Lebendige Glaubensgestaltung mit solidem Fundament

Erzbistum Paderborn setzt seine finanziellen Mittel nachhaltig ein

pdp Paderborn, 29. September 2015. Das Erzbistum Paderborn hat heute den Jahresabschluss 2014 vorgestellt und erstmals differenziert seine Finanzmittel und Vermögenswerte offengelegt. Damit legt es ein deutliches Bekenntnis zu einem Weg der Transparenz ab. Kirchensteuererträge, Bilanzsumme, Bilanzgewinn oder Eigenkapitalquote – das erscheint auf den ersten Blick wie ein reines Zahlenwerk. Die finanziellen Mittel sind jedoch viel mehr als das. Sie sind das solide Fundament für die Werte, mit denen das Erzbistum Paderborn den Glauben gestaltet.      

Glaube und Pastoral nehmen an vielen Stellen im Erzbistum Paderborn konkret Gestalt an: In 707 Kirchengemeinden im ganzen Erzbistum wird der Glaube gelebt. In 19 Erzbischöflichen Schulen und Berufskollegs steht nicht nur die Bildung, sondern auch die Wertevermittlung im Sinne eines christlichen Menschenbildes im Mittelpunkt. Schule ist hier mehr als nur Unterricht. In fast 500 Kindertagesstätten erfahren Jungen und Mädchen von klein auf eine pädagogisch hochwertige Betreuung.      

Die laufenden Erträge des Erzbistums fließen vollständig in die verschiedenen Aufgabenbereiche der Kirche. Mehr als die Hälfte davon fließen in die Kirchengemeinden. Kindertagesstätten, Schulen und Bildungshäuser erhalten rund 15 Prozent der Finanzmittel. Für die Caritas gibt das Erzbistum knapp 13 Prozent der eingenommenen Kirchensteuermittel und Kapitalerträge aus.      

Jeden Tag fördert das Erzbistum mit mehr als einer Million Euro die Arbeit in den Kirchengemeinden sowie die Caritas, Schulen und Kindertagesstätten. „Dies ist nicht nur eine tägliche Investition, vielmehr auch die Zusage, dass wir verantwortungsbewusst und im Sinne des christlichen Auftrags mit den uns anvertrauten Kirchensteuermitteln umgehen. Dies war im Jahr 2014 eine Summe von 376 Millionen Euro. Wir sind dankbar, dass wir die nötigen finanziellen Mittel haben und dass unser Wirken für die Menschen auf einem soliden Fundament steht“, freut sich Generalvikar Alfons Hardt.      

Solide heißt konkret: Das Haushaltsvolumen des Erzbistums Paderborn lag 2014 bei rund 500 Millionen Euro. Insgesamt verfügt das Erzbistum über ein Vermögen von rund vier Milliarden Euro. „Diese Mittel machen die tägliche Arbeit in Seelsorge und Caritas für die 1,6 Millionen Katholikinnen und Katholiken möglich und kommen auch den Menschen außerhalb der Kirche zugute“, erklärt Generalvikar Hardt.      

Das Zukunftsbild für das Erzbistum Paderborn, das im Oktober 2014 von Erzbischof Hans-Josef Becker in Kraft gesetzt wurde, gibt den Weg vor, den das Erzbistum Paderborn bei seiner künftigen pastoralen Entwicklung gehen wird. In diesem Zusammenhang sind bereits zahlreiche innovative Projekte und Initiativen entstanden und werden auch weiterhin entstehen. „Unsere finanziellen Mittel ermöglichen es uns somit, die Zukunfts- und Gestaltungsfähigkeit unserer Diözese nachhaltig zu sichern“, so Generalvikar Hardt.      

Ein besonderes Anliegen des Zukunftsbildes ist die caritative Sorge für die Hilfsbedürftigen. „Vor diesem Hintergrund sind wir natürlich in der derzeitigen herausfordernden Situation, in der Flüchtlinge unsere Hilfe brauchen, als Kirche besonders angefragt. Der Platz der Kirche ist an der Seite der Menschen. Und wir sind froh, durch unsere finanziellen Mittel auch hier verlässlich helfen zu können“, erklärt der Generalvikar. Derzeit fördert das Erzbistum mehrere Hundert Projekte zur Flüchtlingshilfe. Für mehr als 1.000 Menschen hat die Kirche bislang Unterkünfte bereitgestellt, weitere Möglichkeiten werden geprüft. Auch die Integration wird gefördert, beispielsweise durch Sprachkurse, Aufnahme von Flüchtlingen in den Schulen und Kindertagesstätten.      

Dass das Handeln des Erzbistums Paderborn von Nachhaltigkeit geprägt ist, zeigt auch die Tatsache, dass ein Großteil des Eigenkapitals aus zweckgebundenen Rücklagen besteht. Darin enthalten ist eine Pensionsrücklage, denn die gesetzlich vorgeschriebenen Pensionsrückstellungen reichen zur Finanzierung der Pensionsansprüche von Priestern, Lehrpersonal und anderen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern nicht aus. Weitere Rücklagen sind für den Erhalt der mehr als 3.000 Gebäude der Kirchengemeinden notwendig. Hinzu kommen Reserven für soziale Einrichtungen und Fonds für Hilfsprojekte. „Die zweckgebundenen Rücklagen sichern langfristig die Handlungsfähigkeit der Kirche im Erzbistum Paderborn“, erläutert Dirk Wummel, Hauptabteilungsleiter Finanzen des Erzbischöflichen Generalvikariats. „Dabei stehen die seelsorgerischen und caritativen Aufgaben im Vordergrund. Wir setzen die Finanzmittel so ein, dass diese Aufgaben erfüllt werden.“      

Im Berichtsjahr 2014 konnte ein Bilanzgewinn von rund 41,5 Millionen Euro erzielt werden – Mittel, die direkt wieder in die Aufgabenbereiche zurückfließen: 20 Millionen Euro werden für den Kita-Sonderfonds verwendet, der die Qualität der Betreuung in den rund 500 katholischen Kindertagesstätten im Erzbistum Paderborn sichert. 14,5 Millionen Euro  erhalten die Kirchengemeinden zusätzlich zu den laufenden Zuweisungen. Schließlich wird der Caritas-Notfallfonds um 3,5 Millionen Euro aufgestockt.          

Hinweis: Den vollständigen Finanzbericht 2014 gibt es als Online-Version unter www.finanzbericht2014.erzbistum-paderborn.de. Dort ist auch der Download einer pdf-Version möglich.


Pressemitteilung: Erzbistum Paderborn legt Finanzen offen

VIDEO: Erzbistum Paderborn legt Finanzen offen