„Betende, gütige und im Glauben tapfere Menschen“

Erzbischof Hans-Josef Becker weiht drei Männer zu Ständigen Diakonen

Durch Handauflegung und Gebet spendete Erzbischof Hans-Josef Becker drei Männern die Diakonenweihe. Hier spendet er die Weihe Stephan Wehrmann, zuvor hatte Dr. Rainer Löb und Carsten Schindler das Weihesakrament empfangen.pdp / Thomas Throenle Paderborn, 1. April 2017. Erzbischof Hans-Josef Becker spendete am Samstag drei Männern aus dem Erzbistum Paderborn durch Handauflegung und Gebet im Hohen Dom zu Paderborn die Diakonenweihe. Als Ständige Diakone werden sie mit der Seelsorge im Pastoralverbund oder Pastoralen Raum ihrer Heimatgemeinde beauftragt. Der Name „Diakon“ bedeute „Diener“ oder „Knecht“ und sei damit schon selbst das Programm für das, was ein Diakon sein und tun solle, erläuterte Erzbischof Becker in seiner Predigt. „Im Dienst Christi und der Kirche ist aber ein solcher Dienender nicht ein entfremdeter Mensch, vielmehr jemand, der in Freiheit, in Liebe und so in großartiger Würde dient.“      

Die Weihe zum Diakon sei nicht wie eine Funktion, die für eine gewisse Zeit übertragen werde, nicht eine Aufgabe wie ein politisches Mandat oder eine Vollmacht einer weltlichen Vereinigung, führte der Paderborner Erzbischof in seiner Predigt weiter aus. „Die Diakonenweihe ist ein Sakrament. Sie ist ein heiliges Zeichen, das Ihnen die Kirche im Namen und in der Vollmacht Jesu Christi für immer einprägt. Ein Prägemal, das Ihr künftiges Leben inspirieren und gestalten soll“, ermutigte Erzbischof Becker die Weihekandidaten. Der Dienst des Diakons inmitten der Kirche und in der ganzen Gesellschaft sei sowohl ein Dienst als „soziale Diakonie“ als auch ein Dienst an der Verkündigung des Evangeliums im Rahmen der heiligen Liturgie. Dabei bedeute „soziale Diakonie“ Aufmerksamkeit für Menschen, die leibliche oder seelische Hilfe benötigen.  

Zu Beginn der Weiheliturgie versprachen die Weihekandidaten dem Erzbischof und seinen Nachfolgern Ehrfurcht und Gehorsam. Hier legt Carsten Schindler seine Hände in die Hände von Erzbischof Hans-Josef Becker.pdp / Thomas Throenle Zum Abschluss seiner Predigt sagte Erzbischof Becker zu den Weihekandidaten: „Gerade in unserer Zeit brauchen wir Priester und Diakone, die in deutlicher Zeichenhaftigkeit das leben und entfalten, was ihnen unverwechselbar anvertraut ist. Es geht um Priester und Diakone, die von innen her leuchten, weil sie betende und gütige und auch im Glauben tapfere Menschen sind.“  

Im feierlichen Gottesdienst wurden die drei Diakonatsweihekandidaten aus dem Erzbistum Paderborn durch Diakon Theo Breul aus Paderborn mit Namen aufgerufen, sie traten vor Erzbischof Hans-Josef Becker und erklärten mit den Worten „Hier bin ich!“ ihre Bereitschaft zur Weihe. Dann bat der Bischöfliche Beauftragte für den Ständigen Diakonat, Prälat Hans Dieter Michel, den Paderborner Erzbischof im Namen der Kirche, den Männern die Diakonenweihe zu spenden. Erzbischof Becker sagte: „Mit dem Beistand unseres Herrn und Gottes Jesus Christus, des Erlösers, erwählen wir diese unsere Brüder zu Diakonen“. Die versammelte Gemeinde bekundete danach ihre Zustimmung zur Erwählung der Diakone mit den Worten „Dank sei Gott, dem Herrn.“  

Bevor Erzbischof Hans-Josef Becker ihnen durch Handauflegung und Gebet die Diakonenweihe spendete, knieten die drei Männer auf den Stufen zum Altarraum des Hohen Domes. V.l.n.r.: Dr. Rainer Löb, Carsten Schindler, Stephan Wehrmann.pdp / Thomas Throenle Zu Beginn der Weiheliturgie sang die Gottesdienstgemeinschaft das Lied „Komm, Heilger Geist, der Leben schafft …“ und rief damit den Heiligen Geist um seinen Beistand an. Dann wurden die Weihekandidaten von Erzbischof Hans-Josef Becker nach ihrer Bereitschaft zum diakonalen Dienst und zum Gehorsam gegenüber den Weisungen der Kirche befragt. Jeder Kandidat erklärte seine Bereitschaft, sich zum Diakon weihen zu lassen, in Gemeinschaft mit dem Bischof und den Priestern dem Volk Gottes zu dienen, den Glauben in Wort und Tat zu verkünden, das Stundengebet zu feiern, den Bedürftigen zu helfen und sein Leben in der Nachfolge Jesu Christi zu gestalten. Danach traten sie einzeln vor den Erzbischof und versprachen ihm und seinen Nachfolgern Ehrfurcht und Gehorsam. Dazu knieten sie vor dem Erzbischof nieder und legten ihre Hände in die Hände des Erzbischofs. Im anschließenden Gebet der Gemeinde wurden die Heiligen der Kirche um Beistand angerufen. Hierzu kniete die Gemeinde, die Weihekandidaten legten sich als Zeichen der Hingabe im Altarraum ausgestreckt auf den Boden. Durch Auflegen der Hände und sein Gebet spendete Erzbischof Hans-Josef Becker im Anschluss die Weihe.  

Erzbischof Hans-Josef Becker überreichte den zuvor geweihten Diakonen das Evangelienbuch als Zeichen, das Evangelium Jesu Christi zu verkünden und zu leben. Hier empfängt Diakon Dr. Rainer Löb das Evangelienbuch.pdp / Thomas Throenle Die neuen Diakone erhielten aus den Händen ihrer Heimatpfarrer die Stola, die als Zeichen des diakonalen Amtes während der Liturgie getragen wird, sowie das liturgische Gewand des Diakons, die Dalmatik. Schließlich überreichte Erzbischof Hans-Josef Becker jedem einzelnen Diakon symbolisch das Evangelienbuch mit den Worten: „Empfange das Evangelium Christi: Zu seiner Verkündigung bist du bestellt. Was du liest, ergreife im Glauben; was du glaubst, das verkünde, und was du verkündest, erfülle im Leben.“ Als Zeichen der besonderen Verbundenheit und Gemeinschaft tauschte Erzbischof Becker mit jedem neugeweihten Diakon den Friedensgruß. Im Anschluss tauschten auch alle anwesenden Diakone mit den Neugeweihten den Friedensgruß als Zeichen der Gemeinschaft im Dienstamt.  

An die Weiheliturgie schloss sich die Eucharistiefeier an. Dabei bereiteten zwei der zuvor geweihten Diakone, Diakon Carsten Schindler und Diakon Stephan Wehrmann, den Altar und nahmen die Gaben für die Feier der Eucharistie in Empfang. Zu Beginn des Gottesdienstes hatte Erzbischof Becker die zahlreichen Gottesdienstbesucher im Hohen Dom zu Paderborn begrüßt, insbesondere die Ehefrauen, Verwandten, Freunde und Mitglieder der Heimatgemeinden der Weihekandidaten. „Die Kirche von Paderborn hat heute Grund zur Freude und Dankbarkeit. Gott ruft und beruft und wir dürfen heute drei Männer zu einem besonderen Dienst der Nachfolge unseres Herrn Jesus Christus weihen.“  

Als Zeichen der besonderen Verbundenheit und Gemeinschaft tauschte Erzbischof Becker mit jedem neu geweihten Diakon den Friedensgruß, hier mit Diakon Dr. Rainer Löb.pdp / Thomas Throenle Erzbischof Hans-Josef Becker spendete drei Männern am Samstag im Hohen Dom zu Paderborn die Diakonenweihe:  

Diakon Dr. med. Rainer Löb aus der Kirchengemeinde St. Franziskus von Assisi in Hamm. Dr. Löb wurde 1965 geboren, ist seit 1999 verheiratet und hat einen Sohn. Er ist tätig als Ärztlicher Direktor der St. Barbara-Klinik Hamm-Heessen und des St. Josef-Krankenhauses Hamm-Bockum-Hövel. In der Kirchengemeinde engagiert er sich als Lektor und Kommunionhelfer, ebenso ist er in der Erstkommunion- und Firmvorbereitung sowie in einem Liturgiekreis tätig. Darüber hinaus setzt er sich beim Malteser Hilfsdienst ein, engagiert sich dort ehrenamtlich als Bundesarzt und begleitet als Ärztlicher Leiter unter anderem deren Romwallfahrten.

Diakon Carsten Schindler aus der Kirchengemeinde St. Marien in Fröndenberg. Schindler wurde 1973 geboren, ist verheiratet und ist Vater von zwei Kindern. Er ist tätig als leitender Angestellter. Schindler engagiert sich in der Kirchengemeinde als Lektor und Kommunionhelfer, unterstützt die Erstkommunion- und Firmvorbereitung und leitet die Messdiener für St. Marien, Herz-Jesu und St. Josef. Darüber hinaus hat er die Taufbegleitung für den Pastoralverbund Fröndenberg gegründet und konzeptioniert.

Diakon Stephan Wehrmann aus der Kirchengemeinde St. Katharina in Unna. Wehrmann wurde 1962 geboren, ist seit 1989 verheiratet und Vater zweier Kinder. Er arbeitet als Technischer Leiter und engagiert sich in der Kirchengemeinde im Gemeindeausschuss, als Lektor und Kommunionhelfer sowie im Kolpingvorstand als Geistlicher Leiter.

Nach dem feierlichen Gottesdienst stellten sich die neu geweihten Diakone gemeinsam mit Erzbischof Hans-Josef Becker zum Gruppenfoto auf. V.l.n.r.: Diakon Theo Breul, Diakon Stephan Wehrmann, Diakon Dr. Rainer Löb, Generalvikar Alfons Hardt, Erzbischof Hans-Josef Becker, Diakon Carsten Schindler, Pastor Werner Beule, Prälat Hans Dieter Michel.pdp / Thomas Throenle Dekanatskirchenmusiker Sebastian Freitag spielte die Orgel im Hohen Dom, Kirchenmusikerin Angelika Hillebrand (St. Katharina Unna) wirkte als Kantorin, der Chor „Cantus Hammona“ der Städtischen Musikschule Hamm unter Leitung von Tjark Baumann gestaltete die Liturgie musikalisch mit. Den Ministrantendienst im feierlichen Gottesdienst übernahmen Messdiener aus den Heimatgemeinden der Weihekandidaten. Im Anschluss an die Weiheliturgie und Eucharistiefeier im Paderborner Dom fand im Foyer des Konrad-Martin-Hauses ein Empfang statt. Hier hatten die zahlreich anwesenden Familienmitglieder, Freunde und die Mitglieder der Herkunfts-Kirchengemeinden die Gelegenheit, den zuvor geweihten Diakonen zu gratulieren.  

Stichwort: Diakon

Das Wort Diakon leitet sich vom griechischen Wort diakonos ab und bedeutet „Diener“, „Helfer“. Ein Diakon ist gesandt zur besonderen Nachfolge Christi. Innerhalb der Kirche bekleidet er ein geistliches Amt, den Diakonat. Seine Aufgaben beschränken sich aber nicht auf den Gottesdienst (leiturgia – Liturgie), vielmehr umfassen sie auch die Verkündigung (martyria – Zeugnis) und den „Dienst am Nächsten“ (diakonia – Diakonie / Caritas) und damit alle drei Grundvollzüge der Kirche. Für einen Diakon ist der „Dienst am Nächsten“ wesentlich, er ist insbesondere dazu aufgerufen, zu den Armen und Kranken, den „Menschen am Rande“ zu gehen. Die von einem Bischof gespendete sakramentale Weihe zum Diakon ist ein Element des dreigliedrigen Weihesakraments (Diakon – Priester – Bischof), dadurch ist der Diakon in die Gemeinschaft der Geistlichen, den Klerus, eingegliedert.

Diakone assistieren dem Priester bei der Feier der Eucharistie, verkünden dabei das Evangelium und dürfen predigen. Sie können das Sakrament der Taufe spenden, bei der kirchlichen Eheschließung assistieren, Beerdigungen leiten, Wortgottesdienste feiern und die Kommunion spenden. Die Feier der Eucharistie bleibt den Priestern vorbehalten, ebenso wie die Spendung des Sakramentes der Krankensalbung und des Bußsakramentes.

Verheiratete Männer, die 35 Jahre und älter sind, können nach einer entsprechenden Ausbildung und mit Zustimmung ihrer Ehefrau zum Diakon geweiht werden, um als Ständiger Diakon eingesetzt zu werden. Ständige Diakone üben in der Regel zusätzlich zum Seelsorgedienst einen bürgerlichen Beruf aus. Wer ein Zölibatsversprechen ablegt, kann die Diakonenweihe bereits mit 25 Jahren empfangen. Auch Priesteramtskandidaten werden zunächst zum Diakon und dann zum Priester geweiht.

Bei von einem Diakon geleiteten liturgischen Feiern trägt der Diakon als Amtszeichen die Diakonenstola über dem Chorgewand oder der Albe. Die liturgische Kleidung des Diakons bei der Assistenz in der Eucharistiefeier ist die Dalmatik, die wie das priesterliche Messgewand über Albe und Stola getragen wird.