Erzbistum kauft Werler Kloster und plant die Zukunft der Wallfahrt

Wallfahrtszentrum und Verwaltungsräume sollen entstehen

Die Wallfahrt in Werl ist für das Erzbistum Paderborn ein festes und lebendiges Element. Im Mai 2017 erneuerte Erzbischof Hans-Josef Becker in der Werler Wallfahrtsbasilika die Weihe des Erzbistums an die Gottesmutter.pdp / Thomas ThroenlePaderborn / Werl, 14. Juli 2017. Es ist das erklärte Ziel von Erzbischof Hans-Josef Becker, die traditionsreiche Marienwallfahrt und die bewährte Wallfahrts-Seelsorge in Werl in eine gute Zukunft zu führen. Zu diesem Zweck hat jetzt das Erzbistum Paderborn das Grundstück und das Klostergebäude der Franziskaner erworben: Die entsprechenden Verträge wurden unterzeichnet. Hintergrund ist die Ankündigung der Franziskaner, sich im Jahr 2019 aus Werl zurückzuziehen. „Nachdem jetzt die Verträge unterschrieben sind, können wir unsere ganz am Anfang stehenden Überlegungen weiter entfalten“, sagte Generalvikar Alfons Hardt. Es seien personelle Entscheidungen zu treffen und es sei auch zu planen, wie das Klostergebäude genau genutzt werde. Er sei dankbar, dass dafür ein gutes Zeitfenster geöffnet sei. Die Franziskaner werden noch bis zum Ende der Wallfahrtssaison 2019 in Werl sein.      

Als im Jahr 2015 bekannt gegeben wurde, dass der Franziskanerorden die Wallfahrtsseelsorge in Werl im Jahr 2019 aufgeben werde, hatte Erzbischof Becker zum Ausdruck gebracht, dass das Erzbistum Paderborn für eine gute Folge-Lösung Sorge tragen wolle, damit die Wallfahrt zur „Trösterin der Betrübten“ in Werl auch weiterhin ein festes und lebendiges Element im Erzbistum sei und bleibe. Gespräche zwischen der Ordensleitung der Franziskaner und Vertretern des Erzbischöflichen Generalvikariats im Hinblick auf das Grundstück und das Klostergebäude, das sich im Besitz der Franziskaner befindet, führten nun zum Ergebnis, dass das Erzbistum Paderborn beides erwirbt.

Das Erzbistum Paderborn erwirbt das Werler Kloster und plant dort ein Wallfahrtszentrum und Verwaltungsräume.pdp / Thomas Throenle„Wir wollen die Wallfahrt und Wallfahrts-Seelsorge in Werl in eine gute Zukunft führen. Erzbischof Becker wird dazu rechtzeitig Seelsorger beauftragen und wir nutzen jetzt die Möglichkeit, der Wallfahrt auch einen Ort zu sichern“, so Generalvikar Alfons Hardt. Es sei geplant, das Klostergebäude umzubauen, um dort ein Wallfahrtszentrum einzurichten. Darüber hinaus sollen darin kirchliche Einrichtungen angesiedelt werden. Ein konkretes Raumprogramm für die Einrichtungen und das Wallfahrtszentrum gibt es bisher noch nicht. Es werde jedoch ein Baustab eingerichtet, der Konzepte entwickle und die Planungen im Blick habe.      

Stichwort „Marienwallfahrt Werl“  

Vor rund 350 Jahren, im Jahr 1661, gelangte durch die Vermittlung des Kölner Kurfürsten und Erzbischofs Maximilian Heinrich das Gnadenbild der „Trösterin der Betrübten“ nach Werl. Zuvor war es in der seit der Reformation evangelischen Kirche St. Maria zur Wiese in Soest verehrt worden. Damit begann in Werl die bis heute lebendige Marienwallfahrt. Werl ist einer der bedeutendsten Marienwallfahrtsorte der Bundesrepublik, nach Kevelaer und Altötting der drittgrößte. Die Werler Madonna zählt zu den schönsten Mariendarstellungen Europas. Unter Papst Pius X. wurde das Gnadenbild 1911 gekrönt. Die Krone ist ein kostbares Schmuckstück, das die Madonna lediglich zu hohen Feiertagen trägt.  

In der Wallfahrtszeit, die jährlichen vom 1. Mai bis zum Hochfest Allerheiligen am 1. November dauert, kommen weit über 100.000 Menschen als Pilger zur „Trösterin der Betrübten“ nach Werl. Im Jahr 2011, als das 350-jährige Jubiläum der Wallfahrt zum Gnadenbild der „Trösterin der Betrübten“ begangen wurde, waren rund 200.000 Wallfahrer in den bedeutenden Marienwallfahrtsort gekommen: Pilger aus dem ganzen Erzbistum Paderborn und darüber hinaus hatten an zahlreichen Pilgermessen, Pilgerandachten und Lichterprozessionen im Jubiläumsjahr teilgenommen.