Die Familie der Hoffnung umspannt die ganze Welt

Weihbischof Matthias König begrüßt junge Erwachsene aus 15 Nationen zum Fazendatag in Paderborn

Gruppenbild mit Weihbischof König Junge Erwachsene aus 15 Nationen sind zu Gast in Paderborn gewesen, um von der Hoffnung zu erzählen, die sie auf der Fazenda erfahren haben.pdp/ Lena ReiherPaderborn, 9. Juni 2017. Fazenda da Esperanca - die Höfe der Hoffnung geben jungen Erwachsenen auf der ganzen Welt neue Hoffnung und neue Perspektiven, wenn Drogen und Abhängigkeiten sie herunter gezogen haben. 75 junge Erwachsene aus Fazenda-Gemeinschaften aus 15 Nationen besuchen derzeit Fazenda-Gemeinschaften in Europa, um von der Hoffnung zu erzählen, die sie auf der Fazenda kennen gelernt haben. Am Mittwoch waren sie auf ihrer Reise zu Gast in Paderborn.

Weihbischof Matthias König, Bischofsvikar für die Aufgaben der Weltkirche und Weltmission, hat den Tag mit den jungen Erwachsenen verbracht und am Abend gemeinsam Gottesdienst in der Universitäts- und Marktkirche gefeiert, der von der internationalen Musikgruppe Gen Rosso begleitet wurde. „Wer bis jetzt noch nicht weiß, was katholisch ist, wird es nach diesem Gottesdienst wissen“, sagte Weihbischof König zur Begrüßung. „Denn katholisch bedeutet weltumfassend und weltumfassend wird dieser Gottesdienst mit unseren internationalen Gästen heute sein.“

Gegründet wurden die Fazendas unter anderem von Nelson Giovanelli Rosendo dos Santos und Pfarrer Hans Stapel, die ebenfalls in Paderborn mit dabei waren. „Viele junge Menschen suchen ihr Glück in Drogen und wissen nicht, wie sie von ihrer Abhängigkeit loskommen können. Es braucht etwas, das besser, stärker als die Droge ist, um auf sie verzichten zu können“, berichtete Pfarrer Hans Stapel, der aus dem Erzbistum Paderborn stammt. „In Europa fehlt es den Jugendlichen oft an der Überzeugung, dass es wirklich möglich ist, ohne Drogen ein erfülltes Leben leben zu können. Wir möchten mit unseren Besuchen in den europäischen Fazendas Mut machen, dass man es wirklich schaffen kann.“

Singende junge Menschen Eigens für die Tour durch Europa haben die jungen Erwachsenen der Fazenda ein Lied einstudiert, das von ihrer Geschichte handelt.pdp/ Lena ReiherEin Beispiel dafür, dass die Zeit auf der Fazenda das Leben umkrempeln kann, ist die 22-jährige Alejandra aus Argentinien, deren persönlicher Erfahrungsbericht die anstelle der Predigt stand. Ihre Eltern trennten sich früh, als sie 15 Jahre alt war, starb ihre Mutter, ihre Welt brach zusammen und sie gab sich selbst die Schuld dafür, dass ihre Familie auseinander gebrochen ist. Sie flüchtete sich in den Konsum von Marihuana und Kokain. Als irgendwann diese ihr auch kein Glücksgefühl mehr geben konnten, besuchte sie widerstrebend eine Fazenda in Argentinien und lernte dort zum ersten Mal in ihrem Leben Hilfsbereitschaft kennen. Aus dem Aufenthalt von einer Woche wurde schließlich ein Jahr, in welchem sie spürte, dass sie nicht allein auf der Welt ist und es mehr im Leben gibt, für das es sich zu leben lohnt.

Nach dem Besuch in Paderborn geht es für die Gemeinschaft nun weiter nach Münster, Berlin, Polen und Italien, um weitere Fazendas zu besuchen und mit ihren positiven Erfahrungen anderen jungen Menschen Mut zu machen.