Möglichkeiten der Kooperation mit Chaldäern

Gespräch zwischen Vertretern der chaldäisch-katholischen Kirche und der römisch-katholischen Kirche: Weihbischof Dr. Dominicus Meier OSB, Bischof Saad Sirop, Pfarrer Raad Sharafan.pdpPaderborn, 20. März 2017. Die chaldäisch-katholische Kirche ist eine mit Rom unierte Ostkirche mit ostsyrischem Ritus, sie steht in voller Kirchengemeinschaft mit dem Papst in Rom. Bischof Saad Sirop, der nach der Wahl der chaldäischen Synode im November 2016 von Papst Franziskus zum Apostolischen Visitator der Chaldäer für Europa ernannt wurde, traf sich jetzt mit Weihbischof Dr. Dominicus Meier OSB als Beauftragtem der Deutschen Bischofskonferenz für die Gläubigen der mit Rom verbundenen Ostkirchen. Im Gespräch informierte sich Weihbischof Dominicus über die Situation der Chaldäischen Gemeinden und es wurden Möglichkeiten der Unterstützung und Kooperation erörtert. Bischof Saad Sirop wurde begleitet von Pfarrer Raad Sharafan aus Essen.      

Der 1972 in Bagdad geborene Bischof Saad Sirop war bis zu seiner Ernennung zum Apostolischen Visitator der Chaldäer für Europa Weihbischof in seiner Geburtsstadt. Nun besucht er die chaldäischen Gemeinden in Europa. Er geht davon aus, dass heute rund eine halbe Million chaldäischer Christen in der Diaspora leben, vorwiegend in den Vereinigten Staaten, Südamerika und Europa. Im Ursprungsland der Chaldäer, im Irak, leben hingegen aufgrund der Verfolgung und Vertreibung durch den Islamischen Staat wohl mittlerweile weniger als 300.000 Christen. Kleine Gemeinschaften existieren im Iran, in Syrien, Israel und Ägypten.  

In Deutschland leben zwischen 17.000 und 18.000 chaldäische Christen, größere assyro-chaldäische Migrationsgemeinden gäbe es in Schweden (25.000 bis 30.000 chaldäische Christen) und in Frankreich (12.000 bis 14.000 chaldäische Christen). Im Gespräch von Weihbischof Dr. Dominicus Meier OSB mit Bischof Saad Sirop wurde deutlich, dass es zwischen den chaldäisch-katholischen Gemeinden und den römisch-katholischen Gemeinden eine gelebte Kooperation in Deutschland gebe, indem beispielsweise lateinische Gemeinden den Chaldäern in ihren Gotteshäusern ein Gastrecht zur Zelebration von Gottesdiensten gewährten. Zugleich wurde vereinbart, gemeinsam weiterhin nach Kirchen oder Kapellen Ausschau zu halten, die den chaldäischen Gemeinden zur Feier der Liturgie zur Verfügung gestellt werden können.  

Darüber hinaus wurde von den beiden Bischöfen vorüberlegt, bei der Ausbildung von Priestern und Diakonen der Chaldäer auf römisch-katholischer Seite vorhandene Ausbildungsstrukturen zu nutzen, um so eine gelebte Kollegialität innerhalb der katholischen Kirche umzusetzen.