Pontifikalamt am Libori-Dienstag in Konzelebration mit Bischöfen aus der Weltkirche.pdp/Lena ReiherDiese Versicherung in das Grundvertrauen Jesu spiegele sich auch in dem Verhältnis von „Liturgie“ und „Caritas“ wider, so Bischof Algermissen weiter: „Beide Dimensionen, Liturgie und Caritas, sind eng miteinander verwoben, bedingen einander, sind wie die beiden Brennpunkte einer Ellipse. Liturgie, nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil ‚Quelle und Gipfel‘ allen Tuns der Kirche, muss notwendig übergehen in die Haltung des gebeugten Rückens, in die Anteilnahme am Leben der Menschen – auf Augenhöhe sozusagen. Liturgie ohne die Bereitschaft zum Dienen wäre ein Glasperlenspiel.“ „Caritatives Engagement gehört neben der Verkündigung und neben der Feier der Liturgie zum Wesen der Kirche und darf niemals schmückendes Beiwerk sein. In beiden Dimensionen, die einander durchdringen, finden wir den Erlöser und Heiland, der tröstet in allen Dunkelheiten unseres Lebens und in Ausweglosigkeit.“

Domchor Das Pontifikalamt wurde festlich gestaltet vom Domchor unter der Leitung von Domkapellmeister Thomas Berning und von Domorganist Tobias Aehlig an der Orgel.pdp/Lena Reiher Eine solche Perspektive auf „Geborgenheit“ und „Beheimatung“ bräuchten Menschen in der Kirche, auf dass sie imstande seien, die Zeichen der Zeit auf Hoffnung hin tröstlich zu deuten, so der Bischof von Fulda. „Die Feier des Liborifestes möge uns angesichts dessen Mut, Vertrauen und Trost schenken.“

Musikalisch wurde der Gottesdienst vom Domchor unter der Leitung von Domkapellmeister Thomas Berning und von Domorganist Tobias Aehlig an der Orgel gestaltet.