Giebelfiguren segnend über den Dächern von Paderborn

Diözesanbauamt und Kunstkommission begleiten Sanierungsarbeiten am Hohen Dom zu Paderborn

Ein Blickfang des Hohen Dom zu Paderborn ist der mächtige Turm, aber auch der sogenannte Salvatorgiebel.pdp Paderborn, 7. Oktober 2016. Den zahlreichen Besuchern der Bischofsstadt Paderborn fallen die Sanierungsarbeiten am Hohen Dom zu Paderborn ins Auge, für Paderborns Einwohner ist es schon zur Gewohnheit geworden: Ihr Blick fällt auf das Paradiesportal mit der neuen Freitreppe davor, auf den mächtigen Domturm, der demnächst zwei weitere Glocken erhalten soll, aber auch auf den sogenannten Salvatorgiebel, den südlichen Querhausgiebel mit seinen Figuren. In luftiger Höhe segnen und schützen die dort platzierten (Heiligen-)Figuren die Stadt und die hier lebenden Menschen. Die notwendigen Instandsetzungs- und Restaurierungsarbeiten am Hohen Dom werden fachkundig durch das Diözesanbauamt und die Kunstkommission des Erzbistums Paderborn begleitet.      

Die Sanierungsarbeiten am Hohen Dom zu Paderborn sind für die hier tätigen Handwerker und Künstler ein ganz besonderer Dienst, ist es doch wenig alltäglich, an einer Bischofskirche mit seinen Talenten und Fähigkeiten zu wirken. Und ebenso ist es für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Erzbischöflichen Generalvikariats eine nicht ganz alltägliche Herausforderung: Diözesanbaumeisterin Emanuela von Branca stellt sich jedoch gerne mit ihren Mitarbeitern dieser Herausforderung. Insbesondere in dem mittlerweile pensonierten Architekten Bernhard C. Schulte und seinem Nachfolger als Bauleiter der Domsanierung, Architekt Björn Kastrup, hat sie engagierte und fachkundige Mitarbeiter. Eine Aufgabe der Bauleitung war und ist es beispielsweise, die Sanierung und Neuschaffung der Giebelskulpturen auf dem Salvatorgiebel der Domkirche zu begleiten – gemeinsam mit Professor Dr. Christoph Stiegemann, dem Vorsitzenden der Kunstkommission im Erzbistum Paderborn.  

In luftiger Höhe über den Dächern von Paderborn stehen Giebelfiguren mit Segensgestus.pdp Die Giebelfiguren des südlichen Querhauses wurden nach dem Zweiten Weltkrieg gefertigt und standen seitdem in luftiger Höhe. Jesus Christus an der Giebelspitze, jeweils rechts daneben der Apostel Paulus, Johannes der Täufer und der Apostel Andreas. Auf der linken Seite von Jesus standen in einer Reihe der Apostel Petrus, darunter ein Unbekannter und unten der Apostel Bartholomäus. Mit der Zeit rosteten jedoch die aus Eisen gefertigten Befestigungsdübel, das Volumen vergrößerte sich und drückte den Stein auseinander. Bei der Restaurierung der Figuren wurden durch die Firma ars colendi die Eisendübel ebenso wie die Oberflächenverschmutzung entfernt und Löcher und Risse geschlossen. Auch die Figuren der Mutter Gottes im südlichen Querhausgiebel aus dem 19. Jahrhundert und die beiden mittelalterlichen Figuren des Heiligen Meinwerk und des Simon zur Lippe aus dem 13. Jahrhundert wurden gesäubert und restauriert. Die jetzt aufgestellten Figuren des Apostels Petrus und des Apostels Bartholomäus wurden von Steinmetz- und Steinbildhauermeister Michael Diwo nach dem Vorbild der Originale ganz neu geschlagen. Ebenso die Figur eines Unbekannten, der nicht eindeutig zu identifizieren ist. Die neuen Figuren sind rund 1,5 Meter groß und haben ein Gewicht von 200 bis 250 Kilogramm.