3 x 50 Jahre Treuhänder-Dienst für Gottes Gegenwart

Goldenes Priesterjubiläum von Weihbischof Manfred Grothe, Prälat Franz Hochstein und Monsignore Siegmund Samp

Drei Priester des Erzbistums Paderborn feierten heute ihr 50-jähriges Priesterjubiläum (vorne v.l.): Monsignore Siegmund Samp, Weihbischof Manfred Grothe und Prälat Franz Hochstein.Foto: pdp/Maria Aßhauer Paderborn, 5. März 2017. Auf ein halbes Jahrhundert im priesterlichen Dienst können drei Priester des Erzbistums Paderborn in diesen Tagen zurückblicken: Weihbischof Manfred Grothe, von 2004 bis 2015 Weihbischof in Paderborn, Prälat Franz Hochstein, Ehrendomherr am Hohen Dom zu Paderborn, und Monsignore Siegmund Samp, von 1982 bis 2004 Rektor des Clementinums in Bad Driburg, empfingen am 11. März 1967 das Sakrament der Priesterweihe durch Erzbischof Lorenz Kardinal Jaeger. Heute feierten die drei Priester im Kapitelsamt im Hohen Dom zu Paderborn ihr Goldenes Priesterjubiläum. Erzbischof Hans-Josef Becker sagte in seiner Predigt: „Drei Lebenswege münden heute hier am Weihealtar des Hohen Domes. Das ist auch für die Kirche von Paderborn eine sehr wichtige Stunde.“      

Weihbischof Manfred Grothe stand der Heiligen Messe als Zelebrant vor, die beiden anderen Weihejubilare, Prälat Franz Hochstein und Msgr. Siegmund Samp, konzelebrierten, ebenso wie Erzbischof Hans-Josef Becker, Generalvikar Alfons Hardt und Dompropst Monsignore Joachim Göbel.

Zahlreiche Gäste aus nah und fern feierten das Dankamt mit den drei Weihejubilaren.Foto: pdp/Maria Aßhauer Auch zwei besondere Gäste, die zur Feier des Weihejubiläums nach Paderborn gekommen waren, wirkten als Konzelebranten am Gottesdienst mit: der Osnabrücker Bischof und ehemalige Weihbischof in Paderborn, Bischof Dr. Franz-Josef Bode, und Weihbischof Dr. Thomas Löhr aus Limburg. Weihbischof Manfred Grothe hatte von 2014 bis 2016 als Apostolischer Administrator im Bistum Limburg gewirkt und sich dort große Anerkennung erworben, weshalb neben Weihbischof Dr. Löhr auch eine Delegation von weiteren Wegbegleitern aus dem Bistum Limburg angereist war.  

„Wir feiern diesen Tag, der für jeden von uns mit seinem eigenen Weg und eigenen Herausforderungen verbunden ist, mit Dank“, sagte Weihbischof Grothe stellvertretend auch für die beiden anderen Jubilare in seiner Begrüßung. „Und wir feiern diesen Tag mit Ihnen, denn Sie als Gemeinde erinnern uns daran, woher wir gekommen sind und wofür wir geweiht wurden.“  

Viele Konzelebranten wirkten im Gottesdienst mit, der von der Domkantorei musikalisch gestaltet wurde.Foto: pdp/Maria Aßhauer In seiner Predigt erläuterte Erzbischof Hans-Josef Becker, dass Hände im priesterlichen Amt immer wieder eine hohe symbolische Bedeutung hätten. Beim Weiheversprechen beispielsweise legen die Weihekandidaten ihre gefalteten Hände in die des Bischofs. „Das Versprechen wird hand-greiflich und fassbar. Sie, meine Mitbrüder, haben mit Ihrer Hand nicht nur etwas gegeben. Mit Ihren Händen gaben und geben Sie sich selbst“, erklärte Erzbischof Becker.  

Mit dem Weiheversprechen lege der Weihekandidat sein Leben in Gottes Hand, womit sich ein besonderer Auftrag verbinde: „Der Herr umschließt unsere Hände nicht, um sie festzuhalten oder damit wir unsere Hände in den Schoß legen, sondern damit wir in die Lage versetzt werden, Hand anzulegen beim Aufbau der Kirche Jesu Christi“, führte der Paderborner Oberhirte weiter aus.

Erzbischof Hans-Josef Becker bezeichnete das Priesteramt in seiner Predigt als Treuhänder-Dienst für die Gegenwart Gottes.Foto: pdp/Maria Aßhauer „Wenn Sie sich seinen Händen überlassen haben und sich von ihm getragen wussten, dann konnten Sie sich den Menschen zuwenden, zu denen Sie geschickt wurden. Das ist Gehorsam: Mich dorthin senden zu lassen, wo ich gebraucht werde.“ Im Moment der Handauflegung durch den Bischof vollziehe sich dann die Priesterweihe, so Erzbischof Becker weiter. „Sie sind Priester geworden durch die Wahl und den Ruf Christi“, wandte er sich an die Jubilare. „Jesus Christus selbst legt seine Hand auf uns. Er nimmt uns in Dienst.“  

Schließlich hebe ein Priester seine eigenen Hände in der Eucharistiefeier über Brot und Wein. „Sie durften immer wieder selbst Ihre Hände ausbreiten über Menschen und Dinge, damit sie gesegnet und gewandelt werden. Das Wort Jesu Christi ‚Tut dies zu meinem Gedächtnis‘ ist kein Auftrag zu einer nostalgischen Nachlassverwaltung. Dieses Wort ist vielmehr ein Auftrag zum Treuhänder-Dienst dessen, der uns das Sakrament der Eucharistie als Unterpfand seiner immerwährenden Gegenwart hinterlassen hat“, sagte Erzbischof Hans-Josef Becker zum Abschluss seiner Predigt.  

Für den festlichen musikalischen Rahmen des Gottesdienstes sorgten die Domkantorei unter der Leitung von Domkapellmeister Thomas Berning sowie Domorganist Tobias Aehlig.      

Vita: Weihbischof em. Manfred Grothe  
Manfred Grothe wurde 1939 in Warburg geboren und studierte Theologie, Philosophie und Philologie in Paderborn, Münster, Bochum und München. 1967 wurde er im Hohen Dom zu Paderborn zum Priester geweiht. Als Vikar wirkte er in Rietberg und Witten. Von 1969 bis 1972 war er dort auch als Religionslehrer tätig. 1972 wurde er Kolping-Präses im Erzbistum Paderborn. 1978 wechselte er ins Erzbischöfliche Generalvikariat und übernahm 1982 die Leitung der Hauptabteilung Finanzen. Papst Johannes Paul II. ernannte ihn 1982 zum Päpstlichen Ehrenkaplan und 1988 zum Päpstlichen Ehrenprälaten. 1987 wurde er durch Erzbischof Johannes Joachim Degenhardt als Domkapitular ins Metropolitankapitel berufen. 1991 wurde Manfred Grothe stellvertretender Generalvikar, bevor Erzbischof Hans-Josef Becker ihn 2003 zu seinem Generalvikar berief. Papst Johannes Paul II. ernannte Manfred Grothe 2004 zum Apostolischen Protonotar und im gleichen Jahr zum Weihbischof in Paderborn und Titularbischof von Ippona Zárito (Tunesien). Seitdem war Weihbischof Manfred Grothe Bischofsvikar für die Caritas. Zugleich war er von 2004 bis 2013 Vorsitzender des Diözesan-Caritasverbandes Paderborn. 2013 wurde Weihbischof Grothe zum Dompropst gewählt – das Amt hatte er bis zu seiner Ernennung zum Apostolischen Administrator im Bistum Limburg durch Papst Franziskus im Jahr 2014 inne. 2015 erfolgte seine Entpflichtung als Weihbischof von Paderborn, 2016 dann seine Verabschiedung als Apostolischer Administrator im Bistum Limburg. Weihbischof Grothe ist Ehrendomherr am Limburger Dom.      

Vita: Prälat Franz Hochstein  
Franz Hochstein wurde 1928 in Lütringhausen geboren und empfing am 11. März 1967 im Hohen Dom zu Paderborn die Priesterweihe. Seine erste Vikarsstelle trat er in Paderborn-Elsen an, wo er von 1967 bis 1968 als Pfarrverwalter wirkte. Erzbischof Lorenz Kardinal Jaeger berief ihn 1970 zum Domvikar am Hohen Dom zu Paderborn. 1972 wurde er zum Diözesan-Frauenseelsorger und gleichzeitig zum Präses der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) im Erzbistum Paderborn ernannt. Diesen Dienst versah er bis 1993, bevor er zum Diözesansekretär des Bonifatiuswerkes im Erzbistum Paderborn ernannt wurde. In dieser Funktion wirkte er bis 1999. Von 1979 bis 2005 war er Beauftragter für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk und somit verantwortlich für die Gottesdienstübertragungen und geistlichen Worte aus dem Erzbistum. Papst Paul VI. ernannte ihn 1978 zum päpstlichen Ehrenkaplan, Papst Johannes Paul II. 1986 zum päpstlichen Ehrenprälaten. Im Erzbischöflichen Offizialat fungiert er seit 2002 als Offizialsnotar. 2008 wurde er nach 38 Jahren aus dem Dienst des Domvikars verabschiedet. 2013 ernannte Erzbischof Hans-Josef Becker ihn zum Ehrendomherrn am Hohen Dom zu Paderborn.       

Vita: Monsignore Siegmund Samp  
Siegmund Samp wurde 1933 in Westpreußen geboren und studierte zunächst Musik, Theologie und Philosophie. Samp war schon als Religionslehrer und Kirchenmusiker tätig, bevor er über einen Aufenthalt in Rom 1962 in die Bundesrepublik Deutschland kam. Hier studierte er weiter Theologie und wurde 1967 durch Erzbischof Lorenz Kardinal Jaeger zum Priester geweiht. Als Vikar und Religionslehrer wirkte Siegmund Samp in Dortmund-Huckarde. In den Jahren 1973 bis 1982 war er als Religionslehrer und Subsidiar in Lippstadt tätig. Von 1982 bis 2004 hatte Siegmund Samp das Rektorenamt im Clementinum Bad Driburg inne und war zugleich Mitglied des Vorstandes des Clemens-Hofbauer Hilfswerkes für Priesterspätberufe e.V.