Hilfe bei der Sprache und Problemen des Alltags

500. Antrag an den Flüchtlingsfonds des Erzbistums kam aus Delbrück-Sudhagen

Sprachkurs mit Flüchtlingen in Delbrück-Sudhagen Die ehrenamtlichen Helferinnen mit ihrer „Klasse“ vor der Pfarrkirche St. Elisabeth in Delbrück-Sudhagen.pdp Delbrück / Paderborn, 22. März 2016. Von einem gegenseitigen Geben und Nehmen sprechen die sieben Frauen, die im katholischen Pfarrheim Delbrück-Sudhagen den im Ort lebenden Flüchtlingen Sprachunterricht erteilen. „Wir helfen unseren neuen Nachbarn bei der Sprache und den Problemen des Alltags“, sagen die ehrenamtlichen Helferinnen. „Im Gegenzug unterstützen sie uns bei Näh- oder Schneiderarbeiten und bei verschiedenen Veranstaltungen.“ Zur finanziellen Unterstützung des Sprachunterrichts stellte Olga Freise von der Katholischen Frauengemeinschaft (kfd) jetzt einen Antrag auf Förderung durch den Flüchtlingsfonds des Erzbistums Paderborn. Es war der 500. Antrag, der die Hauptabteilung Finanzen im Erzbischöflichen Generalvikariat erreichte. 

Immer mittwochs und freitags vormittags kommen die Frauen und Männer mit ihren noch nicht schulpflichtigen Kindern zum Sprachunterricht zusammen, der von Silke Hüllmann, Christina Hüllmann, Sibylle Brandwitte, Andrea Hils-Wolke und Anna Schräder gehalten wird. Für die Kinder wurde im Pfarrheim extra eine Spielecke eingerichtet. „Dies haben wir deshalb getan, damit die Kinder versorgt sind und auch die Frauen zum Sprachkurs kommen können.“ Auch um die schulpflichtigen Flüchtlingskinder kümmern sich die Frauen: Zwei Mal in der Woche gehen Olga Freise und Ulrike Almost-Breimhorst zu ihnen in die Grundschule, um sie in einer eigenen Klasse in deutscher Sprache zu unterrichten. Bei der Organisation unterstützt sie Brigitte Michaelis, Vorsitzende des Heimatvereins Sudhagen.

Sprachkurs mit Flüchtlingen in Delbrück-Sudhagen Alles ehrenamtlich: Silke Hüllmann (rechts) ist eine von sieben Frauen, die Flüchtlinge im Pfarrheim St. Elisabeth in der deutschen Sprache unterrichten.pdp Beim Sprachkurs mit den Erwachsenen kommen auch Fragen und Probleme des Alltags auf den Tisch, berichten die Frauen: „Was macht man, wenn die Heizung kaputt ist? Wie trennt man Müll? Bei solchen Fragen unterstützen wir ebenfalls, und wir helfen auch, wenn zum Beispiel ein Facharzttermin vereinbart werden muss. Außerdem nehmen wir die Leute mit ins Dorf zu Sportvereinen oder Veranstaltungen, zum Beispiel zum letztjährigen Adventsbasar.“ Seit Sommer 2015 leben in Delbrück-Sudhagen Flüchtlinge. Sie kommen aus Syrien, dem Irak, Albanien, Russland, Polen und Kroatien. Derzeit sind es 52 Personen.

Mit dem Geld aus dem Flüchtlingsfonds wird nun weiteres Unterrichtsmaterial für die Erwachsenen sowie Spielzeug für die Kinder angeschafft. Außerdem werden neue gemeinsame Unternehmungen geplant.  

Der von Erzbischof Hans-Josef Becker im September 2014 aufgelegte Flüchtlingsfonds umfasste zunächst eine Summe von einer Million Euro. Als die Zahl der Menschen, die aufgrund von Bürgerkrieg, Verfolgung oder Vertreibung ihre Heimat verlassen, stark anstieg, beschloss der Kirchensteuerrat im Erzbistum Paderborn die Aufstockung des Flüchtlingsfonds um zwei Millionen Euro auf insgesamt drei Millionen Euro. Inzwischen wurden über 500 Anträge bearbeitet und eine Gesamtsumme von 1,789 Millionen Euro bewilligt (Stand: 18. März 2016).

Sprachkurs mit Flüchtlingen in Delbrück-Sudhagen Die Kinder sind mit dabei, wenn ihre Eltern den Sprachkurs besuchen. Olga Freise (im Vordergrund) geht auch in Grundschulen, um Flüchtlingskindern Sprachunterricht zu geben.pdp Aus dem Flüchtlingsfonds können Kirchengemeinden und weitere Einrichtungen des Erzbistums, die ehrenamtliche Hilfe für Flüchtlinge leisten, Fördermittel beantragen. Die Fördergelder werden beispielsweise dazu verwendet, Sprachkurse für Flüchtlinge durchzuführen, Unterkünfte besser auszustatten, Willkommensfeste zu organisieren oder Internetcafés einzurichten. Auch die Anschaffung von Materialien für Spielangebote, Hausaufgabenbetreuung, Deutschkurse oder sonstige Hilfsmittel wird bezuschusst. Förderanträge können außerdem gestellt werden, um leer stehende kirchliche Wohnimmobilien in der Gemeinde zu Wohnräumen herzurichten und mit entsprechenden Möbeln auszustatten. Auch Kosten für Rechtsanwälte, psychologische Betreuung sowie Dolmetscher werden durch den Fonds unterstützt.