Neue Glocken von St. Clemens geweiht

Außergewöhnliches Ereignis in der Kirche in Dortmund Hombruch

  Zu Beginn der feierlichen Zeremonie der Glockenweihe besprengte Weihbischof Dr. Dominicus Meier OSB die neuen Glocken mit Weihwasser. Hier weiht er die Christusglocke, die größte der neuen Glocken.pdpDortmund, 28. November 2016. Für die meisten der zahlreichen Gottesdienstbesucher in der St. Clemens-Kirche in Dortmund Hombruch war es am ersten Adventssonntag wohl ein einmaliges Erlebnis, eine Glockenweihe mitfeiern zu können. Die letzten Kirchenglocken stammten aus dem Jahr 1948 und davor waren die ursprünglichen Glocken von 1872 nur 1923 einmal ersetzt worden.
Schon beim Gang zur Kirche wurde deutlich, dass etwas fehlt. Kein festliches Läuten war zu hören, obwohl um 15 Uhr die Festmesse gefeiert wurde. Die neuen Glocken sind noch nicht im Turm untergebracht. Sieben standen zur Weihe aufgereiht in der Kirche. Zwei weitere kommen später noch hinzu, da es durch einen Fehlguss zu Verzögerungen kam. Außerdem wird auch die historische Denkmalglocke von 1872 wieder in das Geläut integriert.
„Es fehlt etwas! Vertrautes ist nicht mehr, Gewohnheit war nicht mehr gewohnt“, beschrieb Weihbischof Dr. Dominicus Meier OSB die Zeit ohne Glocken. Es gehe jedoch nicht vordergründig um das Fehlen von etwas Vertrautem, sondern um viel mehr: „Wir Menschen brauchen die Farbe für unsere Augen, wir brauchen Klänge für unsere Ohren, wir brauchen Symbole zum Verstehen, weil nur unsere Sinne die Wege in die Tiefen unseres Menschseins, in die Tiefe unserer Seele zu zeigen vermögen.“ So spreche auch die Liturgie der Glockenweihe alle Sinne an.
An den vier Weihekreuzen jeder Glocke salbte Weihbischof Dr. Dominicus Meier OSB die Glocken mit Chrisam-Öl.pdp Die Weihe selbst begann damit, dass Weihbischof Dominicus die Glocken mit Weihwasser besprengte und das Weihegebet sprach. Danach salbte der Weihbischof die vier Weihekreuze jeder Glocke mit Chrisam-Öl. Das heilige Öl wird auch bei der Taufe, der Firmung und der Priesterweihe sowie bei der Altarweihe und der Kirchweihe gebraucht. Die vierfache Salbung erinnert an die vier Evangelisten und an die vier Himmelsrichtungen, aus denen die Gläubigen durch den Schall der Glocke herbeigerufen werden sollen.
In einem weiteren Schritt wurden die Glocken beweihräuchert und es wurde ein Rauchfass unter eine Glocke gestellt, so dass sich diese ganz mit Rauch füllte. Die mit 1.800 Kilogramm schwerste und größte der neuen Glocken ist dem in diesem Monat von Papst Franziskus beendeten außerordentlichen Heiligen Jahr der Barmherzigkeit gewidmet. 29 Einzelspender hatten die Glocke mit jeweils 1000 Euro gestiftet. Auch die übrigen Glocken sind aus Spenden finanziert. Eine der neuen Glocken ist als „Glocke der Ökumene“ der heiligen Margaretha gewidmet und erinnert an die historische Margarethenkapelle der evangelischen Kirche.
Glockenweihe in St. Clemens in Dortmund Hombruch (v.l.): Pastor Christian Conrad, Weihbischof Dr. Dominicus Meier OSB, Pfarrerin Britta Hülsewig (hinten), Pastor Elmar Hake, Pfarrer Meinhard Elmer und Pfarrer Peter Jochem.pdp Die Stunde einer jeden Glocke sei dort, wo sich ihrem Ruf die Herzen der Menschen öffnen und wach bleiben für das Frohmachende der Botschaft Gottes, hatte Weichbischof Dominicus in seiner Predigt betont. Dieser Auftrag sei ein sehr adventlicher und die Glockenweihe am ersten Adventssonntag daher trefflich gewählt.
Er dankte herzlich den Spendern der Glocken. Der jüngste Spender, Finn Burhenne, wird im kommenden Jahr in St. Clemens zur Erstkommunion gehen. Ihm fiel zum Ende der Glockenweihe die Aufgabe zu, die große Christusglocke erstmals anzuschlagen. Vollständig erklingen wird das neuen Geläut von St. Clemens am 23. Dezember um 19 Uhr. Mit insgesamt zehn Glocken ist es dann das von der Anzahl her größte Geläut in Dortmund.
Als jüngster Spender konnte Finn Burhenne eine der neuen Glocken zum ersten Mal anschlagen.pdp