Eine Nacht – Ein Evangelium

Bibellesenacht in der Katholischen Hochschulgemeinde Dortmund

Kapelle der KHG Dortmund Die Kapelle der KHG Dortmund ist zur Bibellesenacht mit Lichtinstallationen ausgestrahlt.KHG Dortmund Dortmund, 5. Dezember 2017. In der Kapelle der Katholischen Hochschulgemeinde Dortmund ist ein Flüstern zu hören, der Raum ist ausgestrahlt mit angenehmen Lichtinstallationen. Dann steht Jemand auf, entzündet die Kerzen und die leisen Gespräche verstummen. Victoria Thill, Studentin der Theologie und Philosophie, tritt an den Ambo und spricht mit klarer Stimme die ersten Worte des Markusevangeliums – und das auf Griechisch: Es klingt fremd, mystisch und dadurch sehr bewegend. Die Konzentration ist geweckt und die rund 40 Anwesenden lauschen. „Hier wird an diesem Abend das Wort Gottes verkündet“, sagt Sebastian Aloisi, Student der Informatik, in seiner Begrüßung und leitet damit den Abend ein.

Zum dritten Mal hat die Katholische Hochschulgemeinde Dortmund zur Bibellesenacht „Eine Nacht – Ein Evangelium“ eingeladen. Das komplette Markusevangelium haben sich die Studierend vorgenommen und dazu alle Interessierten in die Kapelle eingeladen.

Doch dieses Jahr war Einiges anders: Um die Qualität des Abends zu heben, hat sich ein Kreis von rund zehn jungen Menschen intensiv vorbereitet. Mit dem Neutestamentler Dr. Héctor Sanchez erarbeiteten sie sich die Gestalt, den Aufbau und die theologischen Besonderheiten des ältesten Evangeliums. Nach der Erschließung des Textes gab es für die Lektorengruppe genügend Zeit sich gemeinsam mit den Dortmunder Mentoren Peter Jochem und Caroline Müller auf die eigene Aufgabe für „Eine Nacht – Ein Evangelium“ vorzubereiten: Einige Studierende übernahmen das Lesen, andere schrieben eigene Einleitungen und Kommentare, um die Zuhörerinnen und Zuhörer auf die einzelnen Teile des Evangeliums vorzubereiten.

An fünf Orten wirkt Jesus in Markus’ Froher Botschaft. Diese fünf Orte (Wüste, Galiläa, auf dem Weg, Jerusalem und im Grab) gaben die Gestaltung des Abends vor: In fünf Abschnitten verkündeten die Studierend das Markusevangelium. Zwei Konzertgitarristen gaben durch ihre Improvisationen Gelegenheit dazu, das Gehörte wirken zu lassen oder einfach die Ohren frei zu bekommen.

Die Konzentration der ersten Minuten hielt sich den ganzen Abend – bis in den letzten Worten nicht etwa der nachträglich komponierte Teil des Markusevangeliums gelesen wurde, der die Erscheinung des Auferstandenen beschreibt, sondern das ursprüngliche Ende. Dort nehmen die Frauen, die das leere Grab sehen, ihren Auftrag nicht an, und erzählen aus Furcht niemandem von dem, was sie gesehen hatten.

Stille – und zum Abschluss des Abends hören alle noch einmal griechische Worte. Der Rahmen ist gespannt, wird aber sogleich wieder geöffnet: „Dieses offene Ende spricht uns heute an. Lasst uns jetzt die Aufgabe dieser Frauen übernehmen und von dem erzählen, was wir heute gehört haben. „So geht die Verkündigung weiter“, sagt eine Studentin in ihren Abschlussworten.