Vorbereitung auf die „Woche für das Leben“

Informationstage zum Thema „Alter in Würde“

 

Informierten in Schwerte über das Thema „Alter in Würde“, das im Mittelpunkt der „Woche für das Leben“ steht (v.l.): Reinhard Pohlmann, Stadt Dortmund, Christoph Menz, Diözesan-Caritasverband, Oberkirchenrätin Petra-Angela Ahrens und Dr. Werner Sosna, Liborianum.pdp Paderborn / Schwerte, 02. März 2016. „Alter in Würde“ heißt das Motto der diesjährigen „Woche für das Leben“ (9. bis 16. April 2016). Bei den Informationstagen zu der das Bildungshaus Liborianum in Zusammenarbeit mit dem Diözesan-Caritasverband eingeladen hatte, beschäftigten sich in Paderborn und erstmals auch in der Katholischen Akademie Schwerte insgesamt 100 Interessierte mit dem Thema der ökumenischen Aktion.

Willi Aufenberg, Pfarrer im Ruhestand aus Lünen, fühlte sich in zweifacher Hinsicht angesprochen. Zum einen gehört er mit 82 Jahren zur Altersgruppe um die es geht und zum anderen möchte er das Thema in seiner Gemeinde einbringen. Damit zählt er, wie die Mehrheit der Teilnehmer, zu den „Multiplikatoren“. Sie wollen vertiefend einsteigen in das Thema der „Woche für das Leben“, zu der die Deutschen Bischofskonferenz und der Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland seit mehr als 20 Jahren aufrufen.

Für viele hatten die Informationen auch eine praktische Bedeutung für ihre ehrenamtliche oder hauptberufliche Tätigkeit. So etwa für Hans Hofscheuer, der sich in der ehrenamtlichen Caritasarbeit in Dortmund Berghofen engagiert oder für Beate Hinz, die als Bildungsreferentin beim Kolping-Bildungswerk Paderborn für die „akademie60+“ arbeitet. Im einführenden Vortrag von Oberkirchenrätin Petra-Angela Ahrens ließ sie aufhorchen, dass Programme, wie „60+“,nicht mehr unbedingt ideal seien. „Die Unterschiede zwischen den Älteren sind heute so groß wie in allen anderen Altersgruppen auch“, erläuterte Petra-Angela Ahrens, Referentin für empirische Kirchen- und Religionssoziologie im Sozialwissenschaftlichen Institut der EKD in Hannover. Spezielle Angebote für Ältere oder gar der klassische „Seniorenteller“ seien weniger sinnvoll. Besser sei es, besondere Interessen anzusprechen oder beispielsweise in der Speisekarte die Wahl kleiner Portionen für alle anzubieten.

Der Referentin ist es ein Anliegen, „das Alter nicht auf Defizite zu reduzieren“. Vielmehr gelte es mit einem positiven Blick die Chancen dieser Lebensphase zu betrachten. Nach den von ihr präsentierten Statistiken sehen das die meisten Älteren heute ähnlich. Mehrheitlich würden sie sich jünger fühlen, als sie es nach ihrem in Jahren ausgedrückten Alter sind. Zu beobachten sei eine wachsende Vitalität auch bei den sogenannten „Hochalterigen“. Dabei gebe es allerdings große individuelle Unterschiede.

Dr. Werner Sosna vom Liborianum begrüßte in der Katholischen Akademie Schwerte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Informationstages zur „Woche für das Leben“, der erstmals in Schwerte stattfand.pdp Immer stärker werde der Wunsch, im Alter möglichst selbstbestimmt leben zu können. Darauf wies Reinhard Pohlmann, Leiter des Fachdienstes Seniorenarbeit der Stadt Dortmund hin. Er stellte die Seniorenbüros vor, welche die Stadt Dortmund in Zusammenarbeit mit den Wohlfahrtsverbänden in allen zwölf Stadtbezirken einrichtete. Deren Ziel sei es, ein selbstbestimmtes Leben im Alter zu stärken. Dies geschieht unter anderem durch seniorenfreundliche Wohnquartiere und häusliche Hilfs- und Pflegeangebote. Unnötige Einzüge in Seniorenheime sollten vermieden werden. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Seniorenbüros beraten, machen Hausbesuche, leisten Einzelfallhilfe, bauen Nachbarschaftsprojekte auf und anderes mehr.

Zum Abschluss des Informationstages richtete Kirsten Eichenauer, Leiterin des Altenzentrums Bruder-Jordan-Haus in Dortmund den Blick auf eine praktische Fragestellung, die Kommunikation mit älteren Menschen. Dabei ging es besonders um das Gespräch mit dementiell veränderten Menschen. Das Ziel sei es eine „Brücke zum Dementen zu bauen“ und Gefühle und Antriebe dementiell veränderter Menschen in den Mittelpunkt zu stellen.

Weitere Informationen und Materialien zur „Woche für das Leben“ stehen auf der Internetseite: www.woche-fuer-das-leben.de