1.500 Sängerinnen und Sänger aus 75 Chören werden erwartet

Auch in der Busdorfkirche findet am Diözesantag der Kirchenchöre am Samstagnachmittag ein Konzert statt.pdp Paderborn, 23. September 2015. Rund 1.500 Sängerinnen und Sänger aus 75 Chören aus dem ganzen Erzbistum Paderborn werden am Samstag, 26. September 2015, beim Diözesantag der Kirchenchöre in der Bischofsstadt zu Gast sein. Mit dem Leitwort „Dir singt mein Herz“ gibt es ganztägig ein vielseitiges Programm für die Chormitglieder. Am Nachmittag finden zahlreiche Konzerte in den Paderborner Innenstadtkirchen statt, bei denen Zuhörer herzlich willkommen sind.     Alle fünf Jahre findet der Diözesantag der Kirchenchöre statt.

„Ein Tag, an dem die vielfältige Arbeit der Chöre eine Würdigung erhält. Hier können die Sängerinnen und Sänger in großen Gruppen singen, Gemeinschaft erfahren und schöne Erfahrungen sammeln“, freut sich Professor Dr. Paul Thissen, Referatsleiter Kirchenmusik im Erzbischöflichen Generalvikariat. Er sieht die Kirchenmusik im Erzbistum Paderborn sehr gut aufgestellt.

Abgesehen von Nachwuchssorgen, die bundesweit beinahe alle Chöre betreffen, hat sich das Kirchenmusikwesen im Erzbistum Paderborn in den letzten Jahren gut entwickelt. Im Vergleich zu anderen Bistümern, so Professor Dr. Paul Thissen, steht das Erzbistum Paderborn dank des Zuspruchs von Erzbischof Hans-Josef Becker gut da. Eine „professionelle Kirchenmusikpflege“ sei mit 18 Dekanatskirchenmusikerstellen und 30 „Leuchtturm-Stellen“ im Bereich Kirchenmusik gewährleistet. „Auch im Vergütungssystem sind die Stellen attraktiver geworden.“

Die Kirchenchöre im Erzbistum Paderborn haben mit einer „Überalterung der Sängerschaft“ zu kämpfen. Zugleich bilden sich neue, kleine Gruppen zu Kammerchören oder in Pastoralen Räumen werden die Kräfte zu einem gemeinsamen Chor gebündelt.

„Die Image-Kampagne im Jahr 2010 mit dem Motto ‚Kirche nur mit Musik‘ hat reiche Frucht getragen“, betont Professor Dr. Paul Thissen. Er ist über die nachhaltige Wirkung erfreut. „Der Aufwind ist auch Verdienst unseres Erzbischofs. Ich bin sehr zufrieden.“

Der Zustand der zahlreichen Orgeln im Erzbistum Paderborn sei in den letzten zwanzig Jahren auch deutlich besser geworden. Dabei habe es bemerkenswerte Restaurierungen an historischen Orgeln gegeben. „Aber an den Standorten der hauptamtlichen Kirchenmusiker gibt es noch Verbesserungswünsche“, so Professor Dr. Paul Thissen, der seit 28 Jahren Referatsleiter für Kirchenmusik im Erzbischöflichen Generalvikariat ist.

Bis zum Ende des 1. Jahrtausend lässt sich im Übrigen die Kirchenmusik im Bistum Paderborn – meist im Umkreis des Hohen Domes – zurückverfolgen. Der Paderborner Dom sowie zentrale Kirchen beispielsweise in Soest und Minden haben früh von der Entwicklung der Kirchenmusik partizipiert. Auch mit zeitgenössischen Komponisten hält die Kirchenmusik im  Erzbistum Paderborn engen Kontakt und vergibt auch Aufträge wie beispielsweise 1999 „Anno domini“ oder aktuell „Zeitfiguren für Orgel Solo“ von Dominik Susteck.

Im Hohen Dom gibt es beim Pontifikalamt vielseitige Kirchenmusik zu hören.pdp Der Diözesantag der Kirchenchöre beginnt um 10.30 Uhr mit einem Eröffnungsgottesdienst in der Paderborner Markt- und Universitätskirche. Anschließend finden von 11.15 bis 12.00 Uhr Stimmproben in den Innenstadtkirchen statt: Gaukirche (Sopran), Marktkirche (Alt), Mutterhauskirche der Vincentinerinnen (Tenor), Busdorfkirche (Bass). Um 13.15 Uhr beginnt ein Orgelkonzert mit Domorganist Tobias Aehlig im Hohen Dom. Bevor am Abend um 18 Uhr das Pontifikalamt mit Erzbischof Hans-Josef Becker im Hohen Dom zu Paderborn den Diözesantag beendet, laden verschiedene Konzerte in die Paderborner Innenstadtkirchen ein.

Abdinghofkirche: Chorkonzert mit Vokalkreis St. Jodokus, Bielefeld; Franziskanerkirche: Konzert für Schola und Orgel mit der Choralschola St. Marien, Witten; Kapuzinerkirche: Konzert für Trompete, Gesang und Orgel mit Eduard Molleker, Christine Kaiser und Peter Wagner; Busdorfkirche: Chorkonzert im Spiegel skandinavischer Chormusik mit der Mendener Kantorei; Gaukirche: Konzert für Gesang und Orgel mit Andrea Christiane Kwade und Markus Breker; Mutterhauskirche der Vincentinerinnen: Konzert für Harfe und Orgel mit Jenny Ruppik und Sebastian Freitag; Kirche im Michaelskloster: Chorkonzert mit der Mädchenkantorei am Paderborner Dom; St. Heinrich Paderborn: Konzert für Schlagwerk und Orgel mit Sebastian Gokus und Harald Gokus.

 

Biographie:
Paul Thissen wurde 1955 in Kleve geboren. Studium der Kirchenmusik (A-Examen), Schulmusik und Germanistik (1. Staatsexamen) an der Folkwang-Hochschule und der Universität Essen. Studium der Musikwissenschaft am Musikwissenschaftlichen Institut der Universität Paderborn und der Hochschule für Musik Detmold. Promotion (Zitattechniken in der Symphonik des 19. Jahrhunderts) sowie Habilitation (Destruktion und Entfunktionalisierung einer Gattung. Requiemkompositionen im 20. Jahrhundert) und Erlangung der venia legendi für das Fach „Historische Musikwissenschaft“ an der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber Dresden. Seit 1987 Leiter des Referats Kirchenmusik im Erzbischöflichen Generalvikariat Paderborn. Honorarprofessor für Musikwissenschaft an der Hochschule für Musik Detmold. Regelmäßiges Konzertieren als Organist. Wissenschaftliche Veröffentlichungen vor allem zur Musik des 19. und 20. Jahrhunderts.