Welveraner Modell begleitet Priester aus Indien im Erzbistum

(v.l.n.r.) Tobias Schulte, Pater Antony Ocarm, Pastor André Aßheuer, Pater Sabu Ocarm, Bischof Josef Karrikassery, Generalvikar Jacoby, Kanzler Francisco, Provincial Pater Sunil OSJ, Pater Varghese OSJ)privatPaderborn / Welver, 21. März 2017. Dass das Welveraner Modell zur Vorbereitung von indischen Priestern auf den Dienst im Erzbistum Paderborn keine Einbahnstraße ist, zeigte jetzt Pastor André Aßheuer mit einem Besuch im Bundesstaat Kerala. Der Beauftragte für die Einführung der aus Indien stammenden Seelsorger im Erzbistum folgte nun im vierten Jahr seiner Arbeit zahlreichen Einladungen nach Indien. „Die Fahrt war wichtig, um die Mentalität des Landes zu erleben und neu entstandene Kontakte zu festigen“, zieht Pastor Aßheuer ein positives Fazit.  

Auf den priesterlichen Dienst im Erzbistum Paderborn bereitet Aßheuer momentan den Oblatenpater Nelson, den Karmeliten Shijo und den Diözesanpriester Joby vor. Laut Aßheuer können diese im Sommer in unterschiedlichen Pfarreien arbeiten. Dann haben sie ganz individuell acht bis zehn Monate lang Sprachkurse und die Ausbildung in Welver absolviert.  

Mit den Ansprechpartnern der drei aus Indien stammenden Seelsorger, die momentan in Welver sind, hat sich Aßheuer in Indien getroffen. So haben ihn Bischof Josef Karrikesseri von Kottapuram sowie die Ordensgeistlichen der Karmeliten und Oblaten empfangen. „Wir haben uns über Schwierigkeiten und Chancen des Welveraner Modells ausgetauscht“, berichtet Pastor Aßheuer. Diese Absprachen über den kurzen Dienstweg sollten in Zukunft weiter ausgebaut werden.  

Zusätzlich zu den genannten Partnern arbeitet das Erzbistum Paderborn ebenfalls mit dem syro-malabarischen Erzbistum Trichur und dem Orden der Missionare des Hl. Thomas (MST) zusammen. „Für uns ist es wichtig, Priester nicht von vielen, sondern von ausgewählten und uns gut bekannten Orden oder Bistümern zu nehmen“, erklärt Monsignore Andreas Kurte das Motiv der von ihm geleiteten Zentralabteilung Pastorales Personal im Erzbischöflichen Generalvikariat.  

Und von diesen festen Ansprechpartnern in Indien stehen bereits die nächsten Priester in den Startlöchern, um nach Deutschland zu kommen: Die Patres Tony und Sobi der Karmeliten, Sabu Pius der Karmeliten sowie Geo der Oblaten.  

Trotz der bisherigen Strukturen, die sich über vier Jahre geformt und gefestigt haben, haben Pastor Aßheuer und die Pfarrei St. Maria in Welver immer neue Ideen, das Modell zu bereichern. „In Indien habe ich mit Bischof Josef Karrikesseri abgeklärt, dass ab Mai drei indische Priesteranwärter für ein Praktikum nach Welver kommen. Da im Theologiestudium ein soziales Praktikum vorgesehen ist, können sie dies durch das Programm ‚Missionare auf Zeit‘ des Erzbistums Paderborn auch in Welver durchlaufen“, erklärt Pastor Aßheuer. Drei Familien der Pfarrei St. Maria nehmen die Studenten in der Zeit bei sich auf.  

Text: Tobias Schulte