„Geistlicher Weg“ vor Neubesetzung der Pfarrstelle in Meschede

Domkapitular Monsignore Andreas Kurte, Leiter der Zentralabteilung Pastorales Personal im Erzbischöflichen Generalvikariat Paderbornpdp Paderborn / Meschede, 26. September 2015. Erzbischof Hans-Josef Becker hat zum 1. Oktober 2015 der von Pfarrer Günter Eickelmann vorgetragenen Bitte um Entpflichtung von dessen Aufgaben als Pfarrer der Pfarrei St. Walburga in Meschede und als Leiter des Pastoralen Raumes Meschede-Bestwig entsprochen. Nach sorgfältiger Beratung wurde auf der Ebene des Erzbistums Paderborn auch entschieden, dass ein Neustart in der Kirchengemeinde und im Pastoralen Raum nicht durch die Neubesetzung der Pfarrstelle erfolgen soll, vielmehr sei zuvor in einem „geistlichen Weg“ das Geschehene vor Gott zu bringen und miteinander zu reflektieren. Ziel des extern begleiteten geistlichen Prozesses sei, „die gemeinsame Basis unter Berücksichtigung der am ‚Runden Tisch‘ getroffenen Vereinbarungen für die Zukunft sowohl bei den Haupt- als auch bei den Ehrenamtlichen in den Blick zu nehmen“, so Domkapitular Monsignore Andreas Kurte in einer Erklärung, die in allen Gottesdiensten am Sonntag in den Gemeinden das Pastoralen Raumes verlesen wurde.

Die Bildung des Pastoralen Raumes Meschede-Bestwig aus den bisherigen drei Pastoralverbünden Meschede, Kirchspiel Calle und Ruhr-Valmetal sei zum Februar 2013 vollzogen worden, doch habe der anschließende pastorale Prozess zur Erarbeitung einer Pastoralvereinbarung für den neuen Pastoralen Raum unterbrochen werden müssen, so der Leiter der Zentralabteilung Pastorales Personal im Erzbischöflichen Generalvikariat Paderborn. Es habe vielfältige Bemühungen gegeben, die spürbaren Hindernisse auf dem Weg zur Pastoralvereinbarung zu überwinden, so Monsignore Kurte weiter und nennt Informationsveranstaltungen und Gemeindeversammlungen. Besondere Bedeutung habe das Ergebnis des von Erzbischof Becker gewünschten „Runden Tisches“: der Pastorale Raum Meschede-Bestwig als solcher steht nicht zur Disposition.

Der Amtsverzicht von Pfarrer Eickelmann verdiene Respekt, sagte der Leiter der Zentralabteilung Pastorales Personal im Erzbischöflichen Generalvikariat weiter. Pfarrer Eickelmann habe persönlich viel einstecken müssen, was seiner langjährigen Tätigkeit vor Ort nicht gerecht werde. Nach einer von ihm selbst gewünschten geistlichen Auszeit werde Pfarrer Eickelmann zur Mitarbeit im Projekt Bistumsentwicklung sowie zur seelsorglichen Mitarbeit im Pastoralen Raum Lennestadt beauftragt.

Nach dem Amtsverzicht von Pfarrer Eickelmann werde es nicht einfach zu einer Neubesetzung der Pfarrstelle kommen können, so Domkapitular Kurte weiter. Vielmehr sehe sich das Bistum zunächst in der Verantwortung, „Zeit und Raum zu geben, damit das Geschehene vor Gott gebracht und reflektiert werden kann“. Daher lade das Erzbistum die Gläubigen im Pastoralen Raum vor der Neubesetzung der Pfarrstelle zu einem Geistlichen Weg ein, der voraussichtlich zu Beginn des neuen Kirchenjahres (Advent 2015) durch zwei externe Wegbegleiter angeleitet werde. Auf diesem Weg solle die gemeinsame Basis für die Zukunft gelegt werden, so Monsignore Kurte.

Bis auf weiteres werde Pfarrer Ulrich Stipp aus Schmallenberg-Oberkirchen in seiner Funktion als stellvertretender Dechant des Dekanates Hochsauerland-Mitte zum kommissarischen Leiter ernannt. Er werde aber keinerlei seelsorgliche Tätigkeit vor Ort übernehmen, seine Aufgabe bestehe vielmehr darin, die Leitung des Pastoralteams in Rückbindung an Paderborn zu übernehmen. Das Pastoralteam werde die „Grunddienste“ aufrechterhalten, dazu gehöre eine neue Gottesdienstordnung, die Spendung der Sakramente sowie Beerdigungen. Mit den Hauptamtlichen seien Einzelgespräche über ihre Zukunft geplant.

„Ich bitte Sie alle, den Weg der geistlichen Orientierung offen anzugehen und sich auf diesen Weg einzulassen in der Hoffnung, dass zu geeigneter Zeit der Pastorale Prozess zur Entwicklung einer Pastoralvereinbarung wieder aufgenommen werden kann“, so Domkapitular Andreas Kurte zum Abschluss seiner Erklärung.