„Bist du für mich da? Kann ich dich erreichen?“

EFL-Jahresbericht 2016 im Zeichen von „Bindung“ und „Amoris Laetitia“

Der EFL-Jahresbericht 2016 hat als inhaltlichen Schwerpunkt das Thema „Bindung“. Paderborn, 20. April 2017. Offen zu sein für Menschen in Krisensituation – das ist das zentrale Anliegen der Katholischen Ehe-, Familien- und Lebensberatung im Erzbistum Paderborn (EFL). 3.660 Menschen haben im Jahr 2016 den Weg in die 22 EFL-Beratungsstellen im Erzbistum gefunden. Der jetzt erschienene EFL-Jahresbericht zeigt die Beratungstätigkeit in konkreten Zahlen: In insgesamt 16.436 Stunden Einzel- und Paarberatung leisteten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gelebte Seelsorge. Das Thema „Bindung“ bildet den inhaltlichen Schwerpunkt des Berichts.      

„Viele Verwundungen und Krisen entstehen, wenn wir aufhören, uns anzuschauen“ (Amoris Laetitia AL 128) – dieses Zitat aus dem Schreiben „Amoris Laetitia“ von Papst Franziskus steht im Vorwort des EFL-Jahresberichts. Es könnte programmatisch dafür stehen, was Ehe-, Familien- und Lebensberatung leisten möchte: das gegenseitige Anschauen von Menschen neu ermöglichen. Zitate aus dem Schreiben „Amoris Laetitia“, das Papst Franziskus im Jahr 2016 im Anschluss an die beiden Synoden zum Thema „Ehe und Familie“ veröffentlicht hat, sind wie eine Spur durch den Jahresbericht gelegt. Sie regen dazu an, „Amoris Laetitia“ (Die Freude der Liebe) selber zu lesen – dem Schreiben ist deshalb ein eigener Beitrag im Heft gewidmet.  

Ein weiterer roter Faden im EFL-Jahresbericht sind Motive von Tauen, Seilen und Verankerungen. Sie verbildlichen das Schwerpunktthema „Bindung“, das durch Artikel aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet wird, gleichsam als „Anker“ des Berichts. Buchautor und Kolumnist Oskar Holzberg schreibt beispielsweise darüber, dass Bindung der zentrale Aspekt bei jedem Paargeschehen ist: „Bist du für mich da? Kann ich dich erreichen?“ werden hier als grundlegende Fragen an den Partner vorgestellt. Eine Klientin berichtet darüber, was Paarseminare für sie bedeuten. Ein Paar zwischen Bindungswunsch und Bindungsangst steht im Mittelpunkt eines weiteren Beitrags. 

„Bindung und das damit zusammenhängende Sicherheitserleben sind grundlegende menschliche Motive. Die emotionale Ansprechbarkeit des Partners für die eigenen Bedürfnisse gibt Sicherheit und Nähe, bildet den sicheren Hafen“, erklärt Christiane Beel, Leiterin der EFL-Beratung im Erzbistum Paderborn im Vorwort des Berichts.  

Wie wird man eigentlich Eheberater? Auch auf diese Frage bietet der Jahresbericht Antworten, ebenso wie Informationen zum noch jungen Masterstudiengang „Master of Counseling“. Wer statt der persönlichen Beratung zunächst erstmal die Online-Beratung ausprobieren möchte, findet im EFL-Jahresbericht 2016 wertvolle Hinweise dazu. Grundlegende Informationen und Kontaktdaten zu den 22 Beratungsstellen im Erzbistum Paderborn liefert der Bericht ebenso wie die Möglichkeit, auf „Pinnwänden“ nach Veranstaltungs- oder Terminhinweisen zu stöbern.      

Hintergrund: Katholische Ehe-, Familien- und Lebensberatung  
Die Katholische Ehe-, Familien- und Lebensberatung (EFL) ist eine Einrichtung des Erzbistums Paderborn, die in 22 Beratungsstellen im ganzen Erzbistum Rat suchenden Menschen nahe ist. Die EFL versteht sich als pastoraler Dienst der Kirche und bietet als psychologischer Fachdienst Unterstützung für alle Familienformen. Sie steht allen Menschen offen, die in persönlichen und familiären Anliegen in eine Krise geraten sind. Aus dem Kontext dieser Perspektive ergibt sich eine enge Vernetzung mit den vielfältigen Einrichtungen der Seelsorge und der Pastoral im Erzbistum Paderborn.  

Die ersten Beratungsstellen wurden 1954 in Paderborn, 1957 in Dortmund, 1965 in Hagen, 1971 in Meschede und Hamm und 1972 in Siegen gegründet. Ein erster Weiterbildungskurs startete 1966. Seit 1974 beschäftigt das Erzbistum Paderborn speziell ausgebildete hauptamtliche Mitarbeiter für die Beratungsaufgabe, die zuvor von Pfarrern und Ehrenamtlichen getragen wurde. 

 www.paderborn.efl-beratung.de