„Geistliche Zentren entstehen auf geistlichem Weg“

Vernetzungstreffen „Geistliche Zentren und spirituelle Orte“ im Westfälischen Industrieklub Dortmund

Das Vernetzungstreffen im Westfälischen Industrieklub Dortmund fand große Resonanz. 100 Teilnehmende beschäftigten sich mit dem Thema \"Geistliche Zentren\".pdp/Ronald PfaffDortmund, 13. Mai 2017. Die Frage nach der Möglichkeit spirituellen Lebens vor Ort bewegte am Samstag 100 Frauen und Männer aus dem Erzbistum Paderborn dazu, in den Westfälischen Industrieklub Dortmund zu kommen. Dort fand ein Vernetzungstreffen zum Thema "Geistliche Zentren und spirituelle Orte" statt. Die Teilnehmer brachten viele Erfahrungen aus bereits existierenden oder gerade entstehenden Initiativen mit. Eine Vernetzung und einen Erfahrungsaustausch zu diesem Thema gab es bisher noch nicht in größerem Ausmaß und war ein wichtiges Ziel der Veranstalter. 

Eingeladen zu dem Treffen hatte das Team des Teilprojektes "Evangelisierung", einem Teilprojekt in der Bistumsentwicklung des Erzbistums. Der Aufbau und die Stärkung von geistlichen Zentren in den Pastoralen Räumen ist ein wichtiges Anliegen des Zukunftsbildes für das Erzbistum Paderborn. Das Zukunftsbild führt aus, dass geistliche Zentren verschiedenste Aspekte christlichen Lebens im Blick haben und sich sowohl an Getaufte als auch an "Anfänger im Glauben" wenden sollen. 

"Der Text des Zukunftsbildes sagt darüber hinaus aber wenig, was genau mit diesem Begriff gemeint ist", sagte Andrea Keinath, Leiterin des Teilprojektes Evangelisierung. Die Schärfung des Begriffs "geistliches Zentrum" war entsprechend ein weiteres Ziel des Vernetzungstreffens. Diskutiert wurde von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern die Frage, ob „geistliches Zentrum“ ein geeigneter Begriff sei und ob der institutionelle Eindruck, der damit geweckt werde, nicht eher abschrecke. „Der Begriff ist ein interner Arbeitstitel, der uns jetzt bei unserer konzeptionellen Arbeit hilft, die Dinge zuzuspitzen“, so Andrea Keinath. „Initiativen müssen sich nicht ‚geistliches Zentrum‘ nennen, das würde nur von Insidern verstanden.“ 

Zusammen mit Monsignore Martin Reinert und Maren Gödde aus dem Erzbischöflichen Generalvikariat Paderborn stellte Andrea Keinath erste Überlegungen für Qualitätsmerkmale geistlicher Zentren vor. „Anhand dieser Merkmale soll künftig entschieden werden, ob eine Initiative ein geistliches Zentrum ist oder nicht", sagte sie. "Zuerst wollen wir das Ergebnis unser Überlegungen aber mit Ihnen diskutieren“  

In Arbeitsgruppen beleuchteten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Vernetzungstreffen verschiedene Aspekte von \"Geistlichen Zentren\".pdp/Ronald PfaffAls wichtiges Kriterium wurde hervorgehoben, dass geistliche Zentren nur auf geistlichem Weg entstehen könnten und nicht allein aus eigener Kraft hervorgebracht würden. „In diesem Sinn sind Geistliche Zentren ein Werk des Heiligen Geistes in Kooperation mit Personen, Ideen, Orten und Gegebenheiten“, lautete eine zentrale Aussage. So genüge es zum Beispiel nicht, eine gerade leerstehende Immobilie zum Anlass zu nehmen, ein geistliches Zentrum zu begründen. Hinzukommen müsse das geistliche Hinhören auf das, was Gott wirken wolle und was die Menschen vor Ort bräuchten. Weitere Qualitätskriterien lauteten, dass geistliche Zentren durch ein aktives Zugehen auf Menschen sowie ein Hinausgehen in kirchenferne Milieus gekennzeichnet sein und Menschen mit Gott in Berührung bringen sowie den Armen dienen müssten.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erfuhren im Rahmen der Veranstaltung auch, dass geistliche Zentren zwar „von unten“ wachsen müssten, aber „von oben“, dem Erzbistum Paderborn also, gestützt und gefördert würden. Das genaue Verfahren bezüglich Antragstellung und Entscheidungswegen werde im Erzbischöflichen Generalvikariat gerade entwickelt. Das Team des Teilprojektes Evangelisierung stehe als Begleiter zur Verfügung, wenn eine Idee für ein geistliches Zentrum zur Reife gelange. Mit Blick auf die Tatsache, dass weitere 70 Personen gerne an dem Vernetzungstreffen teilgenommen hätten, aber an diesem Tag verhindert waren, wurden weitere Veranstaltungen zu diesem Thema nicht ausgeschlossen.

Das Vernetzungstreffen "Geistliche Zentren und spirituelle Orte“ war eine Veranstaltung auf dem Weg zum Diözesanen Forum am 29. und 30. September 2017. Dabei handelt es sich um eine Veranstaltungsreihe, mit der das Erzbistum alle Interessierten einlädt, wichtige Themen für die Entwicklung des Erzbistums kennenzulernen, darüber zu diskutieren und voranzubringen. Da am Diözesanen Forum selbst nur eine begrenzte Anzahl von Menschen teilnehmen kann, werden auch außerhalb des Forums wichtige Themen bewegt, die bei der weiteren Entwicklung des Erzbistums von Bedeutung sind. Das sind teilweise auch Themen, die im Zukunftsbild nur angedeutet sind oder beiläufig erwähnt werden