Kein Dienst nach Vorschrift, vielmehr Bereitschaftsdienst

Bischof Heinz Wilhelm Steckling OMI aus Paraguay feiert Libori-Pontifikalamt mit den Frauen

Bischof Steckling am Ambo Bischof Wilhelm Steckling aus Paraguay feierte am Libori-Montag im Hohen Dom das Pontifikalamt mit den Frauen – die Reihen der Paderborner Bischofskirche waren voll besetzt.pdp/Ronald PfaffPaderborn, 24. Juli 2017. Am Libori-Montag feierte Bischof Heinz Wilhelm Steckling OMI, Bischof der Diözese Ciudad del Este in Paraguay, das traditionelle Pontifikalamt mit den Frauen. 2014 ernannte Papst Franziskus den Pater aus Verl zum Bischof der Diözese Ciudad del Este im südamerikanischen Paraguay. Bischof Steckling sprach in seiner Predigt die Frauen direkt an: „Was ist nach so vielen Jahrhunderten an Glaubenssubstanz noch da? Geben wir Christen ein gutes Beispiel für den Rest der Welt?"

„Ich stamme zwar aus der Erzdiözese Paderborn, aber lebe und wirke in Paraguay“, so Bischof Steckling am Beginn seiner Predigt. „Immer wieder bin ich überrascht, dass man uns Deutsche von außen her so positiv sieht, gelten wir doch als kritisch und sehr realistisch.“ Eines würde ihm aber mit zunehmender Lebenserfahrung immer klarer: „übertriebene Kritik und Jammern“ helfe niemandem weiter. Aus diesem Grund wolle er allen Gottesdienstbesuchern zwei positive Worte mit auf den Weg geben: „Dankbar sein und dienen“.

„Heute haben wir einen besonderen Anlass, dankbar zu sein, denn wir feiern einen Heiligen. Loben wir Gott und seien wir dankbar, dass er uns die Verbindung zu Menschen wie Liborius von Le Mans geschenkt hat. Bis heute wirkt seine Heiligkeit unter uns, zum Beispiel in der Städtepartnerschaft zwischen Paderborn und Le Mans, der ältesten der Welt“, so der Bischof von Ciudad del Este.

Priester am Altar Bischof Wilhelm Steckling feierte das Pontifikalamt in Konzelebration mit zahlreichen Bischöfen und Priestern aus der Weltkirche.pdp/Ronald PfaffBeim Wort „Dienen“ bezog sich Bischof Steckling auf das Evangelium des Hochfestes des heiligen Liborius, in dem sich Jesus selbst als der Dienende bezeichnet: „Wenn wir etwas mit Worten spielen, können wir sagen: das ist kein Dienst nach Vorschrift, sondern ein dauernder Bereitschaftsdienst. In der Eucharistiefeier können wir jedes Mal das Dienen neu lernen“, führte Bischof Steckling aus. „Danken und dienen, dienen aus Dankbarkeit, das finden wir praktisch jedes Mal in den sonst sehr verschiedenen Heiligen. Durch die Reliquien, wie die des heiligen Liborius in diesen Tagen, kommen wir sozusagen in physischen Kontakt mit solchen heiligen Menschen.“

Begrüßung am Ambo Katharina Brechmann, Diözesanvorsitzende des Diözesanverbands der kfd Paderborn, begrüßte zu Beginn des Gottesdienstes die zahlreichen Frauen und den Zelebranten.pdp/Ronald PfaffDas Diözesanleitungsteam Paderborn der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) hatte den Gottesdienst vorbereitet. Die Diözesanvorsitzende des Diözesanverbands Paderborn Katharina Brechmann begrüßte ebenfalls die Frauen im Hohen Dom: „Begegnungen machen das Leben wertvoll und sie bereichern uns. In unserer täglichen Arbeit in den Gremien begegnen wir zahlreichen Menschen, gleichzeitig gestalten wir damit Kirche. Lassen Sie uns heute durch die Begegnung mit Gott unsere Freundschaft zu ihm bekunden und vertiefen.“

Der Gottesdienst wurde musikalisch gestaltet vom Jugendorchester des Musikvereins „Eintracht“ Olsberg unter der Leitung von Felix Burmann und von Domorganist Tobias Aehlig an der Orgel.