„Wie weit wollen wir gehen?“

Erzbischof Hans-Josef Becker zur „Woche für das Leben“ 2017 mit dem Leitwort „Kinderwunsch – Wunschkind – Designerbaby“

Das diesjährige Plakat der "Woche für das Leben"Initiative "Woche für das Leben"Paderborn, 26. April 2017. Mit einem ökumenischen Gottesdienst wird am kommenden Samstag, 29. April 2017, in der Martinskirche in Kassel die „Woche für das Leben“ 2017 eröffnet. Sie steht unter dem Leitwort „Kinderwunsch – Wunschkind – Designerbaby“. Bis zum 6. Mai stellt die gemeinsame Initiative von katholischer und evangelischer Kirche mit Veranstaltungen und verschiedenen Materialien insbesondere das Thema „unerfüllter Kinderwunsch“ bundesweit in den Mittelpunkt. Erzbischof Hans-Josef Becker betont in einer Stellungnahme vor dem Hintergrund der Reproduktionsmedizin den Schutz des ungeborenen Lebens.      

Trotz vieler medizinischer Möglichkeiten erfülle sich der Wunsch von Eltern nach einem Kind nicht immer und diese Situation lasse viele Fragen entstehen, stellt Erzbischof Becker fest. „Die Kirchen widmen sich diesem Thema, weil viele reproduktive Möglichkeiten mit großen ethischen Bedenken verbunden sind. Was auf der einen Seite dazu beiträgt, die Hoffnung auf ein eigenes Kind zu beflügeln, relativiert auf der anderen Seite oftmals grundlegende ethische Normen zum Schutz des menschlichen Lebens“, so der Paderborner Oberhirte. Beispiele hierfür seien die Auswahl und Aussortierung gezeugter Embryonen oder die weltweite Vermarktung von Eizell- und Samenspenden bis hin zur Leihmutterschaft.  

Die Frage, wie weit der Mensch in dieser Hinsicht zu gehen bereit sei, werde immer dringlicher, erläutert Erzbischof Becker. „Weil es um die Würde der gezeugten Embryonen als Menschenkinder von Anfang an geht, darf diese Frage nicht hinter vorgehaltener Hand beantwortet werden, sondern sie muss mit aller Offenheit in den gesellschaftlichen Raum gestellt werden. Denn es geht um Grundlegendes: um unser Menschenbild und damit um die Zukunft der Kinder“, macht der Paderborner Erzbischof deutlich und fährt fort: „Die katholische Kirche hat bereits 1987 betont, dass jedem Kind das Recht geschuldet ist, ‚vom ersten Augenblick seiner Empfängnis an als Person geachtet zu werden‘.“  

Er danke allen Menschen, die in Gesprächen auf diese grundlegende Wahrheit des menschlichen Lebens hinweisen und Paaren in damit verbunden Fragen beistehen, so der Paderborner Oberhirte. Sein Dank gelte ebenso allen Mitarbeitenden in den Beratungsstellen, die mit hilfesuchenden Paaren in einem vertrauensvollen Dialog stehen und die schwangere Mädchen und Frauen in vielfältigen Krisensituationen unterstützen. „Immer muss es darum gehen, den Eltern mit dem Kind Wege ins Leben zu eröffnen“, so Erzbischof Hans-Josef Becker zum Abschluss seiner Stellungnahme.  

Die „Woche für das Leben“ wird vom Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Reinhard Kardinal Marx, und vom Vorsitzenden des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Landesbischof Dr. Heinrich Bedford-Strohm, mit einem ökumenischen Gottesdienst in der Martinskirche in Kassel eröffnet. Auch Bischof Heinz Josef Algermissen (Bistum Fulda) und Bischof Martin Hein von der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck wirken im Gottesdienst mit.      

Medientipp: „Future Baby – Wie weit wollen wir gehen?“  
Der österreichische Dokumentarfilm von Regisseurin und Drehbuchautorin Maria Arlamovsky thematisiert die „Zukunft der menschlichen Fortpflanzung“. Er zeigt weltweit praktizierte biomedizinische Verfahren der Lebensweitergabe und lässt die Akteure persönlich zu Wort kommen. Die DVD kann im Institut für Religionspädagogik und Medienarbeit (IRUM Paderborn) ausgeliehen werden.      

Stichwort: „Woche für das Leben“  
Die „Woche für das Leben“ geht auf eine Initiative der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) und des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) zurück, die in besonderer Weise auf den „Schutz des ungeborenen Lebens“ (so auch das Motto der ersten „Woche für das Leben“ im Jahr 1991) aufmerksam machen wollten. Damit setzten sie den Beginn einer bis heute einzigartigen Initiative. 1994 schloss sich der Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland der Aktion an. Mittlerweile ist die Initiative ein Plädoyer für die Würde und den Schutz des menschlichen Lebens in all seinen Phasen. Kirchengemeinden, Einrichtungen und Verbände in 27 Bistümern und 24 evangelischen Landeskirchen nehmen an der „Woche für das Leben“ teil und machen sie damit bundesweit bekannt. (pdp-n-26.04.2017)      

www.woche-fuer-das-leben.de                       

DOWNLOAD: Vollständige Stellungnahme von Erzbischof Hans-Josef Becker            

DOWNLOAD: Themenheft zur "Woche für das Leben 2017"       