„Ein mächtiges Zeichen der Hoffnung setzen“

Weihbischof Matthias König eröffnet bistumsweit „Monat der Weltmission“ in Drolshagen

Bistumsweite Eröffnung des Monats der Weltmission in Drolshagen durch ein Pontifikalamt mit Weihbischof König und ein weltkirchliches Fest im Pfarrheim. Paderborn / Drolshagen, 5. Oktober 2016. Weihbischof Matthias König eröffnete mit einem Festgottesdienst in der Pfarrkirche St. Clemens in Drolshagen bistumsweit den diesjährigen Monat der Weltmission. In diesem Oktober jährt sich der Monat der Weltmission mit seinem Höhepunkt, dem „Sonntag der Weltmission“, zum neunzigsten Mal. Damit begeht die größte weltumspannende Solidaritätsaktion der Katholiken im Jahr 2016 ein besonderes Jubiläum. Unter dem Leitwort „… denn sie werden Erbarmen finden“ (Mt 5,7) sind alle Katholiken weltweit aufgerufen, durch ihre Spende die kirchliche Arbeit in der Einen Welt zu unterstützen.      

Gläubige in rund 100 Ländern spenden für die Arbeit der etwa 1.100 ärmsten Diözesen der Kirche in Afrika, Asien und Ozeanien, die daraus ihre Seelsorge, Ausbildung und Infrastruktur mitfinanzieren. Kirchliche Arbeit ist hier nur dank der Solidarität der Katholiken weltweit möglich. Das Internationale Katholische Missionswerk missio stellt in diesem Jahr die Philippinen in das Zentrum des Monats der Weltmission. So wurde der bistumsweite Eröffnungsgottesdienst in Drolshagen von einem philippinischen Chor aus Dortmund musikalisch gestaltet. Die Missionsbenediktinerin Schwester Cecille Ido OSB stellte beim anschließenden weltkirchlichen Fest die kirchliche Arbeit auf den Philippinen vor.  

Schwester Cecille Ido OSB stellte im Gottesdienst und beim weltkirchlichen Fest ihre Arbeit auf den Philippinen vor.St. Clemens Drolshagen„Wer in Armut hineingeboren oder hineingeraten ist, hat kaum je eine Chance, da herauszukommen. Armut heißt dann, keine Perspektive zu haben“, sagte Weihbischof König in seiner Predigt im Eröffnungsgottesdienst zum Monat der Weltmission. Es sei „grausame Wahrheit“, dass Armut nicht allein ein Mangel an materiellen Ressourcen sei, Armut vielmehr auch den Verlust von Räumen und Zielen bedeute, da der tägliche Überlebenskampf alle Kraft aufbrauche. „Für unzählige Menschen, nicht nur auf den Philippinen, ist es tagtäglich die grausame Lebenswirklichkeit, in der sie sich wiederfinden: Sie haben keine Träume, weil sie es sich nicht leisten können. Sie haben nur ein Ziel: so viel zum Leben zu haben, dass es ein Morgen gibt“, so der Bischofsvikar für Aufgaben der Weltkirche und Weltmission im Erzbistum Paderborn. Christen würden sich nicht mit dieser Wirklichkeit abfinden, führte Weihbischof König weiter aus: „Christen versuchen zu helfen, indem sie mit den armen Menschen nach Perspektiven schauen, sie aufbauen, um damit den Teufelskreis der Armut zu durchbrechen. Christen haben Träume und Ziele, weil ihr christlicher Glaube darauf ausgerichtet ist.“  

Priester, Ordensleute, Missionare, kirchliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter seien oftmals die einzigen, die sich auf die Seite der Armen und Entrechteten stellen würden, erläuterte Weihbischof König in seiner Predigt weiter. „Sie versuchen, ihnen eine Würde wieder zu geben und möchten ihnen helfen, Verantwortung für das eigene Leben zu übernehmen.“ Die Missio-Kampagne zum Monat der Weltmission zeige Beispiele, wie es möglich sei, gegen alle Perspektivlosigkeit „ein mächtiges Zeichen der Hoffnung“ zu setzen, wie es sich für Christen gehöre. Im Heiligen Jahr der Barmherzigkeit werde an solchen Beispielen sehr konkret, wie die Liebe Gottes, die allen Menschen gelte, durch glaubende und mutige Christen in die Welt getragen werde.  

Beim anschließenden weltkirchlichen Fest im Pfarrheim der St.-Clemens-Gemeinde in Drolshagen präsentierte der philippinische Chor CANTA MARIA Volkslieder, Tanz und Schauspiel. Vereine und Initiativen aus dem Dekanat Südsauerland stellten ihre weltkirchliche Arbeit vor.  

Feierlicher Gottesdienst zur bistumsweiten Eröffnung des Monats der Weltmission mit Weihbischof Matthias König.St. Clemens DrolshagenSchwester Cecille Ido OSB, die in der philippinischen Hauptstadt Manila lebt und arbeitet, stellte ihre Arbeit in den Slums vor. „Als Missionsbenediktinerin folge ich dem Ruf der Barmherzigkeit und helfe jenen, die mitten in unserer Gesellschaft unter Armut leiden.“ Dank Spenden aus Deutschland konnte die 72-jährige Ordensfrau mittlerweile das Familienzentrum „Tuluyan“ aufbauen. In das Zentrum kommen obdachlose Familien, die einen Ort für die tägliche Hygiene, eine Möglichkeit zum Kochen und zum gemeinsamen Essen suchen. Es kommen aber auch Familien, die dort für eine gewisse Zeit Unterkunft finden und an den Programmen der Missionsbenediktinerin teilnehmen. „Das Zentrum ist ein Zentrum der Hoffnung für obdachlose Familien. Sie haben dort die Chance, ihr Leben neu zu ordnen und so dem Traum von einer besseren Zukunft ein Stück näher zu kommen“, so die Ordensfrau von den Philippinen.  

Millionen Menschen sind am „Sonntag der Weltmission“, der seit 90 Jahren jedes Jahr im Oktober begangen wird, im Gebet miteinander verbunden. In allen katholischen Gemeinden der Welt werden an diesem Tag Spenden für die ärmsten Diözesen gesammelt. Hilfe und Solidarität wird dringend gebraucht: Von den weltweit rund 2.500 Diözesen der katholischen Kirche befindet sich fast die Hälfte in Ländern, die wie auf den Philippinen zu den ärmsten der Welt gehören. Das Internationale Katholische Missionswerk missio konnte 2015 rund 3,75 Millionen Euro sammeln.  

Ein Chor aus Dortmund gestaltete mit Gesängen von den Philippinen den Gottesdienst und das weltkirchliche Fest.St. Clemens DrolshagenSchwerpunktland der diesjährigen missio-Aktion im Monat der Weltmission sind die Philippinen: Mehr als 80 Prozent der rund 100 Millionen Einwohner sind katholisch. Immer wieder müssen sich die Bewohner der Philippinen vor Erdbeben, Vulkanausbrüchen und Wirbelstürmen in Sicherheit bringen. Der Taifun Haiyan zerstörte 2013 weite Teile der Inseln Leyte und Samar, über 6.000 Menschen starben, hunderttausende Menschen verloren ihr Zuhause. Doch nicht allein Naturkatastrophen vernichten die Lebensgrundlage vieler Familien. Zahlreiche Menschen migrieren aufgrund von Armut und Umweltverschmutzung in Großstädte, wo sie dann in den Slums ums tägliche Überleben kämpfen müssen.  

Schwester Cecille Ido OSB ist noch bis zum 9. Oktober vor allem im Dekanat Südsauerland bei verschiedenen Veranstaltungen zu Gast und berichtet von der aktuellen Situation in ihrer Heimat.