„Hilfesuchenden Menschen eine Lebensperspektive schenken und sie nicht enttäuschen“

Weihbischof Dr. Dominicus Meier OSB beim Empfang zum dritten Jahrestag der Amtseinführung von Papst Franziskus

Weihbischof Dr. Dominicus Meier OSB bedachte beim Empfang zum dritten Jahrestag der Amtseinführung von Papst Franziskus den päpstlichen Aufruf zur Barmherzigkeit mit dem aktuellen Thema der Flucht von Menschen aus ihrer Heimat.pdp Paderborn, 6. März 2016. „Es ist ein Appell an unsere Barmherzigkeit, wenn die Sehnsucht nach Leben, nach einem Leben in Sicherheit, in den letzten Monaten hunderttausende Menschen zur Flucht aus ihrer Heimat bewegt hat. Es geht um Menschen, und deswegen müssen wir ihnen helfen.“ Das sagte Weihbischof Dr. Dominicus Meier OSB am Sonntag beim Empfang der Päpstlichen Familie zum dritten Jahrestag der Amtseiführung von Papst Franziskus. Der Jahrestag der Amtseinführung des Heiligen Vaters, der für die katholische Weltkirche ein Festtag ist, wird im Erzbistum Paderborn mit einem Pontifikalamt im Hohen Dom zu Paderborn und dem traditionellen Empfang der Päpstlichen Familie im Konrad-Martin-Haus begangen.

Zur Päpstlichen Familie in den (Erz-)Diözesen zählen Geistliche, die die Ehrentitel Päpstlicher Ehrenkaplan (Monsignore), Päpstlicher Ehrenprälat und Apostolischer Protonotar tragen, sowie Träger des Päpstlichen Silvester- und Gregoriusordens, die Ritter vom Heiligen Grab zu Jerusalem und die Mitglieder des Malteserordens. Außerdem gehören mehrere Amtsträger im Vatikan, die den Papst als Staatsoberhaupt in besonderer Weise unterstützen, zur Päpstlichen Familie.

In Vertretung von Erzbischof Hans-Josef Becker hieß Weihbischof Dr. Dominicus Meier OSB die anwesenden Mitglieder der Päpstlichen Familie aus dem Erzbistum Paderborn beim Empfang im Konrad-Martin-Haus willkommen. Wer sich mit dem aktuellen und alle berührenden Thema der Flucht von Menschen aus ihrer Heimat befasse, stelle sich einem zentralen Impuls von Papst Franziskus, führte Weihbischof Dominicus aus. Das Oberhaupt der Kirche wolle Menschen, die ihre Heimat verloren haben, eine konkrete Perspektive schenken. Es sei die Sehnsucht nach Würde und Freiheit, die Angst vor Repression und Bürgerkrieg, die Verletzung von Menschen- und Religionsrechten, die Menschen antreibe, ihre Länder zu verlassen und zu fliehen. „Sie verlassen ihre Heimat nicht ohne Grund. Jeder Flüchtling hat seinen ganz persönlichen Grund, warum er glaubt, für sich und seine Familie zu Hause keine Lebensperspektive mehr zu haben.“ Es komme darauf an, den einzelnen hilfesuchenden Menschen in seinem Schicksal wahrzunehmen.

Zahlreiche Mitglieder der Päpstlichen Familie nahmen am Empfang des Erzbistums Paderborn teil. Weihbischof Dr. Dominicus Meier OSB sprach zu den Themen Barmherzigkeit und Flüchtlinge, die zu uns kommen.pdp Er sei dankbar für die enorme, vor allem ehrenamtlich getragene Solidaritätsbewegung für Flüchtlinge quer durch die Bevölkerungsschichten in der Gesellschaft und der Kirche, führte der Weihbischof im Erzbistum Paderborn weiter aus. Als Beispiel für das große Engagement für Flüchtlinge verwies er auf den von Erzbischof Hans-Josef Becker aufgelegten Flüchtlingsfonds des Erzbistums Paderborn, mit dem der ehrenamtliche Einsatz vor Ort in den Kirchengemeinden und Gruppen unterstützt wird. Der Flüchtlingsfonds ist mit drei Millionen Euro ausgestattet, durch ihn werden Maßnahmen kurzfristig und unbürokratisch gefördert. „Ich bin davon überzeugt, dass es angesichts der vielen notleidenden und traumatisierten Flüchtlingen, die zu uns kommen, ein Zeugnis des Glaubens und unserer Barmherzigkeit ist, dass in unseren Städten, Gemeinden, Kirchen, Ordenshäusern und Einrichtungen Menschen zusammenrücken, Lebensraum schaffen, eine Willkommens-Kultur entwickeln und finanzielle Mittel zur Verfügung stellen.“

Weihbischof Dr. Dominicus Meier OSB betonte weiter, er sei trotz aller Skepsis von Einzelnen dankbar, dass die christliche Barmherzigkeit lebendig und vielgestaltig in den Gemeinden und Gemeinschaften von Vielen gelebt werde. „Unternehmen wir weiterhin alle Anstrengungen, damit das Wort Barmherzigkeit kein hohle Phrase ist, sondern im Zusammenspiel von Politik, Verwaltung, Kirchen, Hilfsorganisationen, Vereinen, Bürgerinnen und Bürgern den hilfesuchenden Menschen eine Lebensperspektive schenkt und sie nicht enttäuscht!“ „Barmherzigkeit“ sei auch dann als Maßstab des Handelns zu benennen, wenn aus berechtigten Gründen ein Asylantrag abgelehnt werde und eine Abschiebung erfolge, auch diese müsse in einer menschenwürdigen Art und Weise erfolgen.

Zum Abschluss seiner Rede zu den Vertreterinnen und Vertretern der Päpstlichen Familie führte Weihbischof Dominicus aus, dass der Aufruf zur Barmherzigkeit gegenüber den zu uns kommenden Menschen notwendig auch die Ursachen für deren Flucht aus der Heimat mit in den Blick nehmen müsse und dass auch gegen sie vorzugehen sei. „Es gibt viel zu tun, und es ist eine sehr langwierige regionale, nationale und europäische Aufgabe - eine Aufgabe, für die es sich meines Erachtens aber lohnt, sich einzusetzen. Denn es geht um den Menschen, es geht um die Sehnsucht und die göttliche Verheißung vom gelungenen Menschsein für uns und andere – für alle.“

Anlässlich des dritten Jahrestages der Amtseinführung von Papst Franziskus feierte Weihbischof Dr. Dominicus Meier OSB mit den Mitgliedern der Päpstlichen Familie ein Pontifikalamt im Hohen Dom zu Paderborn.pdp Vor dem Empfang hatte Weihbischof Dr. Dominicus Meier OSB in Vertretung des Paderborner Oberhirten mit den Mitgliedern der Päpstlichen Familien und vielen weiteren Gläubigen ein Pontifikalamt im Hohen Dom gefeiert. Dieses wurde musikalisch vom Domchor unter der Leitung von Domkantorin Gabriele Sichler-Karle und Domorganist Tobias Aehlig an der Orgel gestaltet. In seiner Predigt sagte Weihbischof Dr. Dominicus Meier OSB ausgehend vom biblischen Gleichnis vom verlorenen Sohn: „Es geht nicht um Moral, vielmehr um Versöhnung, Wertschätzung und Liebe füreinander, über das konkrete Ereignis, über die Spannungen und Verspannungen der Vergangenheit hinaus. Nur in der akzeptierten Unterschiedlichkeit werden wir einander verstehen und uns annehmen können.“ Es komme darauf an, das Anderssein der Mitmenschen zu akzeptieren, mit ihnen ein Stück des Weges zu gehen, „weil ich sie als mir wertvolle und liebgewonnene Menschen annehme“. In Achtsamkeit und Wertschätzung füreinander werde der christliche Glaube konkret.