Startschuss für neue Energiebeauftrage zur Energieoffensive

Energieoffensive des Erzbistums Paderborn ermittelt Einspar-Potentiale

Energieoffensive im Erzbistum Paderborn: Ehrenamtliche Energiebeauftragte aus den Kirchengemeinden informieren sich um „Ressourcen zu schonen und Schöpfung zu bewahren“.pdpPaderborn / Meschede, 1. Dezember 2016. In der Abtei Königsmünster in Meschede fand jetzt eine Auftakt-Veranstaltung für neue Energiebeauftragte aus den Kirchengemeinden des Erzbistums Paderborn statt. Unter dem Leitwort „Ressourcen schonen. Schöpfung bewahren.“ startete das Erzbistum Paderborn 2014 eine Energieoffensive, in der mittlerweile ein vierter Pool für „Energiegutachten für betriebsnotwendige Gebäude“ gebildet wurde. Für die ersten rund 300 Gebäude liegen bereits Energiegutachten vor, die vielfältige Einspar-Potentiale aufzeigen.      

In der Benediktinerabtei in Meschede begrüßte Diözesanbaumeisterin Emanuela von Branca die ehrenamtlichen Energiebeauftragten aus den Kirchengemeinden. Neben den Informationen zum generellen Ablauf des Förderprogramms und den Aufgaben der in der Zentralabteilung Bauamt des Erzbischöflichen Generalvikariats angesiedelten Fachstelle Energieoffensive, bestand im Nachmittag die Möglichkeit, sich in kleinen Gruppen zu bereits durchgeführten Verbesserungsmaßnahmen zu informieren. Die Kirchengemeinden, die seit 2014 an der Energieoffensive teilnehmen, haben bereits einiges vor Ort umsetzen können und standen den neuen Energiebeauftragten bei Plakaten Rede und Antwort. „Sie seien dankbar für die vielfältigen und kreativen Ideen der Energiebeauftragten. Ohne deren großes Engagement sei die Energieoffensive im Erzbistum nur schwer vorstellbar“, so die beiden Referenten der Fachstelle, Diplomingenieurin Kathrin Käuper und Diplomingenieur Nikolas Müller.  

So hatte beispielsweise der Energiebeauftragte der Herz-Jesu-Gemeinde in Halle, Franz Zisché, eine etwas unkonventionelle, aber pfiffige Idee: Bei der Begehung des Pfarrheims Oase seiner Kirchengemeinde, die mit dem beauftragten Energiegutachter Anfang 2015 stattfand, wurde darauf aufmerksam gemacht, dass die Heizungssteuerung wie für ein normales Wohnhaus eingestellt sei. Das bedeutet normaler Tagbetrieb, also täglich von 6 bis 22 Uhr - und das, obwohl das Pfarrheim nicht immer in diesem vollen Umfang genutzt wurde. Ein übermäßiger Energieverbrauch war somit nicht vermeidbar. „Niemand soll frieren, aber die Heizung sollte nur dann aktiv sein, wenn sie auch tatsächlich benötigt wird!“, so der Energiebeauftrage aus Halle. Die ersten Versuche, die Heizungssteuerung auf die Belegungsplanung des Pfarrbüros abzustimmen, scheiterten, da Termine auch einmal kurzfristig nach vorne oder nach hinten verlegt wurden und die Heizung dann wieder neu auf die Termine programmiert werden musste. So wurde die Idee geboren, dass die Nutzer des Pfarrheims selbst den Tagbetrieb, also die Heizzeiten, auslösen können sollten. Und das einfach, simpel und wenn möglich auch aus der Ferne. Eine Heizung braucht nun mal rund eine Stunde Vorlauf, um die Räume auf die richtige Temperatur zu bringen. Die Nutzer des Pfarrheims können nun mittels eines Telefonanrufes den Tagbetrieb jeweils für vier Stunden aktivieren. Nach dieser Zeit geht die Heizung automatisch wieder in den voreingestellten Nachtbetrieb und senkt die Temperaturen. Ein Lichtsignal informiert die Nutzer darüber, ob die Heizung aktiv oder bereits inaktiv geworden ist. Denn wenn das Pfarrheim über die vier Stunden hinaus genutzt wird, ist ein weiterer Telefonanruf notwendig.  

Neben Franz Ziesché haben glücklicherweise auch noch viele weitere ehrenamtliche Energiebeauftragte tolle und zum Teil auch sehr innovative Ideen umgesetzt. Vom Heizungsaustausch oder Regelungsoptimierung über LED-Lichttechnik bis hin zur umfänglichen Sanierung, war alles dabei. Bei den bislang im Rahmen der Energieoffensive untersuchten 300 Gebäuden (Pool 1,2 und 3) konnte insgesamt festgestellt werden, dass eine maximal mögliche Energieverbrauchsreduktion von rund 3,7 Mio kWh Wärme und 300.000 kWh Strom besteht.  

Bis zum 28.2.2017 besteht noch die Möglichkeit, sich für den fünften und vorerst letzten Gebäudepool im Förderprogramm Energiegutachten anzumelden. Weiterreichende Informationen erhalten Interessierte bei der Fachstelle Energieoffensive im Erzbischöflichen Generalvikariat.