Hungertuchwallfahrt zur Eröffnung der MISEREOR-Fastenaktion in Speyer

Hungertuchwallfahrer aus dem Erzbistum Paderborn pilgern zur bundesweiten Eröffnung der MISEREOR-Fastenaktion 2012 nach Speyer. Hier die Pilgergruppe aus dem Jahr 2011.Dekanat SiegenPaderborn, 14. Februar 2012. Die Hungertuchwallfahrt des Erzbistums Paderborn zur bundesweiten Eröffnung der MISEREOR-Fastenaktion hat Tradition: Sie findet in diesem Jahr zum siebzehnten Mal statt. Hungertuchwallfahrer aus dem Erzbistum beteiligen sich an der MISEREOR-Fastenaktion 2012 unter dem Leitwort „Menschenwürdig leben. Kindern Zukunft geben!“: Sie pilgern in der Zeit von Karnevalsdienstag, 21. Februar, bis zum ersten Fastensonntag, 26. Februar, zu Fuß rund 120 km von Nackenheim im Bistum Mainz nach Speyer. Bei der Wallfahrt wird das aktuelle Hungertuch aus Togo mitgetragen.

Wenn Menschen zwischen Karnevalsdienstag (21. Februar) und dem ersten Fastensonntag (26. Februar) zwischen Nackenheim und Speyer auf eine größere Wandergruppe stoßen, wundern sie sich möglicherweise. Wenn sie dann noch sehen, dass die Gruppe ein größeres Tuch mit sich führt, dann ist die Wahrscheinlichkeit ziemlich hoch, auf die MISEREOR-Hungertuchwallfahrt aus dem Erzbistum Paderborn gestoßen zu sein, deren Weg in diesem Jahr zur bundesweiten Eröffnung der MISEREOR-Fastenaktion in Speyer führt.

Plakat zur Hungertuchwallfahrt des Erzbistums Paderborn 2012Dekanat SiegenZum 17. Mal startet an Karnevalsdienstag eine 60-köpfige Wallfahrtsgruppe aus dem Erzbistum Paderborn zur Hungertuchwallfahrt. Der Fußweg, bei dem das vom togolesischen Künstler Sokey Edorh gestaltete Hungertuch mitgetragen wird, führt von Nackenheim im Bistum Mainz bis nach Speyer, der Bischofsstadt des Bistums Speyer. Dort wird am 26. Februar im Dom zu Speyer die MISEREOR-Fastenaktion 2012 bundesweit eröffnet. Sie steht unter dem Motto: „Menschenwürdig leben. Kindern Zukunft geben!“.

Die Fastenaktion des katholischen Hilfswerks MISEREOR stellt 2012 die Frage der globalen Gerechtigkeit, insbesondere nach den Zukunftsperspektiven von Kindern und Jugendlichen in den Elendsvierteln der Großstädte neu: „Es sind immer noch viele Kinder, deren Menschenwürde täglich gefährdet ist.“ Um dem von MISEREOR bestimmten Thema Raum zu geben, machen sich die Wallfahrer aus dem Erzbistum Paderborn auf die rund 120 km lange Wegstrecke.

Die Wallfahrer aus dem Erzbistum Paderborn werden am bundesweiten Eröffnungsgottesdienst am Sonntag (26. Februar) im Dom zu Speyer mit Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann und internationalen Gästen teilnehmen.

Der Fußweg der Wallfahrer startet an Karnevalsdienstag (21. Februar) in Nackenheim. Unterwegs machen sie Quartier in Friesenheim (21. Februar), im Pfarrzentrum St. Joseph in Alzey (22. Februar), im Pfarrzentrum St. Peter in Grünstadt (23. Februar), in der Jugendherberge Neustadt (24. Februar). Am Samstag, 24. Februar, wird die Pilgergruppe Speyer erreichen. Auf dem Weg nach Neustadt wird es für die Wallfahrer einen besonderen Höhepunkt geben: Der scheidende Hauptgeschäftsführer von MISEREOR Prälat Professor Dr. Josef Sayer und sein Nachfolger Pfarrer Pirmin Spiegel werden die Gruppe eine Teiletappe begleiten und abends in der St. Piuskirche einen gemeinsamen Gottesdienst feiern.

Das Dekanat Siegen im Erzbistum Paderborn hat die Organisation und Durchführung der Hungertuchwallfahrt des Erzbistums Paderborn übernommen. Dekanatsreferent Hermann-Josef Günther, Jochen Voß und Pfarrer Karl-Hans Köhle aus Siegen leiten die Gruppe.

Seit vielen Jahren hat MISEREOR den mittelalterlichen Brauch der Hungertücher in aktueller Form aufgegriffen. Ursprünglich wurde während der Fastenzeit der Altarraum in der Kirche mit einem schmucklosen Tuch (Schmachtlappen) verhüllt. Jetzt haben vorwiegend Künstler aus der „Dritten Welt“ ihre aktuelle Sicht der Weltereignisse mit der Botschaft des Evangeliums in Verbindung gesetzt. Seit über 25 Jahren ist dieses wieder entdeckte und neu erfundene Medium aus den Kirchen in Deutschland und in vielen anderen Ländern nicht mehr weg zu denken.