Projekt „Faire Gemeinde“ endet - Nachhaltigkeit bleibt

77 Gemeinden, Schulen und Einrichtungen beteiligten sich in vier Jahren mit großem Engagement

Erzbischof Hans-Josef Becker nahm die gesammelten Empfehlungen und Ideen für Nachhaltigkeit von Annika Manegold und Ansgar Kaufmann entgegen.pdpPaderborn, 6. November 2016. Das Projekt „Faire Gemeinde“ soll auch nach Ende der Projektzeit Nachhaltigkeit zeigen. Ideen und Empfehlungen, wie es weitergehen kann, gesammelt aus den Erfahrungen der vierjährigen Projektzeit, überreichten am Sonntag bei der Abschlussveranstaltung im Haus Immaculata in Paderborn die Vorsitzenden des Diözesankomitees, Annika Manegold und Ansgar Kaufmann, an Erzbischof Hans-Josef Becker, der selbst auch Botschafter des Projekts ist.

Die Gesamtbilanz des Projekts „Faire Gemeinde“, das im September 2012 ins Leben gerufen wurde, kann sich sehen lassen. 44 Gemeinden, acht Verbände, sieben Bildungshäuser und sieben Kindertagesstätten, sechs Schulen, drei Konvente und zwei Initiativen beteiligten sich, so dass mit dem Ende der Projektzeit am Jahresende 77 Auszeichnungen durchgeführt werden konnten. „Mich hat begeistert, dass sich so viele Menschen im Erzbistum Paderborn am Projekt beteiligt und sich eingesetzt haben“, zieht Hildegard Schäfer, gemeinsam mit Gesche Hausin Projektreferentin, eine positive Bilanz.

Den Startschuss für das Projekt „Faire Gemeinde“ hat es quasi im Siegerland gegeben. Eine Aktion einer Gemeinde vor Ort wurde zum Anlass genommen, auch im Erzbistum Paderborn selbst aktiv zu werden. Das Projekt „Faire Gemeinde“ wurde am 9. September 2012 gestartet im Rahmen der Preisverleihung „Solidarisch leben in Gottes Schöpfung“ in Rüthen mit Umweltminister Johannes Remmel und Weihbischof Manfred Grothe.

Erste Auszeichnungen in eigener Regie folgten bereits im Sommer 2013 für drei Gemeinden im Pastoralverbund Höxter. Neben Erzbischof Hans-Josef Becker trat vor allem Prof. Dr. Klaus Töpfer, ehemaliger Umweltminister und Exekutivdirektor des Umweltprogramms der Vereinten Nationen, als Schirmherr für das Projekt ein.

„Das Projekt hat viele Anstöße gegeben und das Bewusstsein geschärft“, betonte Erzbischof Hans-Josef Becker am Sonntag bei der Abschlussveranstaltung, dennoch müsse man ab und zu das Bewusstsein für die Umwelt wieder anregen, da vieles oft gedankenlos und unreflektiert passiere. Schon in seiner Predigt im Festgottesdienst in der Kapelle „Haus Immaculata“ hatte der Erzbischof auf die nachhaltige Verantwortung für das Geschöpf vor dem Schöpfer verwiesen.

Dass die Ziele des Projekts „Faire Gemeinde“ in vielen Bereichen im Erzbistum Paderborn umgesetzt wurden, hob der Paderborner Kleinkünstler Erwin Grosche als Moderator des Erfahrungsaustausches hervor. In allen ausgezeichneten Projekten vor Ort wurden Nachhaltigkeit und Fairer Handel zu anerkannten Begriffen und das globale Bewusstsein gestärkt.

Vertreter der Gemeinden und Einrichtungen waren am Sonntag zu Gast und berichteten von ihren Erfahrungen. In vielen Aktionen sind auch Jugendliche engagiert eingestiegen und haben es damit geschafft, auch Gleichaltrige für die Aktivitäten zu interessieren. „Und wir haben gelernt, dass Fairer Kaffee auch schmeckt“, hielt Erwin Grosche in seiner typisch humorvollen Art fest.

Ulrich Klauke, Referat Weltmission, Entwicklung und Frieden des Erzbistums Paderborn, machte am Beispiel von Plastik auf eine globale Problematik aufmerksam, die voller Gegensätze ist: In Ruanda sind Plastiktüten komplett verboten, in anderen Missionsländern liegt der Müll hingegen getürmt an den Straßen, weil es dort keine Entsorgung wie in Europa gibt. „Und wenn dann selbst in der Arktis Mülltüten aus 1000 Kilometern Entfernung angespült werden, bleibt ein erschreckender Eindruck“, ergänzte Erzbischof Hans-Josef Becker.

Schöpfungsverantwortung, Nachhaltigkeit und Fairer Handel waren rückblickend die drei großen Themen des Projekts „Faire Gemeinde“, die nachhaltig auch im Denken und Handeln verankert werden sollen.

Info:
Das Projekt Faire Gemeinde zeichnet seit 2012 Gemeinden, Pastoralverbünde oder Pastorale Räume, aber auch einzelne Verbände, Einrichtungen, Institutionen und Gruppierungen aus, die sich durch konkretes Handeln und entsprechende Öffentlichkeitsarbeit für mehr Nachhaltigkeit und internationale Gerechtigkeit in der Kirche engagieren. Getragen wird das Projekt vom Diözesankomitee im Erzbistum Paderborn, vom Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) in Kooperation mit dem Referat Weltmission, Entwicklung und Frieden des Erzbistums Paderborn.

Erzbischof Hans-Josef Becker ist Botschafter für das Projekt „Faire Gemeinde“:
 „Als Christen ist uns Verantwortung für die Schöpfung anvertraut worden. An der Art und Weise unseres  eigenen Lebensstils und des Konsums misst sich die Glaubwürdigkeit der Christen. Es ist daher gut, wenn sich Gemeinden und Einrichtungen auf den Weg machen, ihre eigene Praxis zu reflektieren und zu einem Handeln kommen, das fair gegenüber den Mitmenschen und der ganzen Schöpfung ist.“