„Berufung fällt nicht vom Himmel“

Generalvikar Alfons Hardt im Gespräch mit fünf neuen Priesteramtskandidaten im „Propädeutikum“

Generalvikar Alfons Hardt traf die neuen Priesteramtskandidaten des Erzbistums Paderborn, die ihr Propädeutikum absolvieren (v. l.): Dominik Riedl, Jens Baronowsky, Gian-Luca Andreß, Generalvikar Alfons Hardt, Tobias Goltsch, Andreas Heupel und Subregens Michael Kammradt.Foto: pdpPaderborn, 16. Februar 2017. Fünf junge Männer haben sich im Wintersemester 2016/2017 im Erzbischöflichen Theologenkonvikt auf den Weg zum Priesterberuf gemacht. Am Anfang dieses Weges steht ein 2010 erstmals eingeführter einjähriger Vertiefungskurs, das so genannte „Propädeutikum“: Darin nutzen die Priesteramtsanwärter die Chance, ihren eigenen Glauben zu vertiefen, sich bewusst mit Beruf und Berufung sowie der Lebensweise eines Priesters auseinanderzusetzen. Generalvikar Alfons Hardt traf am Donnerstag die fünf Propädeutiker nach den ersten Monaten ihrer Ausbildung zum gegenseitigen Austausch.      

Gian-Luca Andreß (Gemeinde St. Elisabeth in Castrop-Rauxel-Obercastrop), Jens Baronowsky (Gemeinde St. Christophorus in Warstein-Hirschberg), Tobias Goltsch (Propsteigemeinde St. Gorgonius und Petrus Apostel in Minden), Andreas Heupel (St. Marien-Gemeinde in Siegen) und Dominik Riedl (Liebfrauen-Gemeinde in Bielefeld-Jöllenbeck) sind die fünf jungen Männer, die im Herbst ihr Propädeutikum in Paderborn begonnen haben. Gemeinsam mit Subregens Michael Kammradt besuchten sie jetzt das Erzbischöfliche Generalvikariat, um mit Generalvikar Hardt über den Weg in den priesterlichen Dienst ins Gespräch zu kommen. Die fünf jungen Männer brachten ganz individuelle Werdegänge mit: Während drei der Kandidaten direkt nach dem Abitur für sich den Priesterberuf anstreben, haben zwei bereits andere Ausbildungen absolviert und in anderen Berufen gearbeitet.  

Generalvikar Alfons Hardt berichtete im Gespräch von seinen eigenen Stationen als Seelsorger. Seinen früheren Dienst als Vikar in der Diaspora beschrieb er als sehr bereichernd, weil Seelsorge dort „nah bei den Menschen“ erfahrbar gewesen sei. „Ich wünsche Ihnen für die vor Ihnen liegende Zeit Ihres Propädeutikums, dass Sie Ihrer eigenen Berufung nachspüren – sie fällt nicht einfach vom Himmel. Pflegen und bewahren Sie Ihre Beziehung zu Jesus. Sie ist das Grundlegendste, das uns trägt“, sagte Generalvikar Hardt. Es sei wichtig, immer wieder die eigene Motivation zu klären. Nicht zuletzt riet Generalvikar Alfons Hardt: „Bleiben Sie offen für Veränderungen. Denn Kirche verändert sich immer wieder. Und mit ihr auch die Priesterausbildung und das Priesterbild.“  

Das Propädeutikum hat mit gemeinsamen Einführungstagen von September bis Oktober begonnen. Während dieser Zeit stand für die jungen Männer auch eine Fahrt nach Assisi auf dem Programm. „Die Fahrt war sehr gut für die Dynamik in unserer Gruppe. Diese Tage des Kennenlernens waren wichtig, um als Gemeinschaft zusammen zu wachsen“, berichtete Dominik Riedl. Tobias Goltsch wagte sogar schon eine Zwischenbilanz zu den ersten Monaten des Propädeutikums: „Ich erlebe diesen Vertiefungskurs als ausgewogen und gut geeignet, um in die Priesterausbildung hineinzukommen. Bisher war es eine sehr gute Zeit und eine gute Gemeinschaft“, so der junge Mann aus Minden.      

Stichwort: Propädeutikum  
Die Ausbildung im Erzbischöflichen Theologenkonvikt Collegium Leoninum startet mit einem einjährigen Vorbereitungskurs, dem Propädeutikum. Inhaltlich stehen dabei eine „Sprachen-Schule“, eine „Glaubens-Schule“ und eine „Lebens-Schule“ im Mittelpunkt. In der „Sprachen-Schule“ erlernen die Priesteramtskandidaten Latein, biblisches Griechisch und biblisches Hebräisch. Darüber hinaus absolvieren sie einen „Theologischen Grundkurs“ und erhalten eine „Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten“. Die „Glaubens-Schule“ umfasst die Einübung in ein Leben aus den Sakramenten, aus Taufe, Firmung und Eucharistie. Durch geistliche Übungen und Gebetszeiten setzen sich die Propädeutiker mit ihrer Spiritualität auseinander und erhalten Impulse für ein Leben aus dem Glauben. In der „Lebens-Schule“ wird das soziale Engagement eingeübt: Für soziale Projekte, beispielsweise in Senioren- und Alteneinrichtungen oder in Krankenhäusern, steht den Propädeutikern unter der Woche ein freier Tag zur Verfügung. Die Priesteramtskandidaten beginnen mit dem Propädeutikum zugleich den modularisierten Studiengang der Katholischen Theologie mit dem Abschluss Magister theologiae an der Theologischen Fakultät Paderborn.