„Hausputz für die Seele“ – Familienwochenende in Rahrbach

Sieben Familien nahmen am Familienwochenende des Pastoralverbundes Hüttenbach-Freudental teil.Foto: PV Hüttental-Freudenberg

Hüttental-Freudenberg, 17. Juni 2017. Zu einem etwas anderen „Hausputz“ brachen Ende Juni sieben Familien nach Rahrbach auf. „Hausputz für die Seele“ – unter diesem Motto stand das diesjährige Familienwochenende des Pastoralverbundes Hüttental-Freudenberg. In den verschiedenen Altersgruppen der Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen begaben sich die Teilnehmer dem Thema „Schuld und Versöhnung“ auf die Spur.      

In der Gruppe der Kinder standen das Gleichnis vom barmherzigen Samariter und die Begegnung Jesu mit Zachäus im Mittelpunkt. Auf kindgerechte Art und Weise wurden den Kindern diese Erzählungen anhand von Bildkarten und eines Erzähltheaters nähergebracht. Auf spielerische Art und Weise näherten die Kinder sich dem Thema an.      

Die Jugendlichen befassten sich zunächst mit dem Thema Gewissen. Was ist überhaupt das Gewissen? Anhand des Liedes „Gewissen“ der Gruppe „Die Toten Hosen“ kamen die Jugendlichen darüber ins Gespräch. Aus ihrer eigenen Erfahrung wussten die Jugendlichen ein paar Dinge zu erzählen. Danach füllten sie einen Gewissenstest aus, um ihr eigenes Gewissen zu überprüfen. In einem weiteren Schritt ging es um den Weg der Versöhnung. Dazu gehörte das Lied „Zeugnistag“ von Reinhard Mey, eine Geschichte, wie Versöhnung heute geschehen könne und das Gleichnis „Vom barmherzigen Vater und dem verlorenen Sohn“. Die Jugendlichen kamen ins Gespräch darüber, wie jemandem, der so richtig viel falsch gemacht hat in seinem Leben, trotzdem Vergebung erfährt, und zwar ausgerechnet von den Menschen, die durch diese Fehler verletzt wurden. Das Fazit: Gott ist so jemand, jemand, der alle Fehler verzeiht, wenn sie uns von Herzen leidtun. Er schließt uns in seine Arme, so wie der Vater seinen wiedergefundenen Sohn.      

Die Erwachsenen sprachen mit Pastor Markus Püttmann, dem Siegener Studentenpfarrer und Mitarbeiter im K³, wo die Siegener Citypastoral beheimatet ist. Zunächst ging es um die Fragen „Was ist Schuld?“,  „Was ist Sünde?“ und um den Umgang damit. Man könne Schuld auch “einfach unter den Teppich kehren”, so Püttmann. Er machte das zeichenhaft deutlich, indem er einen Tontopf auf der Erde zerschlug. “Diese Scherben stehen für Scherben und zerbrochene Beziehungen in unserem Leben. Bemühen wir uns, sie zu kitten, oder kehren wir sie einfach unter den Teppich?”. Wie man mit Schuld umgehen kann, das zeigte sich dann an einem Schriftgespräch zum Gleichnis von barmherzigen Vater (Lk 15, 1-32). Der Sohn geht in sich, besinnt sich, bereut seine Tat und läuft zurück zum Vater. Dieser empfängt ihn mit offenen Armen und richtet vor lauter Freude ein Fest für ihn aus: Barmherzigkeit und Vergebung. Auch zu Gott dürften wir immer kommen, dazu biete die Kirche das Sakrament der Beichte an, ermutigte Pastor Püttmann die Teilnehmer.      

Nach einem gemeinsamen „bunten Abend“, der von allen Familien gemeinschaftlich gestaltet wurde, wurde am Sonntag gemeinsam die Heilige Messe gefeiert, für den ein „Bußakt“ besonders vorbereitet worden war. Zu Beginn des Gottesdienstes wurden Kerzen der Teilnehmer entzündet. Während des „Bußaktes“ dachten alle darüber nach, was in letzter Zeit nicht ganz rund lief, wo man sich selbst und andere Menschen verletzt hatte. Dann löschte jeder seine Kerze. Doch in der Kirche brannte immer noch die Osterkerze, das Zeichen für Jesus. Und Jesus möchte, dass unser Licht leuchtet, dass wir ein gutes Leben haben. Als Zeichen des Neuanfangs wurden die gelöschten Kerzen wieder an der Osterkerze entzündet.