50 Tage „Docat“-App

Professor Dr. Peter Schallenberg (53), Chef-Autor des „Docat“, ist Lehrstuhlinhaber für Moraltheologie an der Theologischen Fakultät Paderborn und Leiter der Katholischen Sozialwissenschaftlichen Zentralstelle der Deutschen Bischofskonferenz in Mönchengladbach.Foto: ThF-PBPaderborn, 13. September 2016 (ThF-PB). Als Geschenk von Papst Franziskus an die Jugendlichen ist die neue „Docat“-App zur Eröffnung des diesjährigen Weltjugendtags vor 50 Tagen in Krakau offiziell eingeführt worden. Heute zählt die App über 63.000 persönliche Versprechen, sein Umfeld und damit die Welt mithilfe dieses „katholischen Soziallehre-Handbuchs“ für Smartphones ein Stück gerechter und besser zu machen. Täglich kommen im Schnitt rund 1.200 neue User-Versprechen hinzu. Kein Wunder also, dass bei Chef-Autor Professor Dr. Peter Schallenberg die Freude über diesen Erfolg groß ist.  

„Ich glaube, dass es eine sehr gute Idee von der Redaktion war, den Docat nicht nur in Buchform sondern auch als App herauszubringen“, sagt Professor Schallenberg. „Eine App ist besonders für Jugendliche oft ansprechender als ein Buch, weil sie schnelleren Zugriff darauf haben und nicht erst im Bücherschrank zuhause danach suchen müssen.“  

Der „Docat“ ist eine Weiterführung des Jugendkatechismus „Youcat“, „eine Konkretisierung im Feld der Ethik, damit ich weiß, was ich tue“, erklärt Professor Schallenberg. „Wie der Name sagt: Do-cat.“ In jugendlicher Sprache wolle dieser praktisch ethische Katechismus erklären, was die katholische Kirche in Bereichen der Sozialethik, der Moraltheologie oder der Bioethik lehrt und zu sagen hat. Er lade zum Selbststudium ein und sei genauso als Arbeitsinstrument für Katechesen geeignet.  

Die Texte des „Docat“ seien in mehreren Schritten entstanden, sagt Professor Schallenberg, der neben seiner Lehrtätigkeit in Moraltheologie an der Theologischen Fakultät Paderborn auch die Katholische Sozialwissenschaftliche Zentralstelle der Deutschen Bischofskonferenz in Mönchengladbach leitet, die die Federführung des Projektes übernommen hatte. Zunächst hätten er und seine Mitarbeiter einen Grundtext erstellt. Dieser sei durch Co-Autoren erweitert und in zwei Wochenendworkshops von Jugendlichen redigiert worden. Schließlich hätte die Glaubenskongregation in Rom den Text als offiziellen Katechismus der katholischen Kirche approbiert.  

„Besonders angetan von dem Projekt bin ich wegen des Versuchs, das sperrige Gebäude christlicher Ethik in eine handliche Frage-Antwort-Form zu bringen“, sagt Professor Schallenberg. Dadurch käme es zwar vereinzelt zu Verkürzungen, weshalb der Blick in den „Docat“ nicht von weiterer Lektüre entbinde. Dennoch enthalte er in prägnanter Weise das, was die Kirche denkt und lehrt. „Bei Vorträgen und Lehrveranstaltungen weise ich jetzt oft auf den „Docat“ hin, zeige die App und sage nicht nur jungen Leuten: Gucken sie da rein, informieren sie sich. Das ist auf dem neusten Stand die offizielle Meinung, die offizielle Lehre der Kirche in ethischen Fragen.“