„Europa von der Peripherie her sehen“

Kommende feiert Patronatsfest – Förderpreise Christliche Sozialethik

Die Kommende Dortmund feierte am Mittwoch ihr Patronatsfest (v.l.): Pfarrer Ludger Keite, Detlef Herbers (stellv. Kommendedirektor), Pater Bernd Hagenkord SJ, Weihbischof Matthias König, Wolfgang Penning (Kuratoriumsvorsitzender) und Otto Kentzler (Ehrenvorsitzender des Kuratoriums).pdpDortmund, 24. November 2016. „Man muss mit den Augen derer, die unseren Reichtum sehen und keine Chance auf ihn haben, nach Europa schauen!“ Mit diesen Worten beschrieb am Mittwoch Pater Bernd Hagenkord SJ die Haltung von Papst Franziskus zu Europa. Der Leiter der deutschsprachigen Redaktion von Radio Vatikan in Rom hielt den Festvortrag beim diesjährigen Fest des vom Erzbistum Paderborn getragenen Sozialinstituts Kommende in Dortmund.

Am Festtag des Hl. Clemens von Rom, dem Patron der Kommende, hatte das Sozialinstitut des Erzbistums Freunde, Förderer und Kooperationspartner zu einer Feierstunde eingeladen. Diese begann mit einer Pontifikalvesper mit Weihbischof Matthias König. Dabei blickte der Weihbischof noch einmal zurück auf das eben von Papst Franziskus beendete außerordentliche Heilige Jahr der Barmherzigkeit. Menschen, die anderen zeigen, wo sie der Barmherzigkeit Gottes begegnen könnten, seien „Türöffner der Barmherzigkeit“. In diesem Zusammenhang verwies Weihbischof König auch auf die Sozialen Seminare der Kommende für benachteiligte Jugendliche. Durch diese Seminare würden junge Menschen an christliches Denken und Handeln herangeführt.

Pater Bernd Hagenkord SJ hielt den Festvortrag mit dem Titel „Was ist los mit Dir, Europa?“.pdpWas dies mit Blick auf die europäische Politik bedeutet, stellte Pater Bernd Hagenkord SJ in seinem Festvortrag zu den Motiven und Anliegen der Europapolitik von Papst Franziskus heraus. Der Papst erinnere die Europäer daran, dass Europa die Heimat der Menschenrechte sei und fordere eine gerechte, den Menschen in den Mittelpunkt stellende Wirtschaftsordnung. Dabei nehme er die Perspektive der Armen, Ausgeschlossenen und nach Europa Flüchtenden ein. „Sein Europa ist das Europa der Peripherien“, erläuterte Jesuiten-Pater Hagenkord. Wenn man Europa von der Peripherie her betrachte, werde deutlich, was zu tun sei, um die Welt human zu gestalten.

Auf dieses Ziel ist auch die Christliche Sozialethik ausgerichtet. Zwei junge Wissenschaftlerinnen wurden beim Kommendefest für ihre Arbeiten in diesem Bereich ausgezeichnet. Der jeweils mit 1.000 Euro dotierte „Förderpreis Christliche Sozialethik 2016“ ging an Dr. Katja Winkler und Dr. Maria Brinkschmidt.

Verleihung des Förderpreises „Christliche Sozialethik 2016“ (v.l.): Werner Schickentanz (Vorsitzender des Fördervereins der Kommende), Dr. Maria Brinkschmidt, Dr. Katja Winkler und Detlef Herbers (stellv. Kommendedirektor).pdpDr. Katja Winkler erhielt den Preis für ihre Arbeit, die sich mit dem Begriff der „Befähigung“ in der Theorie der sozialen Arbeit und der theologischen Ethik beschäftigt. Wenn Menschen durch Förderung zu etwas befähigt werden, stelle sich die Frage: „Wer befähigt wen zu was und wer bestimmt darüber?“

Für ihre Studie „Politisches Handeln als weltkirchliche Aufgabe – Eine Analyse der Inlandsarbeit katholischer Hilfswerke“ erhielt Dr. Martina Brinkschmidt den Förderpreis. In ihrem Fazit spricht sie sich für ein stärkeres politisches Engagement der Hilfswerke wie Misereor oder Adveniat für mehr Gerechtigkeit aus. Dazu sollten die Hilfswerke auch intensiver untereinander und mit Partnern zusammen arbeiten.