Katholisches Datenschutzzentrum geht an den Start

Steffen Pau ist neuer Diözesandatenschutzbeauftragter für die (Erz-) Diözesen Köln, Paderborn, Aachen, Essen und Münster

Generalvikar Alfons Hardt überreichte Steffen Pau dessen Ernennungsurkunde. Sie trägt die Unterschriften aller Erzbischöfe und Bischöfe der fünf NRW-(Erz-)Bistümer.Foto: pdpPaderborn, 31. August 2016. Ab sofort bündeln die nordrhein-westfälischen (Erz-)Bistümer Köln, Paderborn, Aachen, Essen und Münster ihr Engagement in Sachen Datenschutz: Zum 1. September 2016 nimmt das neue Katholische Datenschutzzentrum (KDSZ) mit Sitz in Dortmund seine Tätigkeit auf. Geleitet wird das Zentrum, das vom Land NRW als Körperschaft des öffentlichen Rechts anerkannt wurde, von Steffen Pau. Als Vorsitzender des KDSZ-Verwaltungsrates überreichte Generalvikar Alfons Hardt (Paderborn) heute die von den Erzbischöfen und Bischöfen der fünf (Erz-)Diözesen unterzeichnete Ernennungsurkunde an den Leiter des neuen Datenschutzzentrums.      

Steffen Pau nimmt mit seinem Amtsantritt die Aufgaben des Diözesandatenschutzbeauftragten für den Bereich der (Erz-)Diözesen Köln, Paderborn, Aachen, Essen und den in NRW gelegenen Teil des Bistums Münster wahr. Der 44-Jährige ist Volljurist und war schon vorher im Bereich des Datenschutzes tätig.  

Nach dem Grundgesetz ist die katholische Kirche berechtigt, den Bereich des Datenschutzes eigenverantwortlich zu regeln. Dabei kann jede Diözese – soweit ein am staatlichen Recht orientierter Datenschutzstandard gewährleistet ist – sowohl ein eigenes Datenschutzrecht setzen, als auch eine eigene Datenschutzaufsicht durch einen entsprechenden Datenschutzbeauftragten ausüben.

Justitiar Marcus Baumann-Gretza (r.), Leiter des Rechtsamts im Erzbischöflichen Generalvikariat Paderborn, wurde von Generalvikar Alfons Hardt, als bisheriger Diözesandatenschutz- beauftragter für das Erzbistum Paderborn verabschiedet.Foto: pdp Neue Vorgaben des europäischen Rechts erfordern veränderte Organisationsformen für den Datenschutz auch im kirchlichen Bereich. „Zudem spielt der Datenschutz in nahezu allen, auch in kirchlichen Kontexten eine immer größere Rolle. Technische Möglichkeiten der Datennutzung nehmen ebenso zu wie die Sensibilität der Betroffenen für den Schutz ihrer personenbezogenen Daten“, so Generalvikar Alfons Hardt im Gespräch bei der Überreichung der Ernennungsurkunde an Steffen Pau.  

Um den heutigen rechtlichen Anforderungen besser gerecht zu werden, ein entsprechendes Beratungsangebot in Sachen Datenschutz bereit zu stellen und zugleich die Synergieeffekte einer überdiözesanen Organisationsform zu nutzen, haben die fünf (Erz-)Diözesen das KDSZ ins Leben gerufen und einen gemeinsamen Diözesandatenschutzbeauftragten bestellt. Zusammen mit seinem Team, das Steffen Pau unterstützen wird, wird er Ansprechpartner in Fragen des Datenschutzrechts, der Datensicherheit und der Datenschutzaufsicht sein. Mit Amtsantritt von Herrn Pau enden zugleich die Beauftragungen der bisherigen Diözesandatenschutzbeauftragten in den einzelnen (Erz-)Bistümern.      

Steffen Pau leitet künftig das Katholische Datenschutzzentrum.Foto: pdp Vita: Steffen Pau  
Steffen Pau, der Leiter des neu eingerichteten Katholischen Datenschutzzentrums (KDSZ) mit Sitz in Dortmund, wurde 1972 in Ratingen geboren. Er studierte von 1993 bis 1998 Rechtswissenschaft an der Universität Bonn und war nach seinem erfolgreich abgelegten 1. Staatsexamen von 1999 bis 2001 als Referendar am Landgericht Kleve tätig. Nach seinem 2. Staatsexamen erfolgte 2002 seine Zulassung als Rechtsanwalt.

 Berufsbegleitend absolvierte er zahlreiche Weiterbildungen. So erwarb er unter anderem eine Zertifizierung zum Datenschutzauditor (TÜV) sowie eine Zertifizierung zum Datenschutzbeauftragten (GDDcert.). Parallel zu seiner Tätigkeit als Rechtsanwalt war Steffen Pau seit 2005 Datenschutzbeauftragter der Bundesrepublik Deutschland – Finanzagentur GmbH, einem Finanzdienstleistungsunternehmen im Eigentum der Bundesrepublik Deutschland, mit Sitz in Frankfurt am Main. Hier hat er neben dem Datenschutz auch noch andere Bereiche betreut. Zum 1. September 2016 wird er seine neue Aufgabe als Datenschutzbeauftragter für die (Erz-) Diözesen Köln, Paderborn, Aachen, Essen und Münster übernehmen.