Erzbischof Becker eröffnet Libori-Fest mit Erhebung der Reliquien und Pontifikalvesper

„Freundschaft ist heilig – L’amitié est sacrée“ ist das Leitwort des Liborifestes 2017

Der Schrein des Bistumspatrons wurde unter den Klängen des Libori-Tuschs in einer Prozession durch den voll besetzten Paderborner Dom in den Hochchor getragen.pdp / Thomas ThroenlePaderborn, 22. Juli 2017. Mit den Worten „Procedamus in nomine Domini – Brechen wir auf im Namen des Herrn!“ eröffnete Erzbischof Hans-Josef Becker am Samstagnachmittag die festliche Prozession im Hohen Dom zu Paderborn, mit der die Reliquien des heiligen Liborius aus der Domkrypta in den Hochchor der Paderborner Bischofskirche überführt wurden. Zu den Klängen des Libori-Tuschs wurde der vergoldete Schrein mit den Reliquien des Bistumspatrons im Hochchor aufgestellt und damit das Liborifest 2017 feierlich eröffnet. Das diesjährige Liborifest steht unter dem Leitwort „Freundschaft ist heilig – L’amitié est sacrée“.      

Erzbischof Becker begrüßte zu Beginn der Pontifikalvesper die zahlreichen Gläubigen im Paderborner Dom. Er nannte die Feier der Pontifikalvesper am Libori-Samstag einen „alljährlich bewegenden Auftakt“ der Feiern zu Ehren des Patrons des Erzbistums Paderborn, des Hohen Domes und der Stadt Paderborn mit ihrer unverwechselbaren Mischung von Kirche, Kirmes und Kultur.  

Erzbischof Hans-Josef Becker beobachtet im Altarraum des Hohen Domes gemeinsam mit den anwesenden Bischöfen und dem Metropolitankapitel, wie der Libori-Schrein im Hochchor aufgestellt wird.pdp / Thomas ThroenleIn seiner Einführung in den Gottesdienst erinnerte Erzbischof Becker an das 50-jährige Bestehen der Partnerschaft der beiden Städte Le Mans und Paderborn und erläuterte, dass auch aus diesem Grund das Liborifest 2017 unter dem Leitwort „Freundschaft ist heilig – L’amitié est sacrée“ stehe. Diese Städtepartnerschaft habe ihren Ursprung im „Liebesbund ewiger Bruderschaft“, der seit dem Jahr 836 trotz aller „Erbfeindschaften“ und anderer Widrigkeiten der Geschichte die beiden Ortskirchen von Le Mans und Paderborn miteinander verbinde. Erzbischof Becker bekräftigte: „Unser Liebesbund ist keine rein innerweltliche Beziehung zwischen zwei Partnern. Dauerhaftigkeit ist ihm beschieden, weil ein Dritter mit im Bund ist: Gott selbst, Ziel und Quelle aller menschlichen Beziehung. Wir sind dankbar für diese Erfahrung, die ja gleichzeitig eine Mahnung ist in einer Zeit, in der in Europa und der Welt Egoismus und Nationalismus wieder stärker zu werden scheinen.“ Auch dagegen setze Libori ein Zeichen, denn das Liborifest werde in der welt- und völkerumspannenden Gemeinschaft der Kirche gefeiert, für die die zahlreichen Gäste aus der Weltkirche ein sichtbares Zeichen seien.  

pdp / Thomas ThroenleDer Paderborner Erzbischof begrüßte in seiner Ansprache die anwesenden Bischöfe, Priester und Laien, die aus verschiedenen Teilen der Weltkirche zur Feier des Libori-Festes nach Paderborn gekommen waren. Den ersten Willkommensgruß richtete er traditionell an den Nachfolger des heiligen Liborius auf dem Bischofsstuhl der Diözese Le Mans in Frankreich, Bischof Yves Le Saux, der von einer Pilgergruppe der St.-Liborius-Fraternität begleitet wurde. „In diesem Jahr ist es mir jedoch ein besonderes Anliegen, eine weitere Gruppe aus Frankreich besonders zu begrüßen: Am 9. Juli haben sich in Le Mans junge Menschen auf den Weg nach Paderborn gemacht und zwar mit dem Fahrrad: 1.000 Kilometer haben sie unter die Pedale genommen und sind, mit einer Figur des heiligen Liborius im Schlepptau, hier in Paderborn angekommen. Dazu kann ich nur sagen: Gratulation und ‚Hut ab‘“, würdigte Erzbischof Becker diese besondere Initiative.  

Domkapitular Prälat Thomas Dornseifer und Libori-Bruderschaftsmeister Bernhard Riedel stellen den Holzschrein mit den Reliquien des Bistumspatrons in den vergoldeten Silberschrein.pdp / Thomas ThroenleErzbischof Becker begrüßte zudem aus der Erzdiözese Managua in Nicaragua Erzbischof José Leopoldo Kardinal Brenes Solórzano sowie den Erzbischof von München und Freising und Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Reinhard Kardinal Marx, „den Kardinal mit Paderborner, oder besser: Geseker Wurzeln“. Der Erzbischof Oberhirte richtete nach seinem Willkommensgruß an die weiteren bischöflichen Gäste auch einen besonderen Gruß an den Bundespräsidenten a. D. Christian Wulff und dessen Gattin, die den Gottesdienst ebenfalls mitfeierten. Immer wieder gab es während der Begrüßungsworte des Paderborner Erzbischofs Applaus als Willkommensgruß an die Gäste.  

Erzbischof Hans-Josef Becker reichte den Gastbischöfen ein Reliquiar mit Reliquien des heiligen Liborius zur Verehrung, hier Bischof Yves Le Saux aus Le Mans.pdp / Thomas ThroenleIm Anschluss an seine Ansprache zog Erzbischof Becker zusammen mit den Paderborner Weihbischöfen, den Gastbischöfen, dem Paderborner Metropolitankapitel sowie zahlreichen Priestern aus nah und fern in einer feierlichen Prozession in die Krypta des Hohen Doms. Dort wurde der vergoldete Schrein mit den Reliquien des Bistumspatrons erhoben und in einer Prozession in den Hochchor geleitet. Bis zur Rückführung des Schreins am Dienstag werden die Reliquien im Hochchor zur Verehrung durch die Gläubigen bleiben.  

Während der Schrein durch die dicht gedrängt im Paderborner Dom stehenden Menschen zum Altarraum getragen wurde, ertönte dreimal der von Bläsern des Bahnsozialwerk Blasorchesters vorgetragene Libori-Tusch aus dem Oratorium „Paulus“ von Felix Mendelssohn-Bartholdy. Das Bahnsozialwerk Blasorchester wird geleitet von Andreas Steins. Nach der Prozession fand die Verehrung der Reliquien statt. Dann feierten die Bischöfe zusammen mit den versammelten Gläubigen die traditionelle lateinische Pontifikalvesper, die mit dem Segen des Erzbischofs endete.  

Bundespräsident a. D. Christian Wulff feierten die Pontifikalvesper mit, v.l.n.r.: Weihbischof Matthias König, Bettina Wulff, Bundespräsident a. D. Christian Wulff, Erzbischof Hans-Josef Becker, Bürgermeister Michael Dreier.pdp / Thomas ThroenleIm Anschluss an die Pontifikalvesper mischte sich Erzbischof Becker mit den bischöflichen Gästen aus aller Welt unter die im und vor dem Paradiesportal wartenden Menschen. Viele Gläubige nutzten nach dem Gottesdienst die Gelegenheit, ein von Domkapitular Prälat Thomas Dornseifer gereichtes Reliquiar mit Reliquien des heiligen Liborius zu berühren. Den Gläubigen war es zudem möglich, einen persönlichen Segen zu empfangen. Domkapitular Monsignore Andreas Kurte und Domkapitular Dr. Thomas Witt legten Gläubigen die Hände auf und spendeten den Segen „auf die Fürsprache des heiligen Liborius“.