Von Gott reden – Symposion gestartet

Freikirchliche und römisch-katholische Perspektiven werden besprochen

Das Symposion „Von Gott reden. Freikirchliche und römisch-katholische Perspektiven“ hat heute im Johann-Adam-Möhler-Institut für Ökumenik begonnen. vorne, v.l.n.r.: Privatdozent Dr. Burkhard Neumann, Pastor Jürgen Stolze von der Vereinigung Evangelischer Freikirchen, Professorin Dr. Andrea Klimt vom Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden, Dr. Monsignore Michael Hardt.pdp Paderborn, 2. März 2016. Heute begann im Johann-Adam-Möhler-Institut für Ökumenik in Paderborn das 8. Symposion zwischen Vertretern der römisch-katholischen Kirche und der „Vereinigung Evangelischer Freikirchen“. Noch bis Freitag, 4. März 2016, tagen die Experten unter dem Leitwort „Von Gott reden. Freikirchliche und römisch-katholische Perspektiven“ in Paderborn. Verschiedene wissenschaftliche Vorträge und Diskussionen stehen auf der Tagesordnung.      

Im regelmäßigen Abstand von zwei Jahren treffen sich Experten aus dem evangelisch-freikirchlichen und römisch-katholischen Umfeld zum wissenschaftlich-theologischen Austausch. In diesem Jahr findet das 8. Symposion mit katholischen Teilnehmern vom Johann-Adam-Möhler-Institut für Ökumenik und Hochschullehrern aus Paderborn und Luzern statt. Sie sind im theologischen Gespräch mit verschiedenen Repräsentanten der „Vereinigung evangelischer Freikirchen“ (VEF). Die VEF wurde 1926 gegründet, um gemeinsame Aufgaben zu fördern, die Beziehungen zwischen den Kirchen zu vertreten und gemeinsame Belange nach außen hin zu vertreten.  

Das Programm des 8. Symposions unter dem Leitwort „Von Gott reden“ besteht aus zahlreichen Beiträgen, in denen das Thema unter verschiedenen Gesichtspunkten behandelt wird. Neben Referaten zur biblischen Grundlage stellt beispielsweise Privatdozent Dr. Burkhard Neumann, Direktor am Johann-Adam-Möhler-Institut für Ökumenik, die demnächst erscheinende DÖSTA-Studie zur Gottesfrage vor. Der DÖSTA (Deutscher Ökumenischer Studienausschuss) ist der theologische Ausschuss der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland. Am Donnerstag referieren Professor Dr. Wolfgang Thönissen, Leitender Direktor des Johann-Adam-Möhler-Instituts, und Professor Dr. Markus Iff vom Bund Freier evangelischer Gemeinden (BFeG) über die Themen „Gottes Schöpfung und die Grundprinzipien katholischer beziehungsweise freikirchlicher Ethik“. Professor Dr. Klaus von Stosch von der Universität Paderborn und Professor Dr. Kai Gallus Sander von der Katholischen Hochschule NRW in Paderborn beschäftigen sich mit der Frage nach dem Wirken Gottes in der Welt und damit auch nach der Theodizee, bei der Antworten darauf gesucht werden, warum der allmächtige und gute Gott das Leiden in der Welt zulässt. Den Abschluss bilden am Freitag Vorträge von Pastor Dr. Bernhard Olpen vom Bund freikirchlicher Pfingstgemeinden (BFP) und Dr. Johannes Oeldemann, ebenfalls Direktor am Johann-Adam-Möhler-Institut, zum Thema „Von Gott reden heute“.  

Vor fast 60 Jahren wurde das Johann-Adam-Möhler-Institut für Ökumenik als Lehr- und Forschungseinrichtung für Fragen der Ökumene in Paderborn gegründet. Es ist der Theologischen Fakultät Paderborn angegliedert. Die Arbeit des vom Erzbistum Paderborn getragenen Instituts wird von einem Wissenschaftlichen Beirat begleitet, dem in- und ausländische Theologen angehören. Mehrere Publikationen aus den bisherigen Symposien sind bereits erschienen, unter anderem zu dem Thema „Glaube und Taufe in freikirchlicher und römisch-katholischer Sicht“ (2005) oder „Aus dem Glauben Leben. Freikirchliche und römisch-katholische Perspektiven“ (2014).      

Stichwort: Johann-Adam-Möhler-Institut für Ökumenik und Wissenschaftlicher Beirat  

Das Ökumene-Institut wurde am 19. Januar 1957 durch den Paderborner Erzbischof Lorenz Jaeger gegründet. Träger ist das Erzbistum Paderborn, Präsident der Erzbischof von Paderborn. Das Institut soll durch die wissenschaftliche Erforschung von Lehre und Leben der nicht-katholischen Kirchen und kirchlichen Gemeinschaften das ökumenische Anliegen der sichtbaren Einheit der Kirche fördern. Die Forschungsergebnisse werden dokumentiert und vermittelt. Das Johann-Adam-Möhler-Institut führt den Dialog mit den anderen christlichen Kirchen und kirchlichen Gemeinschaften, beispielsweise durch die Mitarbeit in ökumenischen Gremien.  

Dem Wissenschaftlichen Beirat des Johann-Adam-Möhler-Instituts für Ökumenik gehören 30 Theologinnen und Theologen aus dem In- und Ausland an. Das Institut trägt den Namen des katholischen Theologen Johann Adam Möhler (1796-1838), der in Tübingen und später in München die wissenschaftliche Erforschung der Lehrunterschiede zwischen den Konfessionen begründet hat. In Paderborn gibt es die größte Spezial-Bibliothek für Ökumenik, die über 160.000 Bände und circa 200 laufende Zeitschriften umfasst.