Neuer Kreuzweg bleibt zeitgemäß

Weihbischof Dr. Dominicus Meier OSB weiht 14 Stationen des Kreuzweges auf dem Gelände der Landesgartenschau ein

Die neuen Kreuzweg-Stationen führen über das Gelände Teil der Landesgartenschau in Bad Lippspringe.pdp/Ronald Pfaff Paderborn, 17. April 2017. „Das neue Angebot ist die Chance, dass wir präsent sein können mitten im Leben und bei den Menschen“, freut sich Pastoralverbundsleiter Pfarrer Georg Kersting über die Eröffnung des neuen Kreuzweges auf dem Gelände der Landesgartenschau in Bad Lippspringe. Ostermontag sind die 14 Stationen in der Nähe der Friedenskapelle im Kurwald feierlich von Weihbischof Dr. Dominicus Meier OSB eingeweiht worden.

Der interreligiöse Glaubensgarten auf dem Gelände der in der letzten Woche eröffneten Landesgartenschau in Bad Lippspringe hat seit Ostermontag mit dem Kreuzweg ein neues Angebot. Die Motive seien ausdrucksstark, lobte Pfarrer Kersting Hobbykünstler Hans Heinemann, der die Unikate des Kreuzwegs erstellt hat. Die Motive wurden mittels Laserschneidtechnik aus Stahlplatten herausgearbeitet und haben das einheitliche Format von 150 mal 35 Zentimeter. Ein Kreuzweg, der sich als Angebot verstehe, nicht aufdringlich sein solle, sondern zurückhaltend, hob Pfarrer Georg Kersting weiter hervor und dankte der Stadt Bad Lippspringe und der Landesgartenschau für die Unterstützung.

Die Einweihung des neues Kreuzweges durch Weihbischof Dominicus auf der Landesgartenschau in Bad Lippspringe fand viel Resonanz.pdp/Ronald Pfaff Nach einer Andacht mit dem Paderborner Weihbischof Dominicus, Pfarrer Georg Kersting und Pastor Dr. Marc Retterath an der Friedenskapelle machten sich die Gläubigen auf, um gemeinsam den Kreuzweg zu beschreiten, der auch nach der Landesgartenschau bestehen wird. Jede Station wurde von Weihbischof Dominicus eingeweiht, an vier der 14 Stationen wurde gemeinsam gebetet und Fürbitte gehalten.

Weihbischof Dominicus und Pastor Dr. Marc Retterath bei der Einweihung des Kreuzwegs.pdp/Ronald Pfaff Ob das Beten des Kreuzweges noch zeitgemäß sei, hatten Freunde Weihbischof Dominicus im Vorfeld gefragt. Eine kritische Frage, die er nicht verwerfen, sondern beantworten wolle. Die Botschaft, die Christus verkünde, sei eine frohmachende Botschaft auch in einer modernen und aufgeklärten Welt. „Auch heute gibt es Kreuzwege in der Welt. Aber auch die Botschaft, dass es Gott gibt, der mitgeht.“ Seine Macht liege in der Schwachheit und im Dienen. Kranke, Alte oder Menschen, die eine Last tragen, seien nicht einfach ins Abseits der Gesellschaft zu schieben.

„Ein Kreuzweg zeigt, wo Gott zu finden ist und an wessen Seite er steht“, so Weihbischof Dominicus: „Deshalb ist die Ausgangsfrage klar zu beantworten: Ein Kreuzweg ist noch zeitgemäß und notwendiger denn je. Es ist der Appell, die Würde des Menschen zu schätzen. Gott ist an der Seite der Menschen. Diskriminierung, Bedrohung und Tod sind nicht das letzte Wort, sondern Jesus.“

Abordnungen der Kolpingsfamilien aus der Nähe und der Landjugend sowie der  Posaunenchor der Evangelischen Kirchengemeinde Bad Lippspringe begleiteten die Einweihung des Kreuzwegs, die aber auch viele Gläubige anlockte. Mathias Nürnberger, Vorsitzender der Kolpingsfamilie Bad Lippspringe, war von der Resonanz positiv überrascht. Aus der Passion trug Markus Hottgenrot, ehemals Theologie-Student und jetzt Schauspieler u.a. am Landestheater Detmold, eindrucksvoll vor.

 

Die Motive des neuen Kreuzwegs in Bad Lippspringe stammen vom Hobbykünstler Hans Heinemann.pdp/Ronald Pfaff Hintergrund Friedenskapelle:
Auf Initiative der Kolpingsfamilie Bad Lippspringe konnte vor genau 30 Jahren im Jahr 1987 am 26. September nach ca. 3 jähriger Bauzeit die Friedenskapelle als Ort der Stille, des Gebets, der Meditation und der Begegnung vom damaligen Erzbischof Dr. Johannes Joachim Degenhardt eingeweiht werden. Seitdem ist das kleine Gotteshaus, auch Bruder Klaus Kapelle genannt, für viele Gäste aus nah und fern zu einem Anziehungspunkt der besonderen Art geworden. Verehrt werden an der Kapelle die Gottesmutter Maria, der heilige Nikolaus von Fluee, der im 15. Jhd. als angesehener Staatsbürger, Ratsherr und Bürgermeister, dann als Gott suchender Einsiedler sich unermüdlich in seinem Land, der Schweiz, für den Frieden eingesetzt hat, und der selige Adolf Kolping, ein großer Priester und Sozialreformer im 19. Jhd. Die Friedenskapelle wurde vom Architekten Rolf Böhme aus Bad Lippspringe entworfen. Die Friedenskapelle wird getragen und unterhalten vom „Bauverein zur Errichtung und Unterhaltung der Friedenskapelle im Kurwald zu Bad Lippspringe e.V.“