Gespräch über Arbeit, Ausbildung und Integration

Austausch von Erzbischof Becker mit den Leitern der Arbeitsagenturen

Der Paderborner Erzbischof Hans-Josef Becker (Mitte) traf am Freitag in der Kommende Dortmund die Leiterinnen und Leiter der Agenturen für Arbeit im Gebiet des Erzbistums Paderborn. An dem Treffen nahmen außerdem teil: Domkapitular Dr. Thomas Witt, Vorsitzender des Caritasverbandes für das Erzbistum Paderborn e. V., Thomas Schäfers, Leiter der Hauptabteilung Personal und Verwaltung des Erzbischöflichen Generalvikariats Paderborn, Christoph Eikenbusch vom Diözesan-Caritasverband sowie Detlef Herbers, stellv. Direktor der Kommende Dortmund.pdpDortmund, 16. Dezember 2016. Positiv, aber nicht euphorisch – so beschrieben am Freitag die Leiterinnen und Leiter der Arbeitsagenturen im Gebiet des Erzbistums Paderborn die Lage auf dem Arbeitsmarkt. Bei dem jährlichen Austausch mit Erzbischof Hans-Josef Becker in der Kommende Dortmund, dem Sozialinstitut des Erzbistums Paderborn, ging es vor allem um die Integration von Flüchtlingen, Langzeitarbeitslosen und geringqualifizierten Jugendlichen in den Arbeitsmarkt.

„Wir erleben eine stabile wirtschaftliche Entwicklung, die sich auch positiv auf den Arbeitsmarkt auswirkt“, stellte Erzbischof Becker zu Beginn des Treffens fest. Eine Einschätzung, die von den Leitern der Arbeitsagenturen bestätigt wurde. Die Beschäftigung habe insgesamt zugenommen und auch Langzeitarbeitslose hätten davon profitiert. Es gebe jedoch eine Gruppe von Menschen mit komplexen persönlichen Problemen, die in realen Arbeitsprozessen immer wieder scheitern würden. Zwar existierten zahlreiche Maßnahmen und Sonderprogramme, aber es sei auch eine politische Diskussion darüber notwendig, wie der Weg für diese Menschen weiter gehen könne.

Mit Blick auf den Ausbildungsmarkt beschrieben mehrere Teilnehmer des Treffens eine deutliche Diskrepanz zwischen den angebotenen Ausbildungsplätzen und den Erwartungen vieler junger Menschen. So sei es beispielsweise schwer, geeignete Auszubildende für Pflegeberufe zu finden.

Die große Aufgabe der Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt steht nach den Berichten der Leiterinnen und Leiter der Arbeitsagenturen erst noch bevor. Viele der 2015 angekommenen geflüchteten Menschen würden nach Integrationskursen und Anerkennung als Flüchtlinge erst im kommenden Jahr zur Verfügung stehen. Die Integration in den Arbeitsmarkt sei nicht sehr schnell zu erwarten und setze häufig noch eine weitere Schulbildung voraus. Mehrere Teilnehmer sprachen sich daher dafür aus, die Schulpflicht für Flüchtlinge bis zum 25. Lebensjahr zu verlängern, um Bildungsdefizite auszugleichen. Positiv hervorgehoben wurde in diesem Zusammenhang das nach wie vor große Engagement vieler Ehrenamtlicher in der Flüchtlingshilfe.

Erzbischof Becker bedankte sich am Ende des Treffens für den informativen Austausch. Die Agenturen für Arbeit seien ein „Seismograph für sozialpolitische Problemfelder“. Ein weiteres Treffen wurde für Dezember 2017 vereinbart.

Zum Gebiet des Erzbistums Paderborn gehören Bezirke der Arbeitsagenturen Bielefeld, Bochum, Detmold, Dortmund, Hagen, Hamm, Herford, Iserlohn, Meschede/Soest, Paderborn, Recklinghausen und Siegen.