Erzbistum Paderborn: Jahresüberschuss 2015 fließt in Kirchengemeinden und Caritas

Kirchensteuererträge und Vorsorgeaufwendungen steigen / Seelsorge und Caritas gehen neue Wege / Über 700 Projekte in der Flüchtlingshilfe

Das Erzbistum Paderborn veröffentlichte heute seinen Finanzbericht 2015. Generalvikar Alfons Hardt (r.) und Dirk Wummel, Hauptabteilungsleiter Finanzen im Erzbischöflichen Generalvikariat, stellten die Publikation in einer Pressekonferenz vor.Foto: pdp Paderborn, 25. Oktober 2016. Das Erzbistum Paderborn hat das Jahr 2015 mit einem Überschuss von 44,2 Millionen Euro abgeschlossen. Damit liegt das Ergebnis auf dem Niveau des Vorjahres. Die Kirchensteuerträge stiegen gegenüber dem Vorjahr um 20 Millionen Euro (5,3 Prozent) auf 395,9 Millionen Euro. Gleichzeitig stiegen aber auch die Personalaufwendungen, vor allem wegen der Pensionsrückstellungen, um 21,3 Millionen Euro (13,4 Prozent) an.      

Vom Überschuss fließen 20,8 Millionen Euro an die Kirchengemeinden, die damit ihre Arbeit stärken und verstetigen können. Weitere 9 Millionen Euro werden für die Caritas und den Flüchtlingsfonds des Erzbistums eingesetzt. Für Projekte zur Umsetzung des Zukunftsbildes stellt das Erzbistum eine Million Euro bereit.  

„Mit diesen über 30 Millionen Euro an zusätzlichen Mitteln aus dem Überschuss entwickeln wir das gewachsene Netz von seelsorgerischen und caritativen Leistungen weiter“, erklärt Generalvikar Alfons Hardt. „Dabei geht die Kirche auch neue Wege. Sie verlässt traditionelle Räume, wagt Experimente und macht ungewöhnliche Angebote. Der Finanzbericht 2015 zeigt dafür anschauliche Beispiele.“  

„Ein umsichtiger Mitteleinsatz sichert die Unabhängigkeit und die Gestaltungsfähigkeit der Kirche im Erzbistum Paderborn“, so Generalvikar Alfons Hardt bei der Vorstellung des Finanzberichts.Foto: pdp Im Rahmen des im Herbst 2014 verabschiedeten Zukunftsbildes für das Erzbistum Paderborn sind zahlreiche Initiativen entstanden. Dazu gehören Projekte wie die „Haltestelle“ in Bad Driburg oder das „gast+haus“ in Bielefeld, die im städtischen Leben neue Formen der Begegnung bieten. Die Verbindung von Glauben und Musik ist fester Bestandteil der Jugendseelsorge und öffnet in der Sprache der jungen Menschen neue Perspektiven auf den Glauben. Im caritativen Bereich setzen die Integrationsprojekte für Flüchtlinge Zeichen. Weit über 700 Projekte wurden bisher gefördert. Das Engagement ehrenamtlicher Helfer stützt sich auf ein Netz von Beratungseinrichtungen mit vielen zusätzlichen hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Das Spektrum reicht von der Unterbringung über Sprachkurse und Verfahrensbegleitung bis zur Hilfe bei der Wohnungssuche.      

Neben der Bilanz und der Ergebnisrechnung beschreibt der aktuelle Finanzbericht des Erzbistums Paderborn ausführlich, wie die Kirchensteuern und Finanzerträge in den verschiedenen Aufgabenbereichen der Kirche eingesetzt werden. In die Seelsorgearbeit in den Kirchengemeinden fließen mehr als die Hälfte der Mittel, dann folgen vor allem soziale Aufgaben (9,2 Prozent), Kindertagesstätten (9,0 Prozent) und Bildungsmaßnahmen (7,7 Prozent). Jeden Tag gibt das Erzbistum mehr als eine Million Euro für diese Aufgaben aus.  

Zahlreiche Medienvertreter informierten sich über die Vermögenslage und Mittelverwendung des Erzbistums Paderborn, über die der Finanzbericht 2015 Aufschluss gibt.Foto: pdp Die Kirchensteuererträge sind mit einem Anteil von mehr als 75 Prozent nach wie vor die wichtigste Ertragsquelle des Erzbistums. Derzeit überdecken die konjunkturbedingten Zuwächse die Effekte aus einer weiterhin sinkenden Mitgliederzahl. Zwar ist die Zahl der Kirchenaustritte um 25 Prozent zurückgegangen, doch der demografisch bedingte Mitgliederrückgang setzte sich fort. 17.000 Todesfällen standen rund 10.000 Taufen gegenüber. Eine deutliche Veränderung gegenüber dem Vorjahr gab es bei den sonstigen Erträgen. Sie stiegen von 29,5 Millionen Euro auf 61,7 Millionen Euro. Ursache dafür waren insbesondere Auflösungen von Rückstellungen.  

Auf der Aufwandsseite dominierten auch im Jahr 2015 die Zuweisungen an Kirchengemeinden, Kindertagesstätten und die Caritas. Sie machten mit 214,1 Millionen Euro 46,5 Prozent der Aufwendungen aus. Das waren 30,7 Millionen Euro mehr als im Vorjahr. Zweitgrößte Aufwandsposition sind die Personalkosten mit 180,2 Millionen Euro. Zum Jahresende 2015 beschäftigte das Erzbistum rund 2.900 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.  

Die Bilanzsumme des Erzbistums stieg um 3,7 Prozent auf 4,16 Milliarden Euro. Ursache dafür ist vor allem die Aufstockung der Mittel für die Altersvorsorge, die aufgrund der niedrigen Kapitalmarktzinsen notwendig war.  

Der Jahresabschluss des Erzbistums Paderborn als Körperschaft des öffentlichen Rechts folgt den Regeln des Handelsgesetzbuches und trägt auch in diesem Jahr wieder den uneingeschränkten Bestätigungsvermerk eines unabhängigen Wirtschaftsprüfers.      

Hinweis:
Den vollständigen Finanzbericht 2015 gibt es als Online-Version unter finanzbericht2015.erzbistum-paderborn.de. Dort ist auch der Download einer pdf-Version möglich.      

Kontakt:  
Erzbischöfliches Generalvikariat, Pressestelle  
Ägidius Engel, Pressesprecher  
Tel. 05251 125-1287  
       
 
Für Fachfragen:   

 

Eckdaten Jahresabschluss 2015

 

2015

Mio. Euro

2014

Mio. Euro

Bilanzsumme

4.161

4.012

Immobilien

272

276

Finanzanlagen

3.718

3.600

Eigenkapital

3.513

3.423

            davon Bistumskapital

781

781

            davon zweckgebundene Rücklagen

2.675

2.588

Eigenkapitalquote

84 %

85 %

 

 

 

Erträge

514

458

            davon Kirchensteuer

396

376

Aufwendungen

461

408

            davon Weitergabe als Zuweisungen

214

183

            davon Personalaufwand

180

159

Bilanzgewinn

44

41

 

 

 

Mitgliederzahl zum 31.12.

1.549.230

1.564.994

Kirchensteuererträge pro Katholik (in Euro)

254

240


Bilanzstruktur (Werte in Mio. Euro)

Ergebnisrechnung (Werte in Mio. Euro)

 
Video zum Finanzbericht 2015