„Wir sind Christi Leib in dieser Welt“

Heilige Messe am Abend des Gründonnerstags mit Abendmahl und Fußwaschung

In der Messe vom Letzten Abendmahl des Gründonnerstags wusch Erzbischof Hans-Josef Becker zwölf Männern beim Ritus der Fußwaschung die Füße.pdpPaderborn, 24. März 2016. Am Abend des Gründonnerstags feierte Erzbischof Hans-Josef Becker im Hohen Dom zu Paderborn die traditionelle Messe vom Letzten Abendmahl. Nach seiner Predigt wusch er zwölf Männern die Füße. Nach dem Gottesdienst wurde das Allerheiligste in einer Prozession in die Krypta des Paderborner Domes getragen. „Was die Fußwaschung als Zeichenhandlung meint, das geschieht real im Vorgang des Mahles der Eucharistie“, sagte der Paderborner Erzbischof in seiner Predigt. Am Karfreitag leitet Weihbischof Hubert Berenbrinker im Hohen Dom zu Paderborn um 15 Uhr die Karfreitagsliturgie, die Feier vom Leiden und Sterben Jesu Christi. Bereits um 10 Uhr betet Weihbischof Matthias König den Kreuzweg im Kreuzgang des Paderborner Domes.

Was die Fußwaschung als Zeichenhandlung meine, das geschehe real im Vorgang des Mahles der Eucharistie, sagte Erzbischof Becker in seiner Predigt.pdpMit der Feier des traditionellen Gottesdienstes vom Letzten Abendmahl am Abend des Gründonnerstages tritt die Kirche in das österliche Triduum ein. Das sogenannte Triduum erstreckt sich über drei Tage, vom Abend des Gründonnerstages bis zum Ostersonntag. Es entfaltet in einer einzigen großen Feier Tod und Auferstehung Jesu Christi, die Mitte des christlichen Glaubens.

Jesus sei im Geschehen der Eucharistie „ganz und wesentlich und wirklich unter uns, bei uns, seiner Gemeinde“, führte Erzbischof Becker in seiner Predigt aus. „Er, der sein Gottsein nicht festhalten wollte, erniedrigt sich hinein in die materielle Gestalt von Brot und Wein.“ Was Zeichen menschlichen Lebens sei – Brot und Wein –, werde zum Zeichen göttlicher Gegenwart. Weil Jesus Christus zum eucharistischen Mahl einlade und „weil Christus uns dessen würdigt, treten wir zum Tisch des Herrn und empfangen das Brot des Lebens, heute Abend und in der Zukunft, die Er uns reicht“, so der Paderborner Erzbischof. „Im Sakrament der Liebe Gottes werden wir heute, am Tag des Abendmahls, zu dem, wozu Christus uns berufen hat, bestimmt hat und geweiht hat: Wir sind Christi Leib in dieser Welt. Ja, das sind wir!“

In einer Prozession wurde das Allerheiligste nach dem Gottesdienst von Erzbischof Becker in die Krypta des Paderborner Domes getragen.pdpBeim Ritus der Fußwaschung, der traditionell in der Messe vom Letzten Abendmahl an Gründonnerstag begangen wird, wusch Erzbischof Hans-Josef Becker im Altarraum des Hohen Domes nach der Predigt zwölf Männern die Füße. Nach dem Gottesdienst wurde das Allerheiligste in die Krypta des Hohen Domes getragen. Dort betete Erzbischof Becker mit den Mitgliedern des Metropolitankapitels und zahlreichen Gläubigen die Komplet. Im Anschluss fanden in der Krypta bis 24 Uhr Betstunden statt. Nach dem Gottesdienst wurden sämtliche Decken und Schmuck vom Altar entfernt. Der Gründonnerstagsgottesdienst wurde auch ohne die gewohnten Schlussriten beendet, wodurch deutlich wird, dass die Feier des österlichen Triduums eine einzige große Feier ist, die sich vom Abend des Gründonnerstags bis zum Ostersonntag erstreckt.

In der Krypta betete Erzbischof Becker mit den Mitgliedern des Metropolitankapitels und zahlreichen Gläubigen die Komplet. Im Anschluss fanden in der Krypta bis 24 Uhr Betstunden statt.pdpDie von Weihbischof Hubert Berenbrinker geleitete Karfreitagsliturgie um 15 Uhr im Hohen Dom zu Paderborn wird deshalb ohne die gewohnten Eröffnungsriten eröffnet und ohne Schlussriten beendet werden. In der Todesstunde Jesu gedenkt die Kirche seines Leidens und Sterbens. In diesem Gottesdienst wird als Evangelium die Passion Jesu vorgelesen und die Gläubigen haben die Möglichkeit zur Verehrung des Kreuzes. Nach der Kommunionfeier wird das heilige Kreuz in die Krypta übertragen.