Den Schritt mit Jesus wagen

Weihbischof Dr. Dominicus Meier weiht fünf Diakone in Dortmund

Fünf Seminaristen des Erzbischöflichen Priesterseminars Paderborn wurden am Samstag in der Pfarrkirche St. Ewaldi in Dortmund durch Weihbischof Dr. Dominicus Meier OSB zu Diakonen geweiht. Vordere Reihe (v.l.): Jakob Jan Küchler, Lukas Hellekes, Weihbischof Dr. Dominicus Meier, Oliver Schütte, Duc Thien Nguyen und Dominic Molitor.pdp Dortmund, 16. April 2016. Durch Handauflegung und Gebet spendete im Auftrag von Erzbischof Hans-Josef Becker Weihbischof Dr. Dominicus Meier OSB am Samstag fünf Seminaristen des Erzbischöflichen Priesterseminars Paderborn die Diakonenweihe. Die Weiheliturgie wurde erstmals in der Pfarrkirche St. Ewaldi in Dortmund gefeiert.

„Der Geist des Herrn erfüllt das All“, sang die Gemeinde als die Weihekandidaten in die Kirche einzogen. „Hier bin ich“, sagten dann vor dem Weihbischof stehend laut und für alle vernehmbar die Kandidaten Lukas Hellekes aus Altenhundem, Jakob Jan Küchler aus Wanne-Eickel, Dominic Molitor aus Neheim, Duc Thien Nguyen aus Bergkamen und Oliver Schütte aus Erwitte.

Zahlreiche Gäste aus den Heimat- und Praktikumsgemeinden, Verwandte, Freunde, Bekannte und Wegbegleiter waren zur Feier der Diakonenweihe nach Dortmund gekommen. Seit 1995 findet die Weihe der angehenden Diakone, die auf dem Weg zum Priesteramt sind, in einer der Pfarreien des Erzbistums Paderborn statt. So wird deutlich, dass die Kandidaten aus den verschiedenen Pfarreien des Erzbistums kommen und dort später als Diakone und Priester wieder eingesetzt werden.

Weihbischof Dominicus griff das „Hier bin ich!“ und die weiteren Versprechen der Kandidaten in seiner Predigt auf: „Was steckt nicht alles in diesen Worten: ‚Hier bin ich! - Ich bin bereit! – Ich verspreche es!‘ Es sind einfache Sätze, die für euch aber schon bald Verantwortung einfordern, Sätze, die euer Leben verändern werden.“ Wer den Schritt mit Jesus wage, dem wehe der Wind oft heftig ins Gesicht. Aber, wie schwer der Sturm auch seinen möge, Jesus werde ihnen neue Kraft schenken. An die Weihekandidaten gewandt sagte Weihbischof Dominicus: „Wenn Ihr heute mit der Diakonenweihe den Schritt aus dem sicheren Boot der Fakultät, des Seminars, der Familie und der Heimatgemeinde in die Weite unseres Erzbistums wagt, dann behaltet bitte Jesus im Blick.“ Sie sollten mit Jesu Augen auf die Erfordernisse der Gemeinde und die Weitergabe des Glaubens schauen. „Gebt euch nicht mit dem Äußeren, der reinen Form oder dem noch so gut gefeierten Ritus zufrieden, sondern sucht die Begegnung mit Christus, dem Lebendigen“, riet Weihbischof Dominicus. Er wünschte ihnen, dass „ihr mit wachen und aufmerksamen Augen durch die Welt geht, die Not der Menschen seht und sie an euer Herz heranlasst.“

Zum Zeichen ihrer besonderen Hingabe lagen die Weihekandidaten ausgestreckt auf dem Boden während die Gemeinde die Heiligen um Beistand anrief.pdp Während der Weiheliturgie versprachen die Kandidaten, den Dienst des Diakons zum Wohl des christlichen Volkes auszuüben, den Schatz des Glaubens, gemäß dem Evangelium und der Überlieferung der Kirche in Wort und Tat zu verkünden, dauerhaft ehelos zu leben, aus dem Geist der Innerlichkeit zu leben und Männer des Gebetes zu werden, den Armen und Kranken beizustehen und den Heimatlosen und Notleidenden zu helfen. Ihr Leben wollen sie nach dem Bild und Beispiel Jesu Christi gestalten und dem Erzbischof von Paderborn in Ehrfurcht und Gehorsam begegnen.

Durch Handauflegung und Gebet spendete Weihbischof Dr. Dominicus Meier OSB am Samstag fünf Seminaristen des Erzbischöflichen Priesterseminars Paderborn in Dortmund die Diakonenweihe.pdp Im anschließenden Gebet der Gemeinde wurden die Heiligen um Beistand angerufen. Dabei lagen die Weihekandidaten zum Zeichen ihrer besonderen Hingabe ausgestreckt auf dem Boden. Nach der Spende der Weihe durch Handauflegung und Gebet erhielten die neuen Diakone aus den Händen ihrer Heimatpfarrer die Stola, die als Zeichen des diakonalen Amtes während der Liturgie getragen wird, sowie das liturgische Gewand des Diakons, die Dalmatik. Schließlich überreichte Weihbischof Dominicus jedem einzelnen Diakon das Evangelienbuch. Die Eucharistiefeier schloss sich an die Weiheliturgie an. Dabei bereiteten zwei der zuvor geweihten Diakone, Diakon Oliver Schütte und Diakon Jakob Jan Küchler den Altar.

Nach dem Gottesdienst gab es einen Empfang und Gratulationen auf dem Kirchplatz. Am Nachmittag beschloss eine feierliche Dankvesper, die von den neugeweihten Diakonen geleitet wurde, den Tag.

Musikalisch wurde die Diakonenweihe in der Pfarrkirche St. Ewaldi gestaltet durch den Kirchenchor St. Ewaldi unter der Leitung von Johannes Nonhoff, die Kirchenchöre der kath.-vietnamesischen Mission im Erzbistum Paderborn und im Bistum Essen, die Schola des Erzbischöflichen Theologenkonvikts Collegium Leoninum unter der Leitung von Tim Störmer, von Kantorin Gabriele Nonhoff und an der Orgel durch Brigitte Strunck und Johannes Nonhoff.

An die Weiheliturgie schloss sich die Eucharistiefeier an. Dabei bereiteten zwei der zuvor geweihten Diakone, Diakon Oliver Schütte (links) und Diakon Jakob Jan Küchler (rechts), den Altar und nahmen die Gaben für die Feier der Eucharistie mit Weihbischof Dominicus (Mitte) in Empfang.pdp



 

 

 Folgende Kandidaten werden zu Diakonen geweiht:

  • Lukas Hellekes aus der Pfarrei St. Agatha in Altenhundem. Er wurde 1988 in Plettenberg geboren. Nach seinem Abitur am Städtischen Gymnasium Lennestadt machte er eine Ausbildung zum Rettungssanitäter und absolvierte anschließend den Zivildienst im Rettungsdienst. Er studierte an der Theologischen Fakultät Paderborn, wo er 2014 sein Studium mit dem Diplom abschloss. Danach ging Hellekes für mehrere Monate nach Austin (Texas). Vor seinem Eintritt in das Erzbischöfliche Priesterseminar Paderborn im September 2015 absolvierte er ein Gemeindepraktikum in Paderborn. Seine Diakonatsgemeinde ist die Kirchengemeinde St. Bonifatius Herne im Pastoralverbund Herne-Mitte.

  • Jakob Jan Küchler wurde 1990 in Herne geboren. Seine Heimatgemeinde ist die Pfarrei Allerheiligste Dreifaltigkeit in Wanne-Eickel. Nach seinem Abitur an der Erich-Fried-Gesamtschule Herne studierte Küchler von 2009 bis 2014 in Paderborn und Paris Theologie. 2014 schloss er das Studium mit dem Diplom ab. Danach absolvierte er ein Sozialpraktikum bei der Bahnhofsmission Bielefeld, ein Gemeindepraktikum in der Kirchengemeinde St. Jodokus in Bielefeld und einen Austausch mit einem Jugendpraktikum im Paderborner Partnerbistum Le Mans. Im September 2015 trat Küchler in das Erzbischöfliche Priesterseminar Paderborn ein. Seine Diakonatsgemeinde wird die Kirchengemeinde St. Jodokus in Bielefeld, Pastoralverbund Bielefeld-Mitte-Nord-West, sein.

  • Dominic Molitor aus der Pfarrei St. Johannes Baptist in Neheim. Er wurde 1988 geboren. Nach seinem Abitur am St. Ursula-Gymnasium in Neheim leistete er Zivildienst im St. Johannes-Hospital in Neheim. Es folgte ein Studium der Katholischen Theologie von 2009-2014 in Paderborn und an der Gregoriana in Rom. Vor seinem Eintritt in das Erzbischöfliche Priesterseminar Paderborn im September 2015 arbeitete er in einer Mission in Kenia mit. Die Diakonatsgemeinde von Molitor ist die Pfarrei St. Augustinus in Hilchenbach-Dahlbruch im Pastoralverbund Nördliches Siegerland.

  • Duc Thien Nguyen aus der Kirchengemeinde St. Elisabeth in Bergkamen. Er wurde 1989 in Kamen geboren. 2009 macht er sein Abitur am Städtischen Gymnasium Kamen und begann anschließend sein Theologiestudium an der Theologischen Fakultät Paderborn. Nach seinem Freisemester am Institute Catholique in Paris (2011/12) setzte er sein Theologiestudium in Paderborn fort und machte 2014 hier sein Diplom. Es folgte ein Volontariat in der Benediktinerabtei Dormitio in Jerusalem und ein Sozialpraktikum im Hospiz am Bruder-Jordan-Haus Dortmund. Im September 2015 trat Duc Thien Nguyen ins Erzbischöfliche Priesterseminar Paderborn ein. Die Diakonatsgemeinde ist die Pfarrei St. Laurentius, Arnsberg.

  • Oliver Schütte wurde 1970 in Erwitte geboren. Er kommt aus der Kirchengemeinde St. Laurentius in Erwitte. Nach seinem Abitur am Städtischen Gymnasium Erwitte absolvierte er eine Ausbildung zum Groß- und Außenhandelskaufmann. Nach dem Studium der Fächer Betriebswirtschaftslehre, Geschichte und Geographie auf Lehramt war er als Geschäftsführender Gesellschafter einer gastronomischen Verwaltungs-GmbH und als IT-Systemkaufmann tätig. Ab 2009 studierte Schütte Theologie an der Theologischen Fakultät Paderborn und der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. 2015 schloss er sein Studium mit dem Diplom ab und trat in das Erzbischöfliche Priesterseminar Paderborn ein. Seine Diakonatsgemeinde ist die Kirchengemeinde St. Ewaldi in Dortmund-Aplerbeck.

 

Stichwort: Diakon

Das Wort Diakon leitet sich vom griechischen Wort diakonos ab und bedeutet „Diener“, „Helfer“. Ein Diakon ist gesandt zur besonderen Nachfolge Christi. Innerhalb der Kirche bekleidet er ein geistliches Amt, den Diakonat. Seine Aufgaben beschränken sich aber nicht auf den Gottesdienst (liturgia - Liturgie), vielmehr umfassen sie auch die Verkündigung (martyria – Zeugnis) und den „Dienst am Nächsten“ (diakonia – Diakonie / Caritas) und damit alle drei Grundvollzüge der Kirche. Für einen Diakon ist der „Dienst am Nächsten“ wesentlich, er ist insbesondere dazu aufgerufen, zu den Armen und Kranken, den „Menschen am Rande“ zu gehen. Die von einem Bischof gespendete sakramentale Weihe zum Diakon ist ein Element des dreigliedrigen Weihesakraments (Diakon – Priester – Bischof). So ist der Diakon in die Gemeinschaft der Geistlichen, den Klerus, eingegliedert.

Diakone assistieren dem Priester bei der Feier der Eucharistie, verkünden dabei das Evangelium und dürfen predigen. Sie können das Sakrament der Taufe spenden, bei der kirchlichen Eheschließung assistieren, Beerdigungen leiten, Wortgottesdienste feiern und die Kommunion spenden. Die Feier der Eucharistie bleibt den Priestern vorbehalten, ebenso wie die Spendung des Sakramentes der Krankensalbung und des Bußsakramentes.

Priesteramtskandidaten werden zunächst zum Diakon und dann zum Priester geweiht. Verheiratete Männer, die 35 Jahre und älter sind, können nach einer entsprechenden Ausbildung und mit Zustimmung ihrer Ehefrau zum Diakon geweiht werden, um als Ständiger Diakon eingesetzt zu werden. Ständige Diakone üben in der Regel zusätzlich zum Seelsorgedienst einen bürgerlichen Beruf aus. Wer ein Zölibatsversprechen ablegt, kann die Diakonenweihe bereits mit 25 Jahren empfangen.

Bei von einem Diakon geleiteten liturgischen Feiern trägt der Diakon als Amtszeichen die Diakonenstola über dem Chorgewand oder der Albe. Die liturgische Kleidung des Diakons bei der Assistenz in der Eucharistiefeier ist die Dalmatik, die wie das priesterliche Messgewand über Albe und Stola getragen wird.