„Es muss kein Gegensatz sein“

12. Pfingstempfang des Diözesankomitees im Erzbistum Paderborn

Pfingstempfang des Diözesankomitee im Erzbistum Paderborn. (v.l.n.r.) Jürgen Fenneker (Vorstand DK), Erzbischof Hans-Josef Becker, Bischof Dr. Martin Hein, Annika Manegold (Vorsitzende DK), Prälat Thomas Dornseifer und Nadine Mersch (Vorstand DK); Ansgar Kaufmann (Vorsitzender Diözesankomitee)Diözesankomitee Paderborn / Soest, 12. Juni 2017. Zu seinem 12. Pfingstempfang hatte das Diözesankomitee im Erzbistum Paderborn unter dem Leitgedanken „Versöhnung durch Erinnerung – Ökumene im Jahr des Reformationsjubiläums“ in diesem Jahr nach Soest eingeladen. Neben 120 Verantwortlichen aus Kirche und Gesellschaft aus den unterschiedlichen Regionen des Erzbistums konnten mit dem Paderborner Erzbischof Hans-Josef Becker und Bischof Prof. Dr. Martin Hein, Bischof der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, gleich zwei Bischöfe begrüßt werden.      

Beim diesjährigen Forum der Begegnung rief Erzbischof Becker als einer der Ehrengäste in seinem Grußwort dazu auf, sich von negativen Erfahrungen in den Gemeinden vor Ort nicht lähmen zu lassen, vielmehr persönliche Glaubensüberzeugungen in das Leben der Menschen zu tragen. „Der Weg zu Jesus Christus ist der Weg, den wir im Jahr 2017 in der Gemeinschaft der Christen gemeinsam gehen wollen. Das Jahr des Reformationsgedenkens ist ganz ausdrücklich und in dezidiert ökumenischer Ausrichtung als ein Christusjahr bezeichnet worden. Damit steht uns allen, katholischen wie evangelischen Christen, unser Ziel und unser Auftrag vor Augen: Es geht darum, die Botschaft Jesu Christi ins Leben der Menschen wie ins Leben der Gesellschaft hineinzutragen“, führte Erzbischof Becker aus.      

Festredner Bischof Hein hob das Reformationsjubiläum als eine Bewegung des Aufeinander-Zugehens hervor. Das Luthergedenken werde jetzt zum ersten Mal bewusst ökumenisch im „gegenseitig verstehen wollen“ begangen. Die heutige Zeit sei gekennzeichnet von ökumenischen Herausforderungen neuer Art: „Wir geraten in Europa in eine Minderheiten-Kultur, in der das kirchlich-konfessionelle Christentum nicht mehr zum Alltag gehört“, sagte Hein. So sei das christliche Leben vor Ort an vielen Stellen gemeinsam mit der katholischen Kirche zu gestalten: „Es muss kein Gegensatz sein, wenn evangelischerseits ‚gefeiert‘ und katholischerseits ‚gedacht‘ wird“, so Hein.      

Es habe verschiedene Erträge der Reformation gegeben, so der stellvertretende Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft der Christlichen Kirchen in Deutschland (ACK) weiter und nannte als ein Beispiel, dass die Reformation keine neue Kirche geschaffen habe, sondern Reformation eine Konzentration auf Jesu Wort sei – das „kann auch in anderen Kirchen passieren!“. Aber die Reformation Luthers sei exemplarisch gewesen. Und der entscheidende Impuls der Reformation sei schließlich der bleibende Impuls der Freiheit gewesen.      

Seit Jahren finden regelmäßige Treffen zwischen Vertreterinnen und Vertretern der Westfälischen und Lippischen Landeskirche und dem Diözesankomitee statt. Besonders intensiv war die Zusammenarbeit bei den beiden Ökumenischen Kirchentagen 2003 in Berlin und 2010 in München. Die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck, deren Bischof Martin Hein seit dem Jahr 2000 ist, hat im Bereich Waldeck eine Überschneidung mit dem Erzbistum Paderborn.      

Das Diözesankomitee im Erzbistum Paderborn ist die demokratisch gewählte Vertretung der katholischen Laien, der Frauen und Männer aus den Pfarrgemeinderäten und den katholischen Verbänden und lädt jedes Jahr am Freitag nach Pfingsten zum Empfang an unterschiedlichen Orten und zu unterschiedlichen Themen im Bistum ein.