„Da kommen wir zu den wirklich innovativen Dingen”

Bild: Mann zeigt App im Smartphone Eine App, die die technischen Möglichkeiten des Smartphones voll ausnutzt: Pressesprecher Ägidius Engel mit der neuen Erzbistum Paderborn Apppdp / Lena Reiher Paderborn, 6. April 2017. Die Diözese Paderborn hat am Donnerstag die offizielle App des Erzbistums freigeschaltet und der Öffentlichkeit vorgestellt. Neben interessanten Nachrichtenfunktionen wird die mobile Anwendungssoftware, welche für Android- und IOS-Geräte programmiert wurde, Informationen zum kirchlichen Leben des Erzbistums bereitstellen. Dabei sind die besonderen Handy-Funktionen wie Kamera, Gyrosensor und GPS mitbedacht worden. Für User ist die App kostenlos downloadbar. Im Gespräch erläutert Pressesprecher Ägidius Engel die Funktionen der Software.

Herr Engel, warum können Sie mächtig stolz sein auf Ihre neue Erzbistum Paderborn App?

Das bin ich in der Tat. Im Augenblick zähle ich unsere mobile Anwendungssoftware zu den bundesweit innovativsten diözesanen Anwendungen. Das liegt zum einen an der technischen Aufbereitung und Realisierung der App, darüber hinaus aber auch am Konzept. Wir sind überzeugt: Die Benchmark ist gesetzt.

Das Menü wirkt edel und ist zugleich bunt. Wie kam es dazu?

Wir haben uns hinsichtlich des Corporate Design an den Farben unseres Zukunftsbildes orientiert. Eine Marke braucht Wiedererkennbarkeit. Die App sollte leicht bedienbar, aber auch erweiterbar sein. So haben wir jetzt eine Menüführung, die scrollbar ist und sich zugleich, wie bei einem Dateimanager, in Ordner und Verzeichnisse weiter verzweigen lässt. Ein Ausblick: Wenn Erweiterungen folgen, wird die App zunehmend noch informativer.

Wie lassen sich die Nachrichtenfunktionen charakterisieren?

Ich möchte sagen: Sie sind solide, bergen aber auch Überraschungen. Natürlich informieren wir in der App durch unsere klassischen Meldungen aus der Pressestelle. Anwählbar sind aber auch die Texte der Pastoral- und Schulabteilung und auch Nachrichten aus den Dekanaten. Da bekommt die Diözese schon eine Weite und auch ein, ich nenne das einmal „Nachrichtengesicht“. Die Videos zähle ich hier auch dazu.

Aber all das findet sich doch auch auf der Homepage des Erzbistums?

Richtig. Doch zwei Merkmale sind hier neu. Der bekannte und von unseren Usern gut genutzte Pressespiegel, ein Scan der im Internet verfügbaren Zeitungsmeldungen zu Kirchenthemen, steht in der App mit zehn statt fünf Meldungen zur Verfügung und ist zusätzlich mit Bildern abrufbar.

Und was ist das zweite Merkmal, von dem Sie sprachen?

Das ist das KNA-Angebot – auf das wir besonders stolz sein können. Denn die Nachrichtenfunktion mit ausgesuchten Beiträgen der katholischen Nachrichtenagentur ist absolut neu und gemeinsam mit der KNA entwickelt worden. Ausgehend von der Idee der Meldungsticker haben wir mit den Technikern der KNA Ortsmarken, bspw. Erzbistum Paderborn, Kirche in NRW, überdiözesane katholische Nachrichten und ähnliches technisch ausspielbar aufbereitet und bieten diese sogar in Echtzeit tagesaktuell an.

Welche weiteren Add-ons bietet die App?

Selbstverständlich können wir von der Pressestelle auch Push-Meldungen versenden. Das ist heute state of the art. Wenn es zum Beispiel einen neuen Weihbischof zu vermelden gibt, wird gepusht.

Jetzt haben wir über die Nachrichtenwelt gesprochen. Viele Apps liefern nur diese Funktionen. Was verbirgt sich bei Ihnen hinter der Kategorie „Orte in der Nähe“?

Da kommen wir zu den wirklich innovativen Dingen. Bislang haben wir über den Bereich „Orte in der Nähe“ drei Kategorien als Datenbanken hinterlegt. Unsere Kindertageseinrichtungen, moderne Pilgerwege und Kirchenpanoramen. Wenn Sie für eine Suche die Kamerafunktion Ihres Handys einschalten, zeigt Ihnen das System die oben genannten kirchlichen Angebote in Ihrer Nähe. Und Sie können sich dann auch gleich über Google Maps den Weg dorthin zeigen und berechnen lassen. Langfristig wollen wir gerade hier erweitern und beispielsweise das nächst gelegene Kirchengebäude anzeigen lassen und den Weg dorthin. Uns ist wichtig, dass wir hier unsere bistumseigenen Datenbanken verwenden und wir nicht abhängig sind von den Algorithmen der kommerziellen Anbieter, die wer weiß was einblenden.

Können Sie das Innovative daran noch einmal veranschaulichen?

Das geht gut mit einem Beispiel. Die junge Familie mit kleinem Kind wird vielleicht in Zukunft beim Einkauf fragen: „Gibt es hier in der Nähe Betreuungsangebote für mein Kind?“. Oder man sieht ein Kirchengebäude und möchte Informationen. Dann schaltet man das Handy ein und findet dank Kamera- und Around-me-Funktion die kirchlichen Angebote.

Sie sprachen vorhin auch von den Kirchenpanoramen? Wie sieht es mit diesen aus?

Wir haben über 120 Kirchenpanoramen mit 360-Grad-Ansicht im Netz. Speziell für die App wurden die Daten neu gestitched, das heißt neu „vernäht“. So kann der Anwender jetzt auch über eine Virtual Reality-Brille einen „Augenspaziergang“ durch unsere Kirchengebäude vornehmen. Auch hier wurde auf Zukunftsfähigkeit geachtet. Unsere Panoramen sind mit einem CMS hinterlegt, so dass wir langfristig Informationen, Bilder oder Erklärvideos einbauen können.

In Zukunft braucht also keiner mehr Sorge haben zu wissen, zu welcher Gemeinde er gehört?

Richtig. Ich hoffe natürlich, dass der Kontakt möglichst konkret und face-to-face verläuft. Aber nach einem Umzug brauche ich nur meine Anschrift in die Gemeindesuche der App eintippen und die notwendigen Kontaktdaten zur Kirchengemeinde werden dann angezeigt. Jetzt muss ich nur noch hingehen. Möglichst in echt. Alles bieten wir nicht virtuell an. Keine Technik kann pastorale Nähe und lebendige Begegnung ersetzen. Die App ist ein Medium – aber wir freuen uns darauf!