„Wir sind froh, die Mittel zu haben, um auch in Zukunft Glauben zu gestalten“

Erzbistum Paderborn legt Finanzen offen: 4 Mrd. Euro Bilanzsumme, davon 65 Prozent zweckgebundene Rücklagen / Jahresüberschuss 2014 von 41 Mio. Euro geht an Kirchengemeinden, Kindertagesstätten und Caritas

Der Jahresabschluss 2014 des Erzbistums Paderborn wurde heute der Öffentlichkeit vorgestellt.pdp Paderborn, 29. September 2015. Das Erzbistum Paderborn hat mit der Vorstellung des Jahresabschlusses 2014 erstmals seine Finanzmittel und Vermögenswerte offengelegt. Das Haushaltsvolumen lag 2014 bei rund 500 Millionen Euro. Insgesamt verfügt das Erzbistum über ein Vermögen von rund vier Milliarden Euro. „Diese Mittel machen die tägliche Arbeit in Seelsorge und Caritas für die 1,6 Millionen Katholikinnen und Katholiken möglich und kommen auch den Menschen außerhalb der Kirche zugute“, erklärt Generalvikar Alfons Hardt. Im Gebiet des Erzbistums Paderborn leben rund 4,8 Millionen Menschen.      

Jeden Tag gibt das Erzbistum mehr als eine Million Euro für die Arbeit in den Kirchengemeinden sowie für die Caritas, Schulen und Kindertagesstätten aus. „Der Platz der Kirche ist an der Seite der Menschen. Wir sind froh, dass wir verlässlich und nachhaltig wirken können – auch in schwierigen Situationen wie bei der Hilfe für Flüchtlinge“, sagt Generalvikar Hardt. Derzeit fördert das Erzbistum mehrere Hundert Projekte zur Flüchtlingshilfe. Für mehr als 1.000 Menschen hat die Kirche bislang Unterkünfte bereitgestellt, weitere Möglichkeiten werden geprüft. Auch die Integration wird gefördert, beispielsweise durch Sprachkurse, Aufnahme von Flüchtlingen in den Schulen und Kindertagesstätten.  

"Glauben gestalten" ist der Finanzbericht 2014 des Erzbistums Paderborn überschriebenpdp Die laufenden Erträge des Erzbistums fließen vollständig in die verschiedenen Aufgabenbereiche der Kirche. Mehr als die Hälfte davon fließen in die Kirchengemeinden. Kindertagesstätten, Schulen und Bildungshäuser erhalten rund 15 Prozent der Finanzmittel. Für die Caritas gibt das Erzbistum knapp 13 Prozent der eingenommenen Kirchensteuermittel und Kapitalerträge aus.  

Der Jahresabschluss des Erzbistums Paderborn als Körperschaft des öffentlichen Rechts (KdöR) folgt den Regeln des Handelsgesetzbuches (HGB) und trägt den uneingeschränkten Bestätigungsvermerk eines unabhängigen Wirtschaftsprüfers. Rund 85 Prozent der Bilanzsumme sind Eigenkapital. Es besteht vor allem aus zweckgebundenen Rücklagen, die langfristige Verpflichtungen decken.

Immobilien: 80 Prozent für kirchliche Zwecke genutzt  
Das Vermögen des Erzbistums besteht überwiegend aus Wertpapieren und Immobilien. Dazu gehören insbesondere Schulen und Bildungshäuser. Mit Ausnahme von Kapellen in Bildungshäusern besitzt das Erzbistum keine Kirchen. Vermietete Objekte machen lediglich 20 Prozent des Immobilienvermögens aus.  

Die Wertpapiere dienen zur Deckung der Verpflichtungen und Risiken. Sie werden nach den Prinzipien der Sicherheit und Nachhaltigkeit angelegt. Rund 80 Prozent sind festverzinsliche Wertpapiere, etwa 17 Prozent entfallen auf Aktienfonds, drei Prozent auf Immobilienfonds.      

Rücklagen mit klarer Zweckbindung  
Das Eigenkapital des Erzbistums Paderborn besteht aus dem Bistumskapital in Höhe von 781 Millionen Euro und zweckgebundenen Rücklagen in Höhe von 2,6 Milliarden Euro. Dazu gehört auch eine Pensionsrücklage, denn die gesetzlich vorgeschriebenen Pensionsrückstellungen reichen zur Finanzierung der Pensionsansprüche von Priestern, Lehrpersonal und anderen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern nicht aus.

Generalvikar Alfons Hardt verdeutlichte, dass die finanziellen Mittel des Erzbistums Paderborn auch zur nachhaltigen Sicherung des Zukunftsbildes beitragen.pdp Weitere Rücklagen sind für den Erhalt der mehr als 3.000 Gebäude der Kirchengemeinden notwendig. Hinzu kommen Reserven für soziale Einrichtungen und Fonds für Hilfsprojekte. Um Schwankungen der Erträge auszugleichen, hat das Erzbistum, dem Beispiel von Bundesländern und Kommunen folgend, eine Ausgleichrücklage in Höhe von rund 21 Prozent des Eigenkapitals gebildet.  

„Die zweckgebundenen Rücklagen sichern langfristig die Handlungsfähigkeit der Kirche im Erzbistum Paderborn“, erläutert Dirk Wummel, Hauptabteilungsleiter Finanzen des Erzbischöflichen Generalvikariats. „Dabei stehen die seelsorgerischen und caritativen Aufgaben im Vordergrund. Wir setzen die Finanzmittel so ein, dass diese Aufgaben erfüllt werden.“      

Jahresüberschuss fließt in Kindertagesstätten, Gemeindearbeit und Caritas  
Die wichtigste Ertragsquelle des Erzbistums ist die Kirchensteuer. 2014 lagen diese Erträge bei rund 376 Millionen Euro. Zuweisungen und Zuschüsse der öffentlichen Hand, insbesondere für den Betrieb der Schulen, lagen bei 52 Millionen Euro. Sonstige Erträge, unter anderem aus Mieten, Teilnehmerbeiträgen der Bildungshäuser und der Auflösung von Rückstellungen, beliefen sich auf knapp 30 Millionen Euro.  

Dirk Wummel führte aus, mit welchen finanziellen Mitteln Kirche im Einzelnen auf welchen Aufgabenfeldern \"Wirkung\" zeigt.pdp Der größte Haushaltsposten des Erzbistums war mit insgesamt 183 Millionen Euro die Zuweisungen an die Kirchengemeinden, andere Seelsorgeeinrichtungen und die Caritas. Hinzu kommen rund 159 Millionen Euro Personalkosten sowie 66 Millionen Euro für Abschreibungen und sonstige Aufwendungen. Dazu gehören die Instandhaltung, die Informationstechnik und die Hebegebühren der Finanzämter für den Einzug der Kirchensteuer.      

Die Ergebnisrechnung für das Jahr 2014 weist einen Überschuss von rund 41,5 Millionen Euro aus. Der Kirchensteuerrat hat beschlossen, dass davon 20 Millionen Euro für den Kita-Sonderfonds verwendet werden, der den hohen Qualitätsstandard der rund 500 katholischen Kindertagesstätten im Erzbistum Paderborn sichert. 14,5 Millionen Euro  erhalten die Kirchengemeinden zusätzlich zu den laufenden Zuweisungen. Schließlich wird der Caritas-Notfallfonds um 3,5 Millionen Euro aufgestockt.      

Weg der Transparenz wird fortgesetzt  
Der Erzbischöfliche Stuhl ist nicht Teil des Finanzberichtes. „Wir haben das Rechnungswesen des Erzbistums im Jahr 2014 erstmals auf die kaufmännische Buchführung umgestellt und umgehend einen Finanzbericht veröffentlicht. Das war ein Kraftakt, für den ich den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ausdrücklich danke“, sagt Generalvikar Hardt. „Nun werden wir an der Aufbereitung der weiteren Rechtsträger arbeiten. Dafür sind unter anderem noch Rechts- und Bewertungsfragen zu klären. Wir hoffen, in etwa zwei Jahren auch diese Abschlüsse in vergleichbarer Qualität vorlegen zu können.“      

Hinweis:  
Den vollständigen Finanzbericht 2014 gibt es als Online-Version unter www.finanzbericht2014.erzbistum-paderborn.de. Dort ist auch der Download einer pdf-Version möglich.  
       

Kontakt:  
Erzbischöfliches Generalvikariat  
Presse- und Informationsstelle  
Ägidius Engel, Pressesprecher  
Tel. 05251 125-1287  
pressestelle@erzbistum-paderborn.de  


VIDEO: Erzbistum Paderborn legt Finanzen offen

Hintergrundartikel: Glaubensgestaltung mit solidem Fundament

 

Eckdaten Jahresabschluss 2014

 

2014

Mio. Euro

Bilanzsumme

4.012

Immobilien

276

Finanzanlagen

3.600

Eigenkapital

3.423

            davon Bistumskapital

781

            davon zweckgebundene Rücklagen

2.642

Eigenkapitalquote

85 %

 

 

Erträge

500

            davon Kirchensteuer

376

Aufwendungen

459

            davon Weitergabe als Zuweisungen

183

            davon Personalaufwand

159

Bilanzgewinn

41

 

 

Mitgliederzahl zum 31.12.

1.564.994

Kirchensteuererträge pro Katholik (in Euro)

240

 

Bilanzstruktur (Werte in Mio. Euro)

 

Ergebnisrechnung (Werte in Mio. Euro)