Mit dem Ohrwurm sprudelten die Ideen

Klimaschutz-Wettbewerb für die Schulen in Trägerschaft des Erzbistums Paderborn

Manfred Jäger - Projektleiter der KLJB Manfred Jäger hat über drei Jahre das Projekt Klima-Schutz der KLJB betreut und bereitet nun die Jury-Sitzung vor.pdpPaderborn, 24. Januar 2016. Den Hit von Tim Bendzko als Ohrwurm fröhlich mitsummen und sich gleichzeitig Gedanken um den Klimaschutz machen – so macht Jugendlichen an den 19 Schulen in Trägerschaft des Erzbistums Paderborn der Schulunterricht Spaß. „… mal eben kurz die Welt retten“ - hatten die Organisatoren den Klimaschutz-Wettbewerb in Anlehnung an den großen Bendzko-Erfolg genannt und tiefsinnig zum Mitmachen aufgerufen.

„Ich habe selbst viele neue Erkenntnisse durch die Aktion sammeln dürfen“, fasst Manfred Jäger – Projektleiter für die Katholische Landjugendbewegung Diözesanverband Paderborn (KLJB) – zusammen und blickt zufrieden auf die letzten drei Jahre zurück, in denen der Klimaschutz in den katholischen Schulen thematisiert wurde. Teilhaben, Entscheidungsfindung und demokratischer Umgang seien Schwerpunkte in den Arbeiten gewesen, sagt Jäger und ergänzt: „Klimawandel muss man auch als gesellschaftlichen Wandel verstehen.“

In fünf Phasen beteiligten sich die 19 Schulen in Trägerschaft des Erzbistums Paderborn am Klimaschutzprojekt, an dessen Ende nun die Jury-Sitzung und die Preisverleihung stehen. Manfred Jäger hat die ganzen Bewerbungen der Schülerinnen und Schüler gesammelt und bereitet sie für die Jury-Sitzung am 4. Februar vor. „Interessante Projekte“, stellt Manfred Jäger bereits fest, ohne eine Vorentscheidung im Kopf zu haben. Es sei auch beeindruckend gewesen, wie die Schülerinnen und Schüler mit dem Thema umgegangen seien: „Wer auf dem Lande lebt, hat andere Gesichtspunkte als ein Stadtkind, wenn es darum geht, Fleisch einzukaufen. Aber gerade dann sind die guten Diskussionsmomente entstanden“ so Manfred Jäger.

Auch die Vernetzung untereinander, innerkirchlich und zu den Schulen sei bei diesem interessanten Thema, das eine wichtige Zukunftsentwicklung aufgenommen hat, gut angegangen worden: „Ressourcen und das Know-how müssen geteilt werden“ – diese These erkennt Manfred Jäger auch bei den eingereichten Arbeiten wieder. „Die Thematik ist insgesamt vorhanden, wird aber längst nicht bei allen Jugendlichen gleich stark umgesetzt.“

„Ideen entwickeln“, „Information und Auftakte“, „Projekte starten“, „Klima-Zukunftswerkstätten“ sowie der Klimaschutztag lauteten die fünf Phasen, die wie ein Aktivitäts-Prämiensystem aufgebaut waren. „Dabei waren auch Projekte, die in der Praxis umsetzbar sin“, verrät Manfred Jäger. Das Edith-Stein-Berufskolleg hat zum Beispiel eine Plattform entwickelt, die Mitfahrgelegenheiten bietet: ein Modell im Bereich der Mobilität, was durchaus praxisorientiert umgesetzt werden könnte. Seine Rolle, so Jäger, sei es nur gewesen, die Themen anzustoßen, die Schülerinnen und Schülern haben in Verbindung mit ihren Lehrerinnen und Lehrern dann eigenständige Ideen entwickelt, die sie in Skizzen, Aktenordnern, Bildern oder sogar Modellbauten umgesetzt und dargestellt haben.

„… mal eben kurz die Welt retten“ – dass dies gar nicht so einfach ist, mussten die Schülerinnen und Schüler erkennen. Aber das jeder einen Teil dazu beitragen kann, es besser zu machen, ist eine weitere Erkenntnis. Mobilität, Energiesysteme, klimaverträgliche Stadtentwicklung und Landnutzung waren Schwerpunkte in den Arbeiten. Ähnlich wie beim Sportabzeichen werden die Arbeiten prämiert: Bronze, Silber und Gold heißen die Kategorien, für die es klare Bewertungsmaßstäbe gibt. Neben Urkunde und Abschlusszeugnis erhält die Siegerklasse eine Podcast-Klassenfahrt ins KLJB-Haus Hoinkhausen zum Thema „Vielfalt entdecken – Schöpfung bewahren“. Die Zweitplatzierten reisen ins Klimahaus nach Bremerhaven, die Bronze-Gewinner erhalten Bücherkisten.