60-jähriges Kirchweihejubiläum der Heilig Kreuz Kirche mit Bischof Dr. Josef Clemens

Die Jubiläumsmesse zum 60-jährigen Kirchweihefest der Herz Jesu Kirche in Siegen-Weidenau wurde mit vielen Gläubigen gefeiert. Es zelebrierten (v.l.): Pfarrer Karl-Hans Köhle, Bischof Dr. Josef Clemens und Pfarrer Wolfgang Winkelmann.Foto: Peter Barden/Siegener Zeitung Siegen-Weidenau, 30. Oktober 2017. Papst emeritus Benedikt XVI., damals noch Kardinal Josef Ratzinger, stand in den 1990er Jahren vor der verschlossenen Tür der Heilig Kreuz Kirche. Das war bei einem Besuch in Siegen-Weidenau mit seinem Privatsekretär, Dr. Josef Clemens. An diese Anekdote erinnerte der heutige Kurienbischof Josef Clemens, gebürtiger Weidenauer, anlässlich der Festmesse zum 60-jährigen Kirchweihjubiläum der Heilig Kreuz Kirche, der er jetzt als Hauptzelebrant vorstand.

Clemens war von 1984 bis 2003 Sekretär des späteren Papstes. Die beiden Geistlichen hatten damals das Grab der Eltern von Josef Clemens auf dem Weidenauer Stockfriedhof, direkt neben der Heilig Kreuz Kirche, besucht und wollten im Anschluss in der Kirche beten – die allerdings zu dem Zeitpunkt leider verschlossen war. Jetzt wurde das 60-jährige Jubiläum der Weihe des Gotteshauses begangen: Am 27. Oktober 1957 weihte der damalige Paderborner Erzbischof Lorenz Jaeger die Heilig Kreuz Kirche ein. Bischof Clemens selbst war als 10-jähriger Ministrant bei der Konsekration dabei. Die Kirche sei immer ein Haus aus lebendigen Steinen, ermutigte Bischof Clemens als Hauptzelebrant die Festgemeinde, in der auch zahlreiche Gläubige aus dem gesamten Pastoralverbund waren, in seinem Grußwort.  

Um die “christliche Freude” ging es, auf Anregung des Pfarrgemeinderates, im Gottesdienst. Wolfgang Münch, der die Gemeindegeschichte seit mehr als vierzig Jahren erlebt und mitgestaltet hat, und Fabian Klein, Kandidat für den zukünftigen Pfarrgemeinderat, ließen die Gottesdienstbesucher teilhaben an ihren Gedanken zum Christsein. Kirche bedürfe immer der Erneuerung und des Engagements der Gläubigen, waren die beiden überzeugt.  

Auch Pfarrer Karl-Hans Köhle sprach in seiner Festpredigt über die Freude. Freude sei ein zentrales Thema der Bibel. Nicht zufällig würden die beiden großen Schreiben von Papst Franziskus mit dem Wort Freude beginnen: “Amoris laetitia” über die “Freude der Liebe” in den Familien, und “Evangelii gaudium” über die “Freude des Evangeliums”, die das Herz derer erfüllt, die Jesus begegnen. Der Christ dürfe von Freude erfüllt sein, gerade weil er Gutes tue – ganz im Sinne der heiligen Elisabeth: “Wo man Liebe sät, wächst Freude empor” – und weil er auf Ewigkeit hin angelegt sei.  

In “Münch’s Credo” hörten die Gottesdienstbesucher ein etwas anderes Glaubensbekenntnis, geprägt von der Hoffnung: “...Gott hat Jesus auferweckt, als Zeichen für uns, dass auch wir nach unserem Tod weiterleben werden...”  

Zum Ende der Messe wurde der Wallfahrtspsalm 122 vorgetragen und nach dem Schlusssegen durch Bischof Dr. Clemens hatten alle die Möglichkeit, sich einzeln vom Bischof, den Priestern und der Gemeindereferentin segnen zu lassen.  

Musikalisch umrahmt wurde der Festgottesdienst von den Kirchenchören Heilig Kreuz und St. Bonifatius (Kaan-Marienborn), weshalb auch Pfarrer Wolfgang Winkelmann als Zelebrant dabei war. Der Chorgesang, begleitet von Orgel (Franz-Josef Breuer) und dem Siegener Bläserkreis “Trompobas”, stand unter der Leitung von Thomas Maiworm. Es wurde die Missa brevis des walisischen Komponisten Robert Jones gesungen.  

Eine Freude und ein Zeichen der Zusammengehörigkeit war es auch, dass die Messdiener von Heilig Kreuz durch Messdiener aus dem Pastoralverbund unterstützt wurden. Auf Einladung von Seelsorgeteam, Kirchenvorstand und Pfarrgemeinderat ging das Fest im Gemeindehaus fröhlich weiter.