Gesucht: Fotos der frühen Domglocken

Glockensachverständige planen Publikation zum Geläute im Hohen Dom zu Paderborn

Die beiden Glockensachverständigen im Erzbistum Paderborn, Dr. Gerhard Best (l.) und Diplom-Theologe Theo Halekotte(r.), suchen Fotos von früheren Glocken des Paderborner Doms. Eine Aufnahme der großen Domglocke, die von 1928 bis 1942 existiert hat, haben sie im Archiv des Erzbistums Paderborn gefunden.pdp Paderborn, 24. November 2016. Domkapitular Dechant Dr. Gerhard Best aus Lippetal und Diplom-Theologe Theo Halekotte aus Werl verbindet eine gemeinsame Passion, die für beide zur Berufung geworden ist – aber auch fast zu einem zweiten Beruf: Sie sind Glockensachverständige im Erzbistum Paderborn. Als solche begleiten sie Kirchengemeinden bei der Überprüfung, Instandhaltung und auch Neuanschaffung von Glocken, klettern in engen und staubigen Glockenstuben in Kirchtürmen herum, erleben aber auch den Guss und die Weihe neuer Glocken. Im Hinblick auf die denkmalgerechte Restaurierung und geplante Erweiterung des Geläutes im Hohen Dom zu Paderborn um zwei Glocken planen beide jetzt verschiedene Publikationen. Und eben dafür suchen sie Fotos von frühen Domglocken.      

Das Geläute im Paderborner Dom soll ab dem Jahr 2017 denkmalgerecht restauriert werden. Derzeit besteht es aus sechs Gussstahlglocken im Hauptturm und zwei Zinnbronzeglocken im Dachreiter. Zugleich ist die Erweiterung des Domgeläutes geplant: Aus Anlass des 950-jährigen Weihejubiläums des Hohen Doms am 22. Juli 2018 sollen zwei neue Glocken gegossen und im Domturm aufgehängt werden. Ziel dieser Erweiterung ist die musikalische Optimierung des vorhandenen Geläutes durch eine neue kleine Glocke als “Klangkrone“ und eine neue große Glocke als „Klangteppich“.  

„Im Zuge der Erweiterung des Domgeläutes um zwei Glocken arbeiten wir an einigen Veröffentlichungen zur Geschichte der Domglocken“, so die beiden Glockensachverständigen. „Aber leider stehen wir vor der Herausforderung, dass es unter anderem infolge des Zweiten Weltkrieges kaum Fotos von den früheren Domglocken gibt.“ Es komme häufig vor, dass in privaten Fotoalben oder Fotoarchiven verschiedene historische Fotos vorhanden seien, die heute einen großen dokumentarischen Wert hätten, so Domkapitular Dr. Best. „Von vielen anderen Orten im Erzbistum Paderborn sind uns solche Fotos aus der Vergangenheit bekannt. Oftmals sind Kinder oder auch Erwachsene zu sehen, die vor neuen Glocken stehen, oder auch vor denen, die gerade beschlagnahmt und für die Rüstungsindustrie aus den Glockenstuben ausgebaut worden sind.“  

„Fotos von den Glocken des Paderborner Doms sind für uns besonders interessant aus den Jahren 1887, 1896, 1917 / 1918, 1928, 1942 und 1951. Aber natürlich sind wir auch an historischen Aufnahmen der Glocken aus anderen Paderborner Kirchen interessiert“, ergänzt Theo Halekotte. Mit einem Schmunzeln weist er darauf hin, dass er gemeinsam mit Dr. Best natürlich noch im Archiv des Erzbistums Paderborn und im Archiv der Stadt Paderborn gründlich forschen müsse, aber zugleich auf den Forschergeist und die Unterstützung der Paderborner Bürgerinnen und Bürger setze. „Wer historische Fotos hat, der kann sich gerne bei uns melden oder die Fotos in die Presse- und Informationsstelle im Erzbischöflichen Generalvikariat bringen. Dort können sie sofort eingescannt werden. Unser Interesse ist so groß, dass wir sogar persönlich vorbeikommen würden, um mögliche Fotos abzuholen – und natürlich auch wieder zurückzugeben.“  

Wer Fotos der früheren Glocken des Paderborner Domes hat und diese zur Verfügung stellt, kann sich melden bei Dechant Dr. Gerhard Best in Lippetal – Telefon 02923-463 –, bei Theo Halekotte in Werl – Telefon 02922-3323 – oder in der Presse- und Informationsstelle im Erzbischöflichen Generalvikariat in Paderborn – Telefon 05251-125-1287.