Montagsakademie: „Ende des Lebens – Sterben und Tod heute“

Rektor Prof. Dr. Rüdiger Althaus und Prof. Dr. Berthold Wald präsentieren das neue Programm der Montagsakademie der Theologischen Fakultät Paderborn. Rektor Prof. Dr. Rüdiger Althaus und Prof. Dr. Berthold Wald präsentieren das neue Programm der Montagsakademie der Theologischen Fakultät Paderborn.pdpPaderborn, 14. Oktober 2015. Die Montagsakademie der Theologischen Fakultät ist zu einer etablierten Veranstaltungsreihe geworden. Zum neuen Wintersemester lädt die Universität erneut zu Vorlesungen für alle Interessierten ein. Mit „Ende des Lebens – Sterben und Tod heute“ greift die Montagsakademie ein aktuell stark diskutiertes gesellschaftliches Thema auf.

Am 6. November liegen dem Deutschen Bundestag vier Gesetzentwürfe zur Entscheidung vor, welche die Beihilfe zum Suizid regeln sollen. Die Einstellung zum Sterben und Tod unterliegt in der heutigen Zeit einem starken Wandel. Lebensverlängerung durch medizinischen Fortschritt, demographische Verschiebungen bei gleichzeitiger Auflösung familiärer und religiöser Bindungen und der Eindruck sozialer Erwartungen greifen ineinander.

„Ende des Lebens – Sterben und Tod heute“ greift daher die Montagsakademie der Theologischen Fakultät Paderborn für die öffentliche Vorlesungsreihe im Wintersemester 2015/16 auf. Immer montags ab 18 Uhr finden die Vorträge in der Theologischen Fakultät statt und sind offen für alle Interessenten.

„Die Zuhörer dürfen Stellungnahmen zu Themen der Zeit aus christlicher Perspektive erwarten“, freut sich Prof. Dr. Berthold Wald von der Theologischen Fakultät auf interessante Referenten, die sowohl aus dem eigenen Haus kommen, aber auch bewusst von außen dazu geholt wurden. „Dabei möchten wir keine vorgefertigten Antworten überstülpen, sondern ins Gespräch mit den Zuhörern kommen“, ergänzt Prof. Dr. Rüdiger Althaus, Rektor der Theologischen Fakultät.

Mit der neuen Themenreihe bleibt die Universität ihrer Linie treu, sich den gesellschaftspolitischen Fragen zu öffnen. Die Kultur des Sterbens stehe im Fokus der gesellschaftlichen und politischen Debatte, betonte Prof. Dr. Berthold Wald und ergänzte die dringenden Fragen: „Was darf und was sollte am Ende des Lebens geschehen? Wie heute öffentlich und privat darüber gedacht wird, ist nicht unabhängig von der Frage: Was ist überhaupt der Tod und was kommt danach?“   Die Resonanz auf die Montagsakademie war in den letzten Jahren sehr gut. Auch im Nachklang gab es Nachfragen, so dass die Vorlesungen wieder aufgezeichnet werden und alle Vorträge dann in der Mediathek der Fakultät abrufbar sind. Außerdem werden die Beiträge der Referenten wieder in Buchform zusammengefasst.

Zu den besonderen Gästen der Vortragsreihe im Wintersemester gehört der frühere SPD-Bundesvorsitzende und langjährige Minister für Arbeit und Soziales, Frank Müntefering. Aus Termingründen findet sein Gastbesuch nicht an einem Montag, sondern am Donnerstag, 12. November, statt. Die Organisatoren freuen sich auf seinen Vortrag, da Müntefering mal kein Wissenschaftler sei, aber dennoch viel Kompetenz mitbringe. Müntefering hatte sein Amt als Parteivorsitzender niedergelegt, um seine schwer erkrankte Frau zu pflegen. Prof. Dr. Althaus: „Das Sterben nicht technisch, sondern menschlich anzugehen, ist sein Dogma.“

Die Termine (jeweils um 18 Uhr):
19. Oktober: „Brauchen wir eine neue Kultur des Sterbens“ – Prof. Dr. Berthold Wald
26. Oktober: „Sterben und Tod – biblische Sichtweisen“ – Prof. Dr. Michael Konkel und Prof. Dr. Maria Neubrand MC.
2. November: „Die Menschenwürde und das Recht auf Selbstbestimmung – ein und dasselbe?“ – Prof. Dr. Christian Hillgruber.
16. November: „Der Tod als Thema der Philosophie“ – Prof. DDr. Bernd Irlenborn.   23. November: „Ist ein gesellschaftlicher Zustand denkbar, in dem Tod und Sterben nicht mehr verdrängt werden müssten?“ – Prof. Dr. Günter Wilhelms.
30. November: „Sterbehilfe zwischen Selbstbestimmung und Selbstverwirklichung“ – Prof. Dr. Peter Schallenberg.
7. Dezember: „Unsterblichkeit der Seele oder Ganztod des Menschen? Ein Blick auf die ökumenische Debatte über Tod und Auferstehung.“ – PD Dr. Burkhard Neumann.
14. Dezember: „Liturgie im Angesicht des Todes“ – Dr. Stefan Kopp.
11. Januar 2016: „Sicher ist der Tod – unsicher das kirchliche Begräbnis“ – Prof. Dr. Rüdiger Althaus.
18. Januar 2016: „Sterbehilfe oder Sterbebegleitung? – Möglichkeiten und Grenzen der Palliativmedizin“ – Prof. DDr. Andreas S. Lübbe.
25. Januar 2016: „Hoffnung für alle – oder: Wird die Hölle am Ende leer sein?“ – Prof. DDr. Dieter Hattrup.

Neuerscheinung:
Die Beiträge der Montagsakademie 2010/2011 wurden in einem Buch mit dem Titel „Freiheit und Bindung“ zusammengefasst. Die Themenreihe hatte den Versuch gestartet, das aktuelle Thema des Missbrauchs und das kontroverse Thema der Sexualität in einen umfassenden Horizont zu stellen. Die Beiträge der öffentlichen Vorlesungsreihe an der Theologischen Fakultät Paderborn beleuchten die anthropologische, gesellschaftliche und existenzielle Dimension menschlicher Sexualität.   „Freiheit und Bindung“ – herausgegeben von Prof. Dr. Berthold Wald mit Beiträgen von Klaus Berger, Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz, Michael Konkel, Katharina Kluitmann OSF, Hans-Ludwig Kröber, Thomas Möllenbeck, Maria Neubrand MC, Bettina Röhl, Peter Schallenberg, Thomas Schirrmacher, Christoph Stiegemann und Berthold Wald. (Bonifatius Verlag, Paderborn – ISBN 978-3-89710-510-2).